Das Wunder der Freundschaft zu erleben ist eine wunderschöne Sache. Doch wie werden aus Menschen Freunde? Der erste Schritt, um wirkliche Freunde zu gewinnen (und auch zu halten) ist so simpel wie schwierig: Sei Du selbst! Im Zeitalter der Maskeraden, in dem wir leben, sind viele selber Maskenträger, ohne es zu wissen. Leben fremde Leben, ohne das zu ahnen.

Aber „es gibt kein richtiges Leben im falschen“ (Adorno). D.h. der erste und entscheidende Schritt ist, man selbst zu sein – kein Schauspiel aufzuführen, sich nicht zu verstellen. So kommen die richtigen Menschen zu Dir, die auch zu einem passen! Notzeiten sind übrigens der beste Freundestester. Wirkliche Freunde bleiben in der Not – und falsche gehen. Natürlich gibt es weitere Dinge, die man tun kann, um Freunde zu gewinnen. Freundlich und hilfsbereit sein (aber sich nicht ausnutzen lassen). Da sein, wenn man einen braucht. Auch mal zuhören, wenn es um die Probleme des Anderen geht (aber auch die eigenen schildern können). Letztendlich ist das Entstehen einer Freundschaft ein bisschen wie das Mysterium der Liebe – es geschieht einfach. Man lernt jemanden kennen – ist sich vielleicht gar nicht sofort sympathisch – aber nach und nach wächst die Zuneigung, das Vertrauen. Man öffnet sich, man fühlt sich wohl miteinander. Man teilt Dinge, man genießt die Zeit zusammen. Das ist das Wunder der Freundschaft – Zeit zu vergessen, wenn man zusammen ist!

Höflichkeit und Mitgefühl sind dabei sehr anziehend – es müssen beide nur echt sein. Auch so gewinnt man Freunde. Und: Es braucht Mut zur Freundschaft! Denn wirkliche Freunde vertrauen einander – und das heißt auch, sich zu öffnen, dem anderen sein Herz auszuschütten, ohne oder fast ohne Furcht vor Verletzung oder Zurückweisung. Es ist ja der Freund, dem man sich anvertraut. Nutzt dieser das aus – so war es kein echter Freund. Es wäre wohl für einen Wissenschaftler mal eine interessante Aufgabe, herauszufinden, wie Freundschaften entstehen. Was mich selbst betrifft, sind manche meiner Freundschaften noch aus der Kindheit da – aus der Grundschule sogar. Manche kamen später dazu – und manche gingen auch wieder (denn auch Freundschaften enden natürlich). Was aber jede meiner Freundschaften hat wachsen lassen, waren gemeinsame Unternehmungen – nur so merkt man letztendlich, ob man mit dem anderen auskommen (und streiten) kann. Und sich am Ende wieder vertragen kann.

Meiner Meinung nach entstehen Freundschaften durch Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit – und vor allem aber durch etwas, was wir Menschen niemals werden in Worte fassen können – denn das unsichtbare Band der Freundschaft entzieht sich wie das Band der Liebe allen Versuchen, es ganz auszuleuchten oder zu ergründen. Und das ist auch gut so. Wie Ricarda Huch so schön sagte: „Es ist ein Mysterium um die Liebe. Die Liebe muss sterben, wenn man versucht, sie ans Tageslicht zu zerren und durch und durch zu erklären.“ Ähnlich verhält es sich mit der Freundschaft. Schlussendlich ist es auch Schicksal: Es werden die Leute in das eigene Leben treten, die man zur persönlichen Entwicklung braucht. So ist es mir ergangen und daraus sind einige schöne Freundschaften entstanden – wie auch einige gute Lehren, wie Freundschaften nicht sein sollten.

PS. Es gibt viele Dinge, die wichtig sind im Leben. Freunde sind zweifelsohne das Wichtigste. Wer weiterlesen möchte, findet hier etwas über das Thema Erinnerungen oder über neue Wege, die unser Leben prägen (können). Mehr dazu natürlich auch in unserer Auszeit.

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