Geburtstag, Weihnachten oder einfach ein kleines Dankeschön zwischendurch: Eigentlich macht es Freude, die beste Freundin zu beschenken. Wäre da nicht jedes Mal diese eine Frage: Was soll es bloß sein? Schließlich kennt man sich seit Jahren, hat schon unzählige Ideen ausgeschöpft – und eigentlich besitzt sie längst alles, was sie braucht.
Die nächste Duftkerze? Hübsch, aber davon stehen vielleicht schon drei im Wohnzimmer. Eine Vase? Wohin damit? Ein dekoratives Schild mit einem Spruch über Freundschaft? Gut gemeint, doch auch die schönste Wohnung verträgt nur eine begrenzte Menge Dekoration. Vielleicht sollten wir deshalb umdenken. Ein Geschenk muss keinen dauerhaften Platz im Regal bekommen, um in Erinnerung zu bleiben. Im Gegenteil: Manchmal sind gerade die Dinge besonders schön, die verbraucht, erlebt, gemeinsam ausprobiert oder irgendwann mit einem Lächeln wieder weggelegt werden können.
Schenke Erlebnisse statt Dinge
Eine der schönsten Alternativen zum klassischen Sachgeschenk ist gemeinsame Zeit. Dabei muss es keineswegs das kostspielige Wellnesswochenende sein. Oft sind es gerade die kleinen Verabredungen, die im Alltag viel zu selten stattfinden. Ein gemeinsames Frühstück in einem Lieblingscafé, ein Nachmittag in der Therme, eine Wanderung mit anschließendem Picknick oder Karten für Kino, Theater oder Konzert schenken nicht nur ein Erlebnis, sondern vor allem eines: Zeit füreinander.
Noch persönlicher wird es, wenn das Geschenk an eine gemeinsame Erinnerung anknüpft. Vielleicht wart ihr früher regelmäßig zusammen tanzen, seid sonntags spazieren gegangen oder habt gemeinsam einen bestimmten Film geliebt. Warum nicht eine kleine Tradition wieder aufleben lassen?
Dinge, die irgendwann wieder verschwinden
Wer trotzdem etwas zum Auspacken überreichen möchte, kann auf Verbrauchbares setzen. Guter Tee, besondere Schokolade, Gewürze, hochwertige Körperpflege, Badezusätze oder ein schönes Öl für die Küche bereiten Freude, ohne langfristig einen weiteren Gegenstand im Haushalt zu hinterlassen.
Auch Blumen müssen nicht immer der klassische Strauß sein. Ein kleiner Kräutergarten für die Fensterbank oder Saatgut für Wildblumen verbindet die Freude am Schenken mit einem kleinen Erlebnis. Man beobachtet, wie etwas wächst – und irgendwann verschwindet es wieder.
Warum schenken wir Erwachsenen eigentlich keine Spielsachen?
Eine weitere Möglichkeit ist überraschender: Wir könnten uns beim Schenken etwas von Kindern abschauen. Kinder bekommen Dinge geschenkt, die keinen vernünftigen Zweck erfüllen müssen. Sie dürfen malen, basteln, bauen, puzzeln und spielen. Bei Erwachsenen scheint dagegen irgendwann die unausgesprochene Regel zu gelten, ein Geschenk müsse entweder praktisch, dekorativ oder luxuriös sein.
Warum eigentlich?
Ein schönes Puzzle kann einen wunderbar entschleunigten Sonntag bescheren. Ein Malbuch für Erwachsene und gute Stifte laden dazu ein, für eine Stunde das Smartphone wegzulegen. Modelliermasse, ein kleines Töpfer-Set oder Materialien zum Schmuckbasteln können längst vergessene kreative Seiten wecken. Vielleicht schenkt ihr euch sogar ein Gesellschaftsspiel, das ausdrücklich für zwei Personen geeignet ist. Der eigentliche Wert liegt dann gar nicht im Spiel selbst, sondern in den Abenden, die daraus entstehen.
Wenn die beste Freundin plötzlich zur Kinderbuch-Heldin wird
Und warum beim Stöbern nicht noch einen Schritt weiter in die Kinderabteilung gehen? Dort findet sich eine Geschenkidee, die eigentlich für Mütter gedacht ist – sich mit ein wenig Fantasie aber wunderbar zweckentfremden lässt.

Personalisierte Kinderbücher machen normalerweise den eigenen Nachwuchs zum Mittelpunkt einer Geschichte. Bei Myposter.de wird dafür ein Foto hochgeladen, aus dem eine illustrierte Figur für das Buch entsteht. Gesicht, Frisur und weitere Merkmale werden aufgegriffen, sodass sich das Kind anschließend selbst in seinem Abenteuer wiedererkennen kann.
Doch wer sagt eigentlich, dass auf dem hochgeladenen Foto unbedingt ein Kind zu sehen sein muss?
Statt des Nachwuchses kann die beste Freundin zum Star der Geschichte werden. Plötzlich reist sie durch ein Tal voller Dinosaurier, erlebt ein fantastisches Abenteuer oder findet sich in einer zauberhaften Bilderbuchwelt wieder. Aus einem eigentlich für Kinder konzipierten Produkt wird damit ein augenzwinkerndes und höchst persönliches Freundinnen-Geschenk.
