Frucht-Smoothies sind schon lange in aller Munde – sogar wortwörtlich. Sie schmecken lecker, sehen je nach beteiligtem Obst schön bunt aus und sind reich an Vitaminen. Doch nun erobern grüne Smoothies die Welt und das Zauberwort lautet „Blattgrün“. Die grüne Farbe im Smoothie kommt von Salaten, Garten- und Wildkräutern und vom Blattgrün verschiedener Gemüsesorten. Insofern können neben Ruccola, Mangold und Möhrengrün auch Löwenzahn, Brennessel und Sauerampfer verwendet werden. Allerdings sind sie weit davon entfernt, komplett und nur aus Blattgrün zu bestehen.

Zusätzlich ist bei grünen Smoothies immer auch ein bestimmter Obstgehalt dabei, der unter anderem dafür sorgt, dass der Smoothie auch weiterhin lecker schmeckt. Denn die grünen Zutaten enthalten für manch empfindsamen Gaumen zu viele Bitterstoffe, die durch die Beigabe von süßem Obst abgemildert werden. So schmeckt also auch ein Spinat-Smoothie sehr oft erst einmal nach Apfel, Birne oder Banane.

Das Obst-Gemüse-Verhältnis variiert, je nachdem, ob man Einsteiger oder Fortgeschrittener ist. Als Einsteiger fängt man mit einem milden Blattgrün wie Feldsalat an, Fortgeschrittene können sich an Zutaten mit einem intensiveren Eigengeschmack wie Kohlrabigrün heranwagen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Doch wer kam auf die Idee, Obst gemeinsam mit Blattgrün in einen Mixer zu stecken und so einen genauso leckeren wie gesunden Drink zu zaubern?

Affen als Inspiration

Die angebliche Erfinderin des grünen Gesundheitsdrinks ist die gebürtige Russin Victoria Boutenko, die mit ihrer Familie in den USA lebt. Sie und ihre Familie wurden von verschiedenen chronischen Krankheiten geplagt, weswegen sie begannen ihre Ernährung umzustellen. Es sollte kein Fleisch und kein Getreide mehr geben, dafür aber jede Menge Rohkost. Da Salate roh allerdings schwer verdaulich und mit der Zeit etwas einseitig sind, suchte Boutenko nach Alternativen. Durch Zufall stieß sie auf ein Buch der berühmten Schimpansenforscherin Jane Goodall. In diesem beschrieb Goodall, dass Schimpansen Obst häufig in Blattgrün wickeln und dies dann wie einen Sandwich essen. Davon ließ sich Boutenko inspirieren und warf das gesunde Grün zusammen mit Obst in ihren Mixer – der Grüne Smoothie war geboren. Seitdem hat es das gesundheitsfördernde Getränk in alle Welt geschafft und erfreut sich wachsender Beliebtheit – und das nicht nur bei hippen Großstädtern.

Grüne Smoothies – ein Zaubertrunk

Zaubern können grüne Smoothies natürlich nicht, aber er ist voll von wichtigen Mineralien, Vitaminen und Nährstoffen. Vor allem aber sind es die Bitterstoffe, die geschmacklich eher weniger beliebt aber für den Organismus gesundheitsfördernd sind. Bereits im Mittelalter wusste Hildegard von Bingen von der Wirkung und stellte u.a. Bitterkräuter-Tropfen her, die dem Menschen Freude, Energie und Kraft verliehen. Eine weitere Besonderheit des grünen Smoothie steckt im Chlorophyll des Blattgrüns, das unserem im Blut enthaltenen Hämoglobin sehr ähnlich ist. Diese Mischung von Bitterstoffen und Chlorophyll hilft uns bei der Regeneration unseres Körpers, beim Entgiften und regt den Aufbau neuer Blutzellen an. Deshalb sind grüne Smoothies bei Eisenmangel eine gute Alternative zu roten Säften, da mit der gesteigerten Blutzellenproduktion auch der Eisenanteil im Blut steigt.

