Cocktails bilden die perfekte Verbindung aus beeindruckender Optik und Aromen, die ein Feuerwerk auf der Zunge entfalten. Cocktails begleiten das erste Rendezvous ebenso wie traumhafte Urlaubsreisen zu weißen Sandstränden. Nimm dir jetzt einen Moment Zeit, um zu einer Reise in die lebensfrohe Welt der Cocktails aufzubrechen.
Um den Ursprung des Cocktails ranken sich heute gleich mehrere Geschichten. Sowohl in London als auch New Orleans tauchte dieser Name bereits im 19. Jahrhundert zum ersten Mal auf. Whiskey, Peychaud’s Bitters, Wasser, Zucker und Zitronenschale verbinden sich in einem Glas zum weltweit ersten Cocktail, der seinen Weg in die Geschichtsbücher gefunden hat. Getauft wurde dieses Getränk auf den Namen Sazerac.
Um der Herkunft dieses Namens auf die Spur zu kommen, bedarf es einer Zeitreise in das Jahr 1859. Im amerikanischen New Orleans eröffnete zu diesem Zeitpunkt „The Sazerac Coffee House“. Neben dem beliebten Heißgetränk aus Kaffeebohnen sorgte der Besitzer John Schiller mit dem nach seinem Lokal benannten Cocktail für Abwechslung auf der Karte. Zur Ehrung der Geschichte des Sazeracs haben Vertreter der Stadt dieses Getränk im Jahr 2008 zum offiziellen Cocktail von New Orleans ernannt.
Woher kommt der Begriff?
Was sich bereits zum damaligen Zeitpunkt abzeichnete, war die Entwicklung zu einem Genussgetränk. Cocktails galten nicht als schnell konsumierte Spirituose, sondern wurden schon in den Anfangsjahren am liebsten in kleinen Schlucken getrunken. Der in die USA ausgewanderte Kreole Antoine Peychaud servierte die ersten Cocktails übrigens in Eierbechern. Deren französischer Name „coquetier“ gilt als der wahrscheinlichste Namensgeber für den Cocktail.
Vergleichbar mit der ständig wachsenden Liste an Zutaten hat sich ebenfalls die Präsentation von Cocktails im Laufe der Zeit immer außergewöhnlicher in Szene gesetzt. Von Cocktailgläsern in verschiedenen Formen und Farben bis zu Kokosnüssen wohnt jedem Cocktail auch aus optischer Sicht ein eigener Charakter inne.
Gut gemixt ist halb genossen
Was verleiht einem Cocktail das gewisse Etwas? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, ist es zunächst einmal wichtig dir vor Augen zu führen, was alle Cocktails miteinander verbindet. Die Antwort darauf lautet: Es handelt sich um Mischgetränke, ein Cocktail gibt sich also niemals mit einer Zutat zufrieden. Damit ein Cocktail diesen Namen tragen darf, muss eine Verbindung verschiedener Zutaten entstehen. Bei diesen Zutaten handelt es sich bevorzugt um:
- Spirituosen
- Säfte
- Sirup
- Tonic Water
- Bitters
Um den Getränken eine fruchtige Note zu verleihen, bilden für ein paar Cocktails ebenso Früchte wie Kirschen oder Zitronenscheiben einen festen Bestandteil der Rezeptur.
Von der Idee bis zum fertigen Rezept vergehen nicht nur Stunden, sondern Tage oder Wochen, an denen Barkeeper die Zutaten verändern. Auf diese Weise entstehen Rezepte, in denen jede einzelne Zutat eine Hauptrolle einnimmt und optimal zur Geltung kommt. Barkeepern, denen dieses Kunststück gelingt, machen sich mit ihren Mischgetränken schnell überregional einen Namen.
Rekordverdächtige Barkeeper
Eine Ehrung im Guinness Buch der Weltrekorde ist nicht nur für Sportler und Künstler reserviert. Der amerikanische Barkeeper Sheldon Wiley hat sich gleich zwei Weltrekorde geschnappt. Der erste Rekord stammt vom 7. Februar 2013. In 60 Sekunden war es dem Amerikaner gelungen, 18 Cocktails zu zaubern. Ob die Zeit ausreichte, um jedes der Getränke mit einem Zuckerrand zu verzieren, ist zu bezweifeln. Mehr Zeit hat sich Wiley bei seinem zweiten Weltrekord genommen. In 60 Minuten gelang es dem Barkeeper, ganze 1905 Cocktails einzuschenken. Dieser Rekord stammt aus dem Jahr 2014. Aktuell hat der selbsternannte Mixologe seine Jagd nach Rekorden eingestellt und widmet sich der Herstellung einer Cocktailmarke mit dem Namen „Becky“.

