Draußen sind 34 Grad Celsius in Leipzig. Im Supermarkt sehe ich die ersten Lebkuchen "to go" direkt vor der Kasse.

So richtig passen will das nicht, sage ich mir, bleibe deshalb bei Butter und Käse zum Brötchen und will bezahlen. „Die hammer eben hingestellt, der Herr“, meint die Kassierin zu mir „Und mussten schon mal nachlegen“, ergänzt sie. Sicher, weil sie wohl meinen etwas konsternierten Blick bemerkt hat. „Ach so“, meine ich etwas abwesend und krame die drei Euro achtzig aus dem Portmonaie. Hinter mir entsteht ein kleines Gedränge um den Lebkuchenkorb herum. Viele Ranzen drängen sich mit Kaugummis und Cola um das Kassenband. Die Schüler haben hitzefrei bekommen, zu heiß ist es für den Unterricht am ersten September. Die Kinder scherzen – „Lebkuchen – so ein schXXX“. Am Wochenende waren sie alle noch baden, erfahre ich durch lautstarke Meinungsmitteilung. Ich packe meinen Käse und die Butter von irischen Kühen ein und trolle mich in die Redaktion. Zum Glück gibt es im Supermarkt eine Klimaanlage. Am Ausgang steht ein Opa und knabbert an einem Lebkuchen. Der Schokoladenüberzug schmilzt in der Sonne. Die Verpackung landete neben  einer leeren Bierflasche auf dem Gehweg. Irgendwie wie auf dem Weihnachtsmarkt, nur 40 Grad wärmer, denke ich mir. Nein, ich muss nicht alles verstehen, will ich auch gar nicht. Lebkuchen sind für mich irgendwie Winter. Und dabei ist für mich noch nicht einmal Herbst. Mein Kollege klärt mich auf: Das sei doch immer so. Ab Herbstanfang steht „das Zeug“ in den Regalen. Letztes Jahr hätte er da schon Stollen gekauft. Weiß ich irgendwie nicht mehr, nehme mir aber vor, meine Familie heute Abend mal zu fragen, was sie am Wochenende von Stolle und Lebkuchen zum Kaffee hält.

Ich bin gespannt.

Was haltet ihr vom Lebkuchenwahnsinn? Schreibt mir Eure Erfahrungen oder schickt mir ein Bild. Ich würde mich freuen!

 

 

Über den Autor

Ich heiße Stefan, bin 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Ich habe einen erfolgreichen Verlag, der sich mit Technik beschäftigt (www.av.de) und ich liebe mein Hamsterrad. Gleichwohl bin ich überzeugt, dass es ab und zu mal gut ist, auf die Bremse zu treten. Manchmal auch ganz kräftig. Denn wenn ich das nicht selber mache, übernimmt das mein Körper für mich. Meist mit Erkältung oder Rückenschmerzen. Und das will ich nicht mehr. Meine regelmäßigen Auszeiten finde ich im Kampfsport, hier bin ich ganz bei mir und kann mit meinen Gedankenkreise brechen. Dabei hilft mir die körperliche Erschöpfung.

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