Es ist so einfach, sich in vielen kleinen Situationen Gutes zu tun und sogar Gewohnheiten in Genussmomente zu verwandeln. Was es dazu braucht? Eine Portion Verspieltheit und alle fünf Sinne. Ein Inspirationsguide für mehr Genuss.

Wie können wir dem Geheimnisvollen und dem Glück, das manchmal zwischen den Zeilen wohnt, auf die Sprünge helfen? Ganz einfach. Mit bewusstem Genießen und Schaffen von Glücksmomenten. In fast jeder Situation unseres Alltags. Unser Blick vermag das Glück zu definie- ren. Wenn wir ihn mit einer Prise kindlichem Staunen versetzen, dem Staunen über die Kleinigkeiten, sehen wir, wie viel Wohlgefallen ein ganzer Tag für uns bereithalten kann!

Ein Zimtkrönchen auf dem Milchkaffee, der Duft alter Bücher oder ein Kompliment (an oder von uns) – Es gibt unzählig viele kleine Glücksschnappschüsse, wenn wir sie nur zulassen. Oft flackern sie kurz auf, entfalten sich im Moment und lassen einen kurz innehalten. Diese Genussmomente hinterlassen eine Spur aus Leichtigkeit und Wohlgefühl. Dieser Spur dann immer wieder in der Erinnerung zu folgen, kann selbst auch wieder zum Genuss werden. Auch das macht den ganz besonderen Reiz dieser Momente aus. Aber wie kreiert man sie? Im Prinzip kann man morgens damit beginnen und sie sich wie einen roten Faden durch den Tag ziehen lassen.

Sweet Morning Genüsse

Licht & Luft: Vorhänge und Fenster weit auf, den Tag reinlassen und Impulse wachkitzeln!

Kerzen: Es ist noch dunkel? Stellen sie eine Kerze auf den Frühstückstisch, als stünde etwas Besonderes an.

Sanft wach werden für Eulen: Kaffee im Bett, Musik an, Zeitung lesen.

Lerchen & Eulen: Raus aus den Laken, ab unter die Dusche und spritzig nach Lemongras oder Orange duftendes Duschgel oder Peeling verwenden.

Frühstück: Variieren Sie ruhig mal. Trauen Sie sich was! Wie wär’s mit Oliven und Pita oder Apfel-Zimt- Porridge?

Tagträume genießen

Genuss hat manchmal etwas mit Abwechslung im Alltag zu tun und dazu braucht es keinen großen Aufwand. Verreisen Sie! Und zwar in die eigene Wunschlandschaft, in Gegenden, die keinen Platz im Rhythmus der täglichen Verpflichtungen finden. Manchmal sind sie verschüttet oder wir wissen eigentlich gar nicht, wovon wir träumen. Viele schöne Situationen sind flüchtig, doch manche Eindrücke lassen sich festhalten. Konservieren Sie kleine Erinnerungen für schöne Zeit- oder Gedankenreisen. In einem persönlichen Buch oder einer Schachtel. Das können Konzertkarten, Blätter eines Herbstspazierganges, Zitate, Duftproben oder auch Bilder von Orten sein, die sie gern bereisen würden. Ob sie das je tun, ist gar nicht so wichtig. Tagträume können sehr inspirierend sein! Ein persönliches „Glücksbuch“ bietet dabei auch die Möglichkeit, Ideen festzuhalten oder schöne Momente eines Tages einzufangen, um am Abend in deren Vergegenwärtigung leichten Gefühls einzuschlafen.

Carpe Diem

Spazierengehen: In der Mittagspause, um den Kopf frei und die Glieder fit zu bekommen. Ausgedehnt an freien Tagen inkl. Laub aufwirbeln, Kastanien sammeln und Herbstluft einsaugen. Bei Sauwetter! Danach einkuscheln, Tee trinken und glücklich sein.

Verwöhnrituale: Schaffen (Vor-) freude! Mittwochs: Sauna. Oder Samstag: Frisches Essen vom Wochenmarkt, dann Brunch zubereiten. Sonntag: „Guilty Pleasure Day“, im Bett, mit Eis und DVDs.

Albern sein: (Laut!) lachen, Komplimente machen. Ab und zu das innere Kind pflegen kann Wunder wirken für Stimmung und Ausstrahlung.