Die Zubereitung eines grünen Smoothies ist wegen des Blattgrünanteils eine besondere Herausforderung für jeden Mixer, da dieses zäh und faserig ist. Viele der wertvollen Nährstoffe im Blattgrün sind von der für den menschlichen Organismus unverdaulichen Zellulose umhüllt, die nur von Mixern aufgebrochen werden kann, die Umdrehungszahlen jenseits der 25 000 U/min erreichen. Deshalb sind Hochleistungsmixer für die Herstellung besonders geeignet. Der Anwender sollte auch die Mixdauer im Auge behalten, da sich das Getränk durch die hohe Mixgeschwindigkeit sukzessive erwärmt, was wichtige Vitalstoffe zerstören kann. Besonders dramatisch wird der Nährstoffverlust ab einer Temperatur von 45°C – weshalb dies die magische Schwelle für Rohköstler ist.

Nur Blattgrün und Obst?

Die Zutatenliste für grünen Smoothies kann durchaus sehr lang werden, doch muss sie nicht unbedingt nur aus Obst und Blattgrün bestehen. Auch mit gewöhnlichem Gemüse kann experimentiert werden! Durch die Beigabe von sogenannten Superfoods wie Moringa, Lein- oder Chiasamen und verschiedene Algenarten kann der Effekt der Grünen Smoothies noch gesteigert werden. Naschkatzen können ihren Smoothie mit Honig, Rosinen, Datteln oder anderen getrockneten Früchten auf natürliche Weise süßen.

Die Konsistenz grüner Smoothies ist meist eher dickflüssig wie eine Suppe, deswegen empfehlen Experten ihn nicht zu trinken, sondern langsam zu löffeln. Zum Schluss noch einen weiteren kleinen Tipp: Smoothies alleine sind kein Allheilmittel, eine insgesamt ausgewogene Ernährung  ist der Schlüssel für gesundes Leben. Ebenfalls empfiehlt es sich, bei der Auswahl des Blattgrüns auf Abwechslung zu achten, da man so seinem Körper das breitest mögliche Spektrum an Vitalstoffen zuführt. Na dann, wohl bekomms!

Der Einsteiger: „Spinat-grün“

  • 2–3 Handvoll Spinat
  • 2 aromatische Äpfel (Sorte: Elstar)
  • 1 kleine, reife Banane
  • 1/4 reife Avocado
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 300 ml Wasser

Zubereitung:

Spinat waschen, Äpfel waschen und in Stücke schneiden, Banane schälen, Avocado schälen, Zitrone auspressen, Wasser abmessen. Dann alles zusammen in den Mixbehälter geben. Beginnen Sie mit den Äpfeln, dann folgen Banane, Avocado, Spinat, Zitrone und Wasser. Nun den Mixbehälter verschließen, und auf der niedrigstens Leistungssstufe des Mixers beginnen, dann langsam zur höchsten Stufe vortasten, bis der grüne Smoothie die richtige Konsistenz hat.

 

Für Liebhaber: Ab in die Tropen!

  • 1 Handvoll Löwenzahn
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1/2 reife Ananas
  • 1 kleine, reife Banane
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 300 ml Wasser

Zubereitung:

Löwenzahn waschen, Sellerie waschen und in Stücke schneiden, Ananas schälen und in Stücke schneiden, Banane schälen, 1 Stück Ingwer (2 cm) abschneiden, Wasser abmessen. Alles zusammen in den Mixbehälter geben. Beginnen Sie mit Ananas, gefolgt von Sellerie, Banane, Ingwer, Löwenzahn und Wasser. Nun Mixbehälter verschließen, und mit der kleinsten Stufe des Mixers beginnen, langsam auf die höchste  steigern.

 

Die Mixdauer macht’s

Bei Hochleistungsmixern (25 000 Umdrehungen) genügen ca. 40 s Mixdauer. Testen Sie bei Ihrem Gerät, ab wann Ihnen der grüne Smoothie cremig genug ist. Sie sollten Ihren Smoothie nie zu lange mixen, denn wird er über 45 °C erwärmt, verliert er wichtige Nährstoffe.

 

Dieser Artikel stammt aus dem AUSZEIT Magazin.

Eine Antwort

  1. Helja

    Es ist Interessant ich würde mich über gut Rezpte noch viel mehr freuen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.