Besonders schön funktioniert die Idee, wenn das verwendete Foto typisch für die Freundin ist. Ihre charakteristische Frisur, ihre Brille oder ein anderer unverwechselbarer Look können sich in der illustrierten Hauptfigur wiederfinden. Beim Auspacken kommt dann zunächst der Überraschungsmoment – und beim gemeinsamen Durchblättern vermutlich einiges zu lachen.
Natürlich ist ein solches Buch kein klassisches Kinderbuch mehr, wenn es einer erwachsenen Freundin geschenkt wird. Genau das macht seinen Charme aus. Es spielt mit dem Gedanken, dass wir auch mit 30, 40, 50 oder 60 Jahren noch Heldinnen einer fantastischen Geschichte sein dürfen. Und vielleicht erinnert es uns sogar daran, das eigene innere Kind gelegentlich wieder hervorzulassen.
Gerade für langjährige Freundschaften kann daraus ein sehr persönliches Geschenk werden. Denn während die hundertste Tasse irgendwann im Küchenschrank verschwindet, dürfte ein Buch, in dem die beste Freundin plötzlich zwischen Dinosauriern steht, noch Jahre später für Gesprächsstoff sorgen.
Kleine Abenteuer für das innere Kind
Noch spannender wird es, wenn aus dem Geschenk ein kleines Abenteuer entsteht. Eine Schnitzeljagd ist schließlich nicht automatisch nur etwas für einen Kindergeburtstag. Auch eine Freundin kann sich auf die Suche nach kleinen Hinweisen machen, die zu gemeinsamen Erinnerungen, Lieblingsorten oder schließlich zum eigentlichen Geschenk führen.
Ähnlich funktionieren Escape-Spiele für zu Hause, Rätselboxen oder Krimi-Spiele. Statt einen weiteren Gegenstand zu schenken, schenkt man Spannung und einen gemeinsamen Abend. Auch Seifenblasen, ein Drachen für den nächsten Herbstspaziergang, Straßenmalkreide oder ein kleines Set zum Pflanzen und Experimentieren können überraschend viel Freude bereiten. Natürlich kommt es dabei auf die Freundin an. Doch gerade zwischen Menschen, die sich lange kennen, darf ein Geschenk manchmal ein bisschen albern sein.
Gemeinsam etwas Neues lernen
Ein Geschenk kann auch der Anfang eines neuen Hobbys sein. Vielleicht wolltet ihr schon immer einmal töpfern, Makramee ausprobieren, Sushi rollen oder lernen, wie man Blumenkränze bindet. Ein gemeinsamer Workshop nimmt dabei gleich zwei Hürden: Niemand muss allein hingehen und der Termin sorgt dafür, dass aus dem guten Vorsatz tatsächlich ein Erlebnis wird.
Wer lieber zu Hause bleibt, kann eine kleine „Wir probieren das jetzt einfach aus“-Box zusammenstellen. Darin befinden sich beispielsweise Materialien für Aquarellmalerei, Kerzenziehen, Handlettering oder einen gemeinsamen Kochabend. Perfektion ist ausdrücklich nicht erforderlich.
Erinnerungen statt Dekoration
Fotos sind wunderbare Geschenke – doch auch hier muss es nicht zwangsläufig der nächste Bilderrahmen sein. Eine kleine Schachtel mit ausgedruckten Fotos, Eintrittskarten, alten Nachrichten oder Erinnerungsstücken nimmt kaum Platz ein und erzählt trotzdem eine gemeinsame Geschichte.
Eine besonders persönliche Idee ist ein Glas oder eine kleine Box mit Zetteln: „Weißt du noch …?“, „Das bewundere ich an dir“, „Das müssen wir unbedingt noch zusammen machen“ oder „Darüber muss ich heute noch lachen“. So entsteht ein Geschenk, das nicht teuer sein muss und dennoch kaum jemand anderes schenken könnte.
Schenke eine Verabredung mit der Zukunft
Freundschaften leiden selten darunter, dass man sich nichts mehr zu sagen hätte. Viel häufiger fehlt schlicht die Zeit. Deshalb kann ein Geschenk auch ein kleines Versprechen sein.
Zwölf Umschläge könnten beispielsweise zwölf gemeinsame Unternehmungen für das kommende Jahr enthalten: im Januar zusammen frühstücken, im März einen Frühlingsspaziergang machen, im Juni Eis essen gehen, im August ein Picknick veranstalten und im Dezember gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gehen.
Dabei geht es nicht darum, zwölf kostspielige Unternehmungen zu finanzieren. Das eigentliche Geschenk lautet: Wir nehmen uns Zeit füreinander.
Ein Geschenk darf auch wieder gehen
Vielleicht hilft beim Aussuchen schließlich eine ganz einfache Frage: Muss dieses Geschenk wirklich für immer bleiben? Wir verbinden Wert häufig mit Dauerhaftigkeit. Dabei kann eine Tafel außergewöhnlicher Schokolade nach einem Abend verschwunden sein und trotzdem mehr Freude bereitet haben als ein Dekorationsgegenstand, der jahrelang unbeachtet im Regal steht.
Ein Geschenk unter Freundinnen muss deshalb weder groß noch teuer sein. Es darf gegessen, benutzt, verspielt, verbastelt oder gemeinsam erlebt werden. Und manchmal darf es uns sogar wieder zu Kindern machen. Denn wenn eine Freundin tatsächlich schon alles hat, was sie braucht, ist vielleicht genau das die schönste Geschenkidee: nichts, was sie besitzen muss – sondern etwas, das sie fühlen, erleben oder mit dir teilen kann.