Genussradius erweitern

Kaffee und Düfte. Meine süßen Laster seit jeher. Die Kompositionsvielfalt von Düften fasziniert mich. Parfums bilden Gesamteindrücke. Zunächst. Denn je nach Tragedauer bilden sie in ihrer Herz-, Kopf- und Basisnote unterschiedliche Nuancen aus – sogar je nach TrägerIn. Mir bereitet schon allein die Lektüre unterschiedlicher Zusammensetzungen (Pfingstrose, Amber, Pfeffer, Kaschmirholz…ist das nicht lyrisch?) Freude. Ich stelle mir vor, wie es riechen könnte. Manchmal gehe ich in eine Parfümerie und teste den Duft aus purer Neugier. Das ist Genuss für mich. Sinnliche Beschäftigung, die Vorstellungen in meinem Kopf kreiert und manchmal mit konkreten Eindrücken ergänzt. Als ich irgendwann anfing, mich genauer in die Welt des Kaffees und seiner vielen möglichen Geschmacksspektren einzulesen, geschah ähnliches. Bereits die Vorstellung einer Sorte mit schwerem, schokoladigen Timbre und Röstaromen macht mich glücklich und lässt mich durch Kaffeeröstereien lustwandeln und entdecken. Nicht primär um etwas zu kaufen, sondern aus dem Moment heraus. Der Genussradius lässt sich beliebig ausweiten: Stöbern Sie in Antiquariaten. Jede alte Fotoschachtel oder jeder Spiegelschrank erzählt eigene verwunschene Geschichten. Oder genießen Sie neue literarische Impulse, sei es im Feuilleton oder (ein Hoch auf den Büchereiausweis!) inmitten gut sortierter Regale.

Licht für graue Tage

Hundstage. Jeder kennt sie, niemand mag sie. Es sind die Tage, die nicht richtig hell werden wollen. Genau wie man selbst und die eigenen Gedanken. Legen Sie eine glamouröse Platte auf (Empfehlung des Hauses: Ella Fitzgerald, Edith Piaf) werfen Sie sich in Schale, probieren Sie Stücke aus Ihrem Schrank, die sonst nicht das Tageslicht entdecken – ob Sie jemand sieht oder nicht, spielt keine Rolle! – trinken ein Glas Rotwein und singen laut mit. À propos Platten…

Die eigene Musiksammlung hält hie und da ebenso viel Vergessenes und nie Entdecktes für Sie bereit. Geben Sie sich alten klanglichen Liebschaften hin oder finden Sie neue Lieblingsstücke. Überlegen Sie mal, welche ganz verschiedenen Musiktitel Sie in ganz besonders schönen Situationen begleitet haben und stellen Sie Ihre Best-Moments- Playlist zusammen. Genuss pur, oder? Ganz nebenher lassen sich übrigens neue CDs oder Playlists für Autofahrten, Kochabende und Verwöhnstunden gestalten. Da man an Hundstagen besonders verkopft und grüblerisch ist, kann es Wunder wirken, etwas mit den Händen zu machen. Es gibt unzählige Do-it-yourself-Anleitungen für Kreatives und Handgemachtes im Internet. Das Basteln (alternativ auch Gartenarbeit oder Kochen) rückt den Fokus auf die Tätigkeit statt das Reflektieren und am Ende hat man schönen (oder im schlimmsten Fall lustigen) Output. Wartet Ihr altes Instrument darauf, mal wieder zum Einsatz zu kommen? Probieren Sie es aus, vielleicht finden Sie neuen Zugang. Und wenn dies alles nicht hilft, wartet immer noch ein duftender Kaffee und ihr Lieblingskuchen im Café ums Eck. Der Tag hält einiges an Genussmomenten bereit… <

Über den Autor

Ich mag es, den Radius meiner Welt zu erweitern. Mit allen Sinnen, Zwischentönen und flirrenden Reflexionen, die es mit sich bringt. Reisen, Gespräche, Kulturarbeit und die Rezeption von Literatur, Musik und Theater inspirieren mich und schaffen Impulse. Sie lenken den Blick auf die kleinen und großen Besonderheiten, die uns umgeben, den Zauber, der zwischen Zeilen und in Brüchen begriffen ist. Nach welchen Facetten können wir unser Leben gestalten und was macht uns als Menschen im Spannungsfeld sozialer, individuell-freiheitlicher und politischer Interessen aus? Bei meiner Arbeit für die Auszeit versuche ich vor allem ersterem auf den Grund zu gehen und schreibe über Themen rund um Nachhaltigkeit, Entschleunigung und Kreativität. Fehlt es mir selbst mal an Entschleunigung, sind (Power-) Yoga oder ein Rückzug in die Natur das, was mir wieder Kraft gibt und mich tief durchatmen lässt.

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