Einfach loslassen – so steht es auf dem Cover unserer neuen AUSZEIT. Aber ist Loslassen wirklich so einfach? Sicher, manchmal geht’s fast von selbst und auch beinahe unbemerkt. Aber nicht selten fordert uns das Loslassen so richtig heraus. Was uns dabei hilft, sind Selbstvertrauen, Mut und Geduld. Und Dankbarkeit – womit wir beim zweiten großen Thema unserer neuen Ausgabe wären.
Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten
Dankbar sein für das, was ist, für das, was man hat. Danke sagen für Hilfe und Mitgefühl, für große Geschenke und kleine Gesten. All das Danke geht oft unter, wenn der Sekundenzeiger uns durch den Tag treibt oder wenn Sorgen und Zweifel am Himmel aufziehen wie dunkle Wolken. Dann vergessen wir immer öfter, es auszusprechen. Und wir vergessen so nach und nach, was ein kleines Danke, das ehrlich gemeint ist und von Herzen kommt, anderen und auch uns für Kraft geben kann. Gerade dann, wenn wir diese Kraft bitter nötig haben, um uns unseren Zweifeln und Herausforderungen zu stellen.
Darf ich undankbar sein?
Aber dieses Danke – aus welchen Gründen auch immer – zu wenig im Munde zu führen oder zu spät daran zu denken, dass es doch eigentlich angebracht gewesen wäre, ist das eine. Das andere ist die Frage, ob wir manchmal nicht sogar zu oft oder zu schnell Danke sagen, oder ob wir das eine oder andere Mal sogar dazu genötigt werden, dankbar zu sein, wenn uns eigentlich gar nicht danach ist. Wenn wir eigentlich unzufrieden sind und fühlen, dass wir darin Recht haben. Wenn wir zum Beispiel Versprechen geglaubt haben, die aus billigen Gründen nicht eingehalten wurden. Egal, ob es versäumte Termine im Kleinen waren, und jemand uns im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen lassen hat. Oder in der großen Politik, die uns gefühlt immer häufiger im Regen stehen lässt. Und wir bekommen im Nachhinein zu hören, dass wir doch dankbar dafür sein sollten, dass unser Termin doch die letzten drei Male geklappt hat. Oder für all das Gute, das uns die Politik aus ihrer Sicht doch schon alles offeriert und zugestanden hat.
Klar, wenn wir den ersten Ärger rausgelassen haben, sollten wir immer versuchen, einen differenzierten Blick darauf zu werfen, was da eigentlich passiert ist. Wo unser Ärger berechtigt war, etwas übertrieben oder vielleicht überhaupt nicht angebracht. Aber dieser Blick ist durchaus ergebnisoffen. Wir dürfen dort unzufrieden bleiben, wo wir zu recht mehr und Besseres zu erwarten haben, dort, wo wir das Gefühl haben, dass es eigentlich nur eine Ausrede ist, uns jetzt für undankbar zu halten. Friede, Freude, Eierkuchen (Kennen Sie die Formulierung eigentlich noch?) ist genauso wenig hilfreich, wie ein ständiges Meckern und Schwarzmalen. Der zu gehende Weg liegt wie so oft genau dazwischen, und er ist wie immer der schwierigere. Aber der Kompass sollte sein, genauer hinzuschauen, mit Respekt und der gebotenen Sachlichkeit. Um dann zu fühlen, wo Dankbarkeit wirklich angebracht ist. Wer dann aus ganzem Herzen dankbar ist und es auch zeigt, der darf dann auch mal aus ganzem Herzen undankbar sein. Oder?
Falsche Erwartungen loslassen
Was kann ein eigentlich sehr banales Wort wie „Danke“ alles bewirken, wenn es denn von Herzen kommt? Wie kann es helfen, Respekt und Nähe wieder herzustellen, zu unserem Lieblingsmenschen, aber auch zu uns selbt? Fragen, denen unsere Autorinnen und Autoren in dieser Ausgabe nachgehen. Wie immer findet Ihr dazu in unserem Heft eine Mischung aus ausführlichen Ratgeberartikeln und sehr persönlichen Erzählungen. Es geht um Themen, wie dem Weg, unseren inneren Kritiker daran zu hindern, uns immer wieder auszubremsen und an uns zweifeln zu lassen. Mehr Dankbarkeit uns selbst gegenüber ist genauso wichtig, wie das Loslassen falscher Erwartungen an das, was wir zu leisten und zu bewerten haben. Oder auch darum, warum es in vielen Partnerschaften dazu kommt, dass Routinen und unausgesprochene Probleme zu einer emotionalen Abkühlung führen, die oft schon durch ein ehrliches und wärmendes „Danke“ gestoppt werden kann.
Der Herbst ist da
Begrüßen wir den Herbst, als Zeit der Ernte und damit auch der Dankbarkeit, aber auch als Zeit des Loslassens. Wir nehmen euch in diesem Heft auf einen Spaziergang durch den nun unübersehbar eingezogenen Herbst mit, inklusive hilfreicher Gesundheitstipps für die ganze Familie und tollen Rezepten für einen deftigen Herbsteintopf – ob mit oder ohne Fleisch. Guten Appetit und viel Spaß beim Lesen!
Hier gibt es die AUSZEIT
Die AUSZEIT Ausgabe 5/2026, ist ab sofort an den Kiosken erhältlich. Die aktuelle Zeitschrift und ältere Ausgaben erhaltet ihr auch online über unseren Auszeit-Webshop oder www.heftkaufen.de. Wir freuen uns sehr über jeden neuen Abonnenten! Besucht auch unsere AUSZEIT-Webseite und erfahrt aktuelle Inspirationen auf unserem Facebook-Profil.
Übrigens: Auch in dieser Ausgabe findet Ihr wieder thematisch passende Affirmationskarten zum Ausschneiden. Auch die das Heftthema aufgreifenden Meditationen sind wieder Bestandteil unserer Ausgabe. Für die Abonnenten liegt wie immer ein kleines, wunderschön gestaltetes Geschenkbüchlein mit inspirierenden Zitaten bei. Die Zitatenbüchlein sind wie auch unsere bisherigen Cover-Kunstdruckkarten und Fensterbilder bei uns einzeln bestellbar.
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