Heute ist Montag und eine neue Arbeitswoche beginnt. Ein neuer Tag Alltag. Und ich? Ertappe mich dabei, wie ich schon vor dem ersten Kaffee gut gelaunt durch die Bude hüpfe, um gleich darauf zu denken: „Ooops… Nein! Es ist doch Montag! Wer montags gute Laune hat, der provoziert. Dem wird üble Absicht unterstellt!“

Denn mal ehrlich, egal wo man an einem Montag auftaucht: Ein langes müdes Gesicht ist Pflicht. Und ein Grummeln hier, ein Maulen dort gehört zum guten Ton – und wenn überhaupt Smalltalk, dann bitte darüber, wie sch… doch dieser Montag ist und wie viele dieser Montage, Dienstage und überhaupt wie lange man diesen Alltagstrott noch „durchhalten“ muss.

Dann noch flott übers Wetter geschimpft und weiter geht’s im Programm…

Ich bin ganz ehrlich – auch ich war früher richtig gut in diesem „Alltagsbashing“. Schon am Sonntagabend ging es los, dass ich schlechte Laune bekam und grummelte, weil ja bald Montag war. Und am Montag selbst war NICHTS gut genug,… Und am Mittwoch war es blöderweise ERST Mittwoch und der heilige Freitag noch so weit weg, die Zeit bis zum wohl verdienten Wochenende noch so lang hin. Und kaum hatte man dann frei und sich einmal um die eigene Achse gedreht, da war schon wieder Sonntagabend und Zeit für schlechte Laune, weil – na Du weißt schon…

Wie gut ich mich an diese Unzufriedenheit erinnere. Und an dieses Hamsterrad-Gefühl! Dieses *wiederundwiederundwiederdergleicheTrott*… Und daran, wie satt ich es hatte!

Dann riss mein Lebensfaden.

Plötzlich war es VÖLLIG egal, ob Montag, Dienstag oder Feiertag auf dem Kalenderblatt stand. Ob es Frühling oder Winter war. Warm oder kalt. Hell oder dunkel. Eine Depression hatte Besitz von mir ergriffen und mir jegliche Lebensenergie abgesaugt. Aufstehen? Rausgehen? Weiterleben? Ich schaffte es nicht… Und ich hatte keine Ahnung, ob sich das jemals wieder ändern würde. Nach Monaten aber war da plötzlich ein Gefühl. Und noch eins. Und noch eins… Und Tränen, die auf einmal meine Wangen hinunterliefen. Warm. Salzig. Verheißungsvoll. Dann irgendwann das Lachen, was zu mir zurückkehrte… Ich war wieder am Leben.

Die Herbstsonne kitzelt meine Finger, während sie über die Tasten gleiten, um diese Zeilen zu schreiben. Neben mir steht ein frischer Pott Kaffee und meine Lieblingsduftkerze flackert vor sich hin… Ja, heute ist Montag. Der Beginn einer neuen Arbeitswoche. Ein neuer Tag Alltag. Und ich bin unendlich dankbar dafür.

Weiterlesen:

 

 

Über den Autor

Anja Neuberg (37) war nach ihrem Studium der Germanistik und Betriebswirtschaftslehre viele Jahre lang im Bereich Marketing tätig. Dann hat ihr das Leben eine Auszeit verpasst… Heute bezeichnet sie sich als „leidenschaftlich dem Moment verbunden“ und verdient ihr Geld als schreibende Achtsamkeitstrainerin. Auf ihrem Blog und in ihren Texten generell dreht sich alles um die Lust am Leben, um ihre Erfahrungen mit dem Thema Achtsamkeit und den ein oder anderen ganz persönlichen Aha-Moment im Alltag. Mehr von Anja: Lebenistansteckend

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.