Es klingt für mich oft selbst im Kopf nach: „Das musst Du einfach mal machen“. Einfach? Hmm. Schon allein das halte ich zumeist für schwierig. Und „machen“ – na ja, vielleicht sollten wir erst einmal ausgiebig darüber nachdenken und reden? 
Ein Plädoyer für das Heute und Jetzt.

Eines Tages fahre ich nach New York und stehe auf der 5th Avenue. Wenn ich meine Ausbildung abgeschlossen habe (dann kann ich mir das leisten), zwei Kinder großgezogen habe (mit denen kann ich ja unmöglich in die USA einreisen, wenn die noch so klein sind), wenn mein Haus fertig ist (ganz ehrlich: Wer eins hat, weiß, dass das nie fertig ist), wenn ich 30. bin (da habe ich endlich einen Anlass)… und so weiter, und so fort. So ging es mir mit New York. Immer hatte ich eine Ausrede parat. Und dann noch eine. Eine besser als die andere. Heute weiß ich: ich war einfach noch nicht so weit.

Denn natürlich verlassen wir unsere eigene Komfortzone. Das ist schwer, denn in die Zukunft können wir Dinge viel einfacher verschieben als sie im Hier und Jetzt anzupacken. Bei mir kam der Anstoß von außen (welch ein Glück!). Ich erhielt eine Einladung zu einer Pressekonferenz nach New York. Ich habe die Gelegenheit ergriffen und war mutig (ja, auch das gehört für mich bei einer Reise gleich wohin dazu). Ich habe mich im Moment der Anfrage entschieden.

„Auch Udo Jürgens ist an dem Abend nicht nach New York geflogen“

Alles andere lief automatisch. Pass beantragen, Tickets, Koffer packen, warten. Der Moment hat entschieden. Ich habe entschieden. Dafür bin ich dankbar. Für die Gelegenheit, für den Moment. Das funktioniert nicht immer so, aber es gibt einige Punkte, die Dir helfen können, die Dinge heute anzupacken, und nicht morgen (ja, der allseits bekannte Spruch mit dem nicht verschieben passt hier wunderbar). Ich habe mal zusammengetragen, was mir hilft.

Fünf Dinge, die Dir dabei helfen, Deine Vorhaben in die Tat umzusetzen:

  1. Lebe den Moment. Denn der kommt nicht wieder. Momente schaffen Gelegenheiten und machen Türen auf.
  2. Glaube an das, was Du vorhast. Nur wenn Du bei Dir bist, werden Wünsche Wirklichkeit.
  3. Vertraue darauf, dass Du richtig wählst. Zweifel keimen schnell und wachsen noch viel schneller als Du denkst zu riesengroßen Hindernissen heran („kein Geld“, „keine Zeit“, „erst das, dann das“)
  4. Große Sachen bereitest Du am besten Stück für Stück vor. Setz Dir Zwischenziele. Auch Udo Jürgens ist an dem Abend nicht nach New York geflogen, sondern wieder nach Hause gegangen. Aber er hat es zumindest probiert, Sachen gepackt und ist schon mal los. Eine gute Probe.
  5. Beginne. Das ist wie ich meine der wichtigste Punkt. Wenn Du Dinge wirklich willst, sind sie richtig und wichtig für Dich und Du hast sie schon so lange hin- und herüberlegt, dass du dir für das Beginnen ohnehin schon einen passenden Weg ausgemalt hast. Egal wie klein Dir der Anfang vorkommen mag – beginne. Du willst ein Bild malen? – führe den ersten Pinselstrich, Du brauchst Hilfe? Ruf jemanden an.

Natürlich werdet ihr vielleicht denken, dass da wieder so groß formuliert ist. Wie hilft das im Alltag? Ein Praxisbeispiel. Du willst einen Text schreiben. Das kommt bei mir naturgemäß recht häufig vor. Schön. Das Thema schwirrt Dir schon seit geraumer Zeit im Kopf herum. Du setzt Dich an den Rechner. Schalte um Dich herum alles ab, was dich vom Moment ablenkt. Du hast nur das Schreibprogramm auf, checkst keine Mails oder surfst „mal nebenbei“ im Netz. Mach die Tür zu. Klopfen verboten, bis Du von alleine herauskommst. Toilette und Kaffee ist erlaubt. Alternativ Tee. Gerne auch ein Apfel. Und dann: Schreib!

Das funktioniert, auch wenn vielleicht ganz etwas anderes dabei herauskommt, als Du vorher dachtest.

Bei der Fokussierung Deiner Gedanken kann Dir vielleicht auch dieser Artikel helfen:

Über den Autor

Profilbild von Stefan

Ich heiße Stefan, bin 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Ich habe einen erfolgreichen Verlag, der sich mit Technik beschäftigt (www.av.de) und ich liebe mein Hamsterrad. Gleichwohl bin ich überzeugt, dass es ab und zu mal gut ist, auf die Bremse zu treten. Manchmal auch ganz kräftig. Denn wenn ich das nicht selber mache, übernimmt das mein Körper für mich. Meist mit Erkältung oder Rückenschmerzen. Und das will ich nicht mehr. Meine regelmäßigen Auszeiten finde ich im Kampfsport, hier bin ich ganz bei mir und kann mit meinen Gedankenkreise brechen. Dabei hilft mir die körperliche Erschöpfung.

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