Einkaufen. Manchmal mag ich es. Manchmal mag ich es nicht. An Tagen, an denen ich es schnell und zackig irgendwo dazwischen schieben muss, mag ich es GAR NICHT. Weil ich dann nicht in Ruhe durch die Regale schlendern kann, um zu schauen und zu überlegen, um zu lesen und zu stöbern… Naja, du weißt schon.

Und eben GENAU an solchen Tagen habe ich dann meist auch noch Augenringe bis zum Knie, olle Strubbelhaare, nen Fleck aufm Pulli und fühle mich wie *schnellwiederraushierbevormichjemand-sieht*… Jaaaaa, du ahnst vielleicht, in welche Richtung sich das jetzt entwickelt… Genau! Ich treffe natürlich jemanden. Jemanden, der mich kennt. Nicht gut. Nur so halb… Aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig jetzt. Denn mir geht es ja eigentlich um etwas ganz anderes… Nämlich um diese Frage, diese unausweichliche Frage, die oft der Einstieg in ein Gespräch ist. Und die mich mehr und mehr vor eine echte Herausforderung stellt:

„Na? Wie geht`s Dir?“

Puuuh…. Ich atme mittlerweile erst einmal laaange ein, wenn sie kommt. Diese Frage. Und dann laaange aus. Nochmal ein. Nochmal aus… Zeit gewinnen… Denn ich mag nicht. Ich mag nicht mehr das sagen, was alle sagen und dann meinen Einkaufswagen weiter durch die Regale schieben. Und ich mag auch nicht mehr hören, was alle sagen und dann zur Tagesordnung übergehen.

Ich mag so nicht mehr…

Viel lieber mag ich mit Augenringen und Strubbelhaaren einkaufen gehen. Und dort auf Menschen treffen, die in Ruhe durch die Regale schlendern. Und wenn wir uns kennen, dann bleiben wir stehen. Freuen uns, den anderen zu sehen. Und erzählen uns, wie es uns WIRKLICH geht. Hören einander zu. Nehmen uns Zeit. Lachen. Und finden das alles völlig normal. Doch das reale Leben, das macht da nicht mit. Spuckt uns immer wieder in die Suppe. Mit seinem schnell, schnell, schnell,… Noch dies. Noch das. Ach, du hier? Und in Gedanken sitzen wir schon wieder im Auto zur nächsten Mussichnocherledigen-Station…

Find ich doof…

Find ich wirklich doof. Übrigens genauso wie diese „Alles-super-Alltags-Maske“, die so schick ist in der heutigen Zeit, dass sie scheinbar jeder trägt… Und so hübsch. Und so richtig. Ja, genau, die, die dich dazugehören lässt, dir Sicherheit gibt. Anerkennung? Meinetwegen auch das.

Und wenn ich dich dann im Supermarkt treffe und dich frage, wie es dir geht – dann bist du so abgehetzt und damit beschäftigt aufzupassen, dass das Ding nicht verrutscht…

Aber hey, wenn wir nicht anfangen…

Über den Autor

Anja Neuberg (37) war nach ihrem Studium der Germanistik und Betriebswirtschaftslehre viele Jahre lang im Bereich Marketing tätig. Dann hat ihr das Leben eine Auszeit verpasst… Heute bezeichnet sie sich als „leidenschaftlich dem Moment verbunden“ und verdient ihr Geld als schreibende Achtsamkeitstrainerin. Auf ihrem Blog und in ihren Texten generell dreht sich alles um die Lust am Leben, um ihre Erfahrungen mit dem Thema Achtsamkeit und den ein oder anderen ganz persönlichen Aha-Moment im Alltag. Mehr von Anja: Lebenistansteckend

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