Es gibt Momente im Leben, die laufen aus dem Ruder. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, manchmal gravierende Einschnitte. Doch es gibt eines, das immer hilft – Schokolade.

Das Leben könnte so schön sein, wäre es nur ein Werbeclip: Eine wunderbare Familie, tolle Freude, jede Menge Spaß, Reisen, Zeit für Hobbys und immerzu hat man ein seeliges Lächeln auf dem Gesicht, als sei das große Geheimnis des Glücks doch ganz simpel. Die eigene Welt kann da nicht mithalten, sie ist kein Werbefilm. Es gibt Höhen und Tiefen, grandiose Momente und Schicksalsschläge, die tief unter die Haut gehen. Dabei wirken die negativen Wendungen des Lebens meist deutlich stärker in uns nach, als die positiven.

Chaos der Gefühle

Glücksmomente lösen ein eher kurzzeitiges Hochgefühl aus, manchmal nur für ein paar Minuten, manchmal für ein paar Tage. Doch dann legt sich der Freudentaumel