„Ich würde am liebsten die ganze Welt umarmen!“ Lebensfreude ist die Nahrung unserer Seele und die Basis für ein glückliches Leben. Sofern sie in letzter Zeit zu kurz gekommen ist, hier die gute Nachricht: Sie ist trainierbar.

Wer wünscht sich das nicht, dieses Gefühl von tiefer Freude und überfließender Energie. Am liebsten täglich. Viele Menschen überkommt vor allem im Frühling ein Emotionshoch, sie spüren neue Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Alles erscheint plötzlich viel leichter, man fühlt sich beschwingter. Das Lächeln kommt leichter von den Lippen. So weit so gut. An dieser Stelle mag der Lenz allerdings ein schlechtes Beispiel dafür sein, so mitten im grauen, kalten November. „Lebensfreude ist trainierbar“ hört man immer wieder, doch wie funktioniert das wirklich? Wie entsteht Lebensfreude? Was kann sie daran hindern, bei uns einzukehren? Und mit welchen Tricks können wir ihr wieder auf die Sprünge helfen?

Sich des Lebens freuen

Vielleicht kennst du diese Momente: Du bist unglücklich, stellst alles in Frage und fühlst dich einfach nicht gut. Dann blickst du auf dein Leben und sagst dir „Eigentlich sollte es mir doch prima gehen.“ Obwohl du scheinbar alles hast, was es für ein Leben in Freude braucht – Gesundheit, Liebe, Geld oder was auch immer du für dich hier definiert hast – hättest du in solchen Momenten gerne eine ultimative Pille gegen schlechte Laune. „Sich des Lebens freuen“ ist ein sehnlicher Wunsch, der in den meisten Menschen Zuhause ist, aber so eher selten formuliert wird. Vielmehr wird Freude an Wünsche gekoppelt, deren Erfüllung unser Gemüt schließlich befriedigen sollen. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, zeigt sich spätestens dann, wenn ein Wunsch in Erfüllung geht. Nur kurz sind wir zufrieden. Wenig später streben wir schon nach dem nächsten. Mit jedem erfüllten Wunsch wachsen nun mal zwei weitere – sagt der Volksmund. Wer dauernd mehr will und mit seinem „Jetzt“ partout nicht zufrieden ist, sich selbst nicht die Chance gibt, hier und heute bei sich und seinem Leben anzukommen, bei dem wird sich auch in Zukunft keine Lebensfreude einstellen. So sehr er diese auch herbei zwingen mag. Balance finden – einfacher gesagt als getan. Der Wille ist da, doch häufig sind wir von äußeren Umständen geradewegs umzingelt, die uns genau das erschweren. Dennoch und gerade darauf sollten wir unser Augenmerk richten: Es gibt viele Faktoren, auf die wir direkten Einfluss nehmen können, um unsere Lebensfreude wieder neu zu entdecken. Ich spreche deshalb von der Neuentdeckung unserer Lebensfreude, weil sie ganz einfach schon immer da war!

„Die Basis für Lebensfreude ist die Balance zwischen Wunsch, Genuss und Zufriedenheit mit dem, was wir erreichen. Zuletzt Zufriedenheit mit uns selbst.“

 Aufmachen und Zulassen

Wenn wir von Lebensfreude sprechen, weiß jeder von uns, was damit gemeint ist und doch können wir dieses Gefühl nur schwer beschreiben. Das liegt daran, dass es für jeden eine ganz eigene Definition gibt. Die einen mögen sich ruhig und entspannt dabei fühlen, die anderen von Wärme durchflutet, ein anderer fühlt ein wohliges Kribbeln im Körper, bei dem nächsten formt sich ein überschwängliches, fast schon ekstatisches Gefühl. Ebensowenig, wie wir bei dem Gefühl der Lebensfreude auf einen gemeinsamen Nenner kommen, finden wir auch eine eindeutige Antwort darauf, was in uns das Gefühl der Lebensfreude zum Vorschein bringen kann. Zweifelsohne können äußere Faktoren, Menschen und Situationen ihren Teil dazu beitragen. Viel wichtiger neben den äußeren Umständen ist allerdings, dass Lebensfreude aus uns selbst heraus entsteht. Aufmachen und Zulassen: Wir können lebensfroh sein, ohne das Zutun anderer Menschen oder die Erfahrung besonderer Umstände. Und auch hier die Frage an dich: Bist du bereit, dein Potential zu entdecken und dich aus dir selbst heraus zu freuen? Zwei Herangehensweisen, die Freude im Leben wieder zu entdecken, die aber eines gemeinsam haben: Nur dann, wenn wir ein Erlebnis, eine Erfahrung, einen Menschen und am wichtigsten – uns selbst – als angenehm, wohltuend, wünschenswert und positiv bewerten, kann daraus Freude für uns entstehen.

Werde wieder Kind!

Kannst du dich noch an deine ungezügelte kindliche Lebensfreude erinnern? Wie bei den meisten Menschen ist es so, dass sie das Maximum ihrer Lebensfreude als Kind hatten. Dann findet oft ein Rückschritt statt, im Laufe ihrer Jahre geht immer mehr Freude verloren. Woran liegt es, dass wir scheinbar mit unbändiger Freude im Herzen und grenzenloser Freiheit im Kopf geboren werden, dies aber im Laufe unsere Jahre immer weiter verlieren? Lebensfreude ist eine Eigenschaft, mit der wir bereits geboren werden. Sie ist bei Kindern bedingungslos vorhanden, umso mehr müssen wir tun, damit sie uns auch in fortschreitendem Alter nicht abhanden kommt. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Eigenschaften von Kindern: Sie leben im Moment. Sie erfreuen sich an kleinen, alltäglichen Dingen. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was andere über sie denken. Sie bleiben stets neugierig. Bleiben wir es auch! <

„Lebe das Leben, das du liebst!“

 

Über den Autor

Sabrina Lieb wurde 1984 in Reutlingen geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Streifzügen durch den Journalismus und mehreren Jahre in der Unternehmenskommunikation ist sie heute als freie Autorin und Fotografin tätig. Wo Worte versagen, lässt sie Bilder sprechen. Seit 2016 auch regelmäßig für die Auszeit.

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.