Große Namen
Einigen Cocktails ist es im Laufe der vergangenen Jahrzehnte gelungen, das gewisse Etwas zu entwickeln. Diese Stars am Cocktailhimmel sind auf der ganzen Welt bekannt und dürfen auf kaum einer Cocktailkarte in Bars oder Restaurants fehlen.
- Margarita: Salzig, süß und hochprozentig. Mit dieser Formel lässt sich die Margarita am einfachsten auf den Punkt bringen. Ganz nach dem eigenen Geschmack kannst du darüber entscheiden, ob sich das Salz auf dem Rand des Glases oder auf deinem Handrücken befinden soll.
- Pina Colada: Sommer, Sonne, Strand und eine gekühlte Pina Colada. Dieses Getränk bestehend aus Rum, Cream of Coconut und Ananassaft schmeckt mit Blick auf ein kristallklares Meer einfach am besten.
- Cosmopolitan: Wodka und Cranberrysaft sind eine Mischung, der es gelungen ist, die Herzen von Millionen Cocktailfans weltweit zu erobern. Der herb-süße Saft der Cranberrys geht mit dem Wodka eine Verbindung ein, die aus beiden Zutaten den bestmöglichen Geschmack hervorzaubert.
- Caipirinha: Mit einem Caipirinha in der Hand wächst die Sehnsucht nach dem berühmten Zuckerhut und der Copacabana. Dieses brasilianische Nationalgetränk gehört zu den Exportschlagern, die dazu einladen, Brasilien auf die Liste der nächsten Urlaubsziele zu setzen.
- Long Island Ice Tea: Dieser hochprozentige Eistee ist das ideale Getränk für Sommerpartys. Zur Liste der Zutaten gehören mit Gin, Tequila und Wodka gleich drei Spirituosen. Die Wirkung eines einzelnen Long Island Ice Teas ist deshalb nicht zu unterschätzen.
Die gefährlichste Zutat
Für Jahrzehnte als verboten gut galten alle Cocktails, die Absinth zu den Zutaten zählten. Der Name „Grüne Fee“ war mehr als nur ein Sinnbild für den leuchtend grünen Farbton dieser Spirituose. Über ihre berauschende Wirkung hinaus waren Absinth-Cocktails für das Auslösen von Halluzinationen bekannt. Als Verursacher gelten das Wermutkraut und das darin enthaltene Thujon.
Nach einem 75 Jahre andauernden Verbot ist es seit dem Jahr 1998 in der EU wieder erlaubt, Getränke mit Absinth anzubieten. Zum Schutz der Gesundheit ist in den meisten Cocktails nicht mehr als ein Spritzer Absinth enthalten.
Cocktails im Wandel
Cocktails ist es gelungen, seit Jahrzehnten mit der Zeit zu gehen. Zu verdanken sind die dauerhaft im Trend liegenden Mischgetränke in erster Linie ambitionierten Barkeepern, die sich ständig neue Kreationen einfallen lassen. Diese Menschen experimentieren mit Aromen, Zutaten und nicht zuletzt Farben, um ihre Cocktails aus der Masse an Getränken hervorzuheben. Ein Trend, der in den vergangenen Jahren stärker im Kommen ist, sind Mocktails. Diese Art von Cocktails verzichtet auf alle alkoholischen Zutaten. Gekennzeichnet sind diese Getränke auf der Karte unter anderem durch den Begriff „Virgin“, der vor dem eigentlichen Namen steht. War es früher üblich, lediglich die Spirituosen von der Liste an Zutaten zu streichen, sind Barkeeper aktuell darum bemüht den Geschmack der Mocktails immer weiter zu verfeinern.
Ein weiterer Grund, aus dem Cocktails nie aus der Mode kommen, ist die Verwendung von teilweise reißerischen oder kuriosen Namen. Typische Beispiele sind:
- Sex on the Beach
- Harvey Wallbanger oder
- Between the Sheets.
Diese oftmals doppeldeutigen oder lustigen Namen regen die Neugier der Gäste an. Aus exakt diesem Grund befindet sich die Cocktailkarte in zahlreichen Gastronomien auf einer getrennten Karte. Die Klassiker und Kreationen des Hauses sind auf diese Weise schwer zu übersehen. Die Namenswahl bringt nicht nur Vorteile mit sich. In einigen Fällen dauert die Suche nach einem originellen Namen länger als die Zusammenstellung der Zutaten. Die Kreativität von Barkeepern wird insofern mit jedem neuen Cocktail wiederholt auf die Probe gestellt.

Tipps für die Zubereitung von Cocktails
Der Einstieg in die wunderbare Welt der Cocktails muss nicht von zahlreichen Fehlversuchen begleitet sein. Mit den folgenden 3 Tipps überspringst du die häufigsten Anfängerfehler ganz einfach.
1. Nicht an der Qualität der Zutaten sparen
Der Geschmack eines Cocktails ist nicht einzig und allein einem guten Rezept zu verdanken. Hochwertige Spirituosen und frische Fruchtsäfte zu verwenden, ist eine Investition, die sich bereits mit dem ersten Schluck des zubereiteten Cocktails bezahlt macht.
2. Die passenden Messbecher verwenden
Erfahrenen Barkeeper gelingt es, mit Augenmaß die richtigen Mengen einzufüllen. Anfänger sind mit Messbechern besser bedient. Diese Messbecher sollten sowohl ml als auch cl anzeigen. Als Material sind Metalle besser geeignet als Kunststoffe, um die Übertragung von Aromen auf die Messbecher zu vermeiden.
3. Die Größe der Eiswürfel macht den Unterschied
Gekühlte Cocktails schmecken spätestens mit Beginn des Sommers am besten. Verwandelt sich das Eis in Wasser, kann darunter schnell der Geschmack der Mischgetränke leiden. Mit größeren Würfeln oder Kugeln dauert es deutlich länger, bis sich das Eis komplett aufgelöst hat.
Der teuerste Cocktail der Welt
Ein guter Cocktail ist immer als ein Luxus für die Geschmacksknospen zu bezeichnen. Der „Diamonds are forever“-Martini setzt diesem Genusserlebnis die Krone auf. Gemixt und verkauft wird dieser Cocktail derzeit ausschließlich im Ritz-Carlton in Tokio. Der Preis für dieses außergewöhnliche Getränk liegt bei stolzen 2 Millionen Yen oder umgerechnet 13 000 Euro. Die Höhe des Preises ist weder auf den enthaltenen Wodka noch den frischen Limettensaft zurückzuführen. In den teuersten Cocktail der Welt verwandelt sich dieses Getränk durch den am Boden des Glases zu findenden Diamanten mit 1 Karat Gewicht.
Bestimmen Roboter die Cocktailtrends der Zukunft?
Alle reden im Moment über die Künstliche Intelligenz. Und man mag es kaum glauben – auch am Cocktailmixen geht die KI-Entwicklung nicht vorbei. Bestimmen also Roboter die Cocktailtrends der Zukunft?
Langjährige Barkeeper entwickeln auch weiterhin eine unschlagbare Intuition für die Empfehlung der passenden Cocktails. In einigen Bars sowie Hotels und Kreuzfahrtschiffen wird aber zumindest das Mischen von Cocktails inzwischen einer Künstlichen Intelligenz (naja, so ganz mag es deren Definition nicht treffen) überlassen. Cocktailmaschinen und Roboter zaubern innerhalb von wenigen Momenten exakt die Getränke, die von den Gästen bestellt wurden.
Bis dato zählen diese Maschinen eher zu einer Attraktion als einem vollwertigen Ersatz für Barkeeper. Die Roboter unterhalten sich weder mit den Gästen noch besitzen die Maschinen die Menschenkenntnis, die Barkeeper sich im Laufe der Berufsjahre erarbeiten. Das menschliche Gespür für einzelne Nuancen, die in den Rezepten perfekt ineinandergreifen, wird den Robotern trotz der vorhandenen Zeitersparnis beim Mixen wahrscheinlich für immer, oder zumindest noch für eine Weile fehlen.
Für jede Gelegenheit
Ein Grund, einen Cocktail zu genießen, findet sich immer. Cocktails sind perfekt für Partys oder Abendessen mit Freunden, bei denen man sich entspannen und eine gute Zeit haben möchte.
Nach einem langen, stressigen Tag kann ein Cocktail eine Möglichkeit sein, sich auch ganz allein zu entspannen und den Geist zu beruhigen.
Cocktails werden aber oft auch mit bestimmten Gerichten abgestimmt, um eine geschmackliche Ergänzung zu bieten. In Restaurants kann ein passender Cocktail die Mahlzeit noch angenehmer machen. Und in angesagten Bars mit angesagten Barkeepern kann man sich – zumindest, was den Drink angeht – in die Arme ausgemachter Experten begeben. Für Liebhaber von Spirituosen kann das Probieren verschiedener Cocktails sogar eine ganz bewusst angetretene Entdeckungsreise sein, um neue Aromen und Geschmacksrichtungen zu erforschen.
Aber gerade für Cocktails gilt: Sie sind oft ein farbenfroher, „unverdächtiger“ Weg, sich einen kleinen oder großen Rausch anzutrinken. Durchaus ein Grund, auch mal einen der vielen, oft überraschend gut schmeckenden Mocktails auszuprobieren, ganz ohne Prozente. Zum Wohl!
Unsere Rezeptempfehlungen
Cocktails zuzubereiten erfordert ein wenig Übung und das richtige Fingerspitzengefühl für das Portionieren der Zutaten. Mit den folgenden vier Rezepten gelingt es dir, ohne große Mühe dein Zuhause in eine Cocktailbar zu verwandeln.

Tequila Sunrise
ZUTATEN (für 2 Cocktails):
8 cl weißer Tequila
2 cl Grenadine
25 cl Orangensaft
5 cl Zitronensaft
2 Orangenscheiben
Eiswürfel
ZUBEREITUNG
2 Longdrinkgläser zur Hälfte mit Eiswürfeln befüllen.
Tequila, Orangensaft und Zitronensaft in einen Cocktailshaker geben und kurz miteinander vermengen.
Die Mischung in die bereitgestellten Gläser füllen und die Orangenscheiben am Rand platzieren.
Einen Longdrinklöffel in das Glas geben und daran jeweils 1 cl Grenadine herabfließen lassen.
Den Sirup nur leicht am Boden des Glases vermischen, um den bekannten Farbverlauf zu erzielen. Gelingt dir dieses Kunststück, erinnern die Farben an einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Galaxy Cocktail
ZUTATEN (für 2 Cocktails):
8 cl Blue Curacao
8 cl weißer Tequila
4 cl Grenadine
4 cl Pfirsichlikör
10 cl Zitronenlimonade
Eiswürfel
ZUBEREITUNG
Zuerst die Hälfte des Tequilas, der Limonade und dem gesamten Blue Curacao gemeinsam mit Eiswürfel in einem Mixer zerkleinern.
Die übrigen Zutaten ebenfalls mit Eis mixen, bis rotes Crushed Eis entsteht.
Zwei Longdrinkgläser bereitstellen. Darin abwechselnd die vorbereiteten Zutaten platzieren. Durch den Mix vermischen sich die Farben und der Cocktail erinnert an die spektakulären Aufnahmen aus dem Weltall.

Ananas-Grapefruit Mocktail
ZUTATEN (für 2 Cocktails):
10 cl grüner Tee
10 cl Ananassaft
10 cl Grapefruitsaft
2 TL Agavensaft
2 Scheiben Ananas
Eiswürfel
ZUBEREITUNG
Den grünen Tee nach Anweisung kochen und zunächst abkühlen lassen.
Drei Eiswürfel in einem Cocktailglas platzieren. Jeweils 1 TL Agavensaft hinzufügen.
Zuerst den Tee und danach die Säfte in das Glas gießen. Kurz umrühren und die Ananasscheiben am Glasrand platzieren.
Für besonders intensive Aromen hast du die Option, diesen Cocktail mit einer Prise Meersalz zu würzen. Schon wenige Salzkörner reichen aus, um die gesamte Palette aus süß, salzig, bitter und sauer in einem Cocktail zu vereinen.

Sonniger Tschin-Mocktail
ZUTATEN
80 ml Sonnige Grüße® Tee
1 EL Tschin Tschin Sirup
1 Tropfen Zitrone
ätherisches Gewürzöl
2 Hände voll crushed Eis
1 Rosmarinzweig
1 Schuss Mineralwasser
2 EL Heidelbeeren, TK oder frisch
diverse Beeren zur Dekoration
ZUBEREITUNG
Teebeutel mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend beiseite stellen und abkühlen lassen.
Währenddessen Tschin Tschin Sirup, ätherisches Gewürzöl & Heidelbeeren in ein Glas geben und zerstoßen.
Crushed Eis in das Glas geben, bis es ¾ voll ist und dann mit kaltem Tee aufgießen.
Ein Schuss Mineralwasser hinzugeben und nach Belieben mit einem Fruchtspieß und Rosmarin garnieren sowie mit einem Strohhalm servieren.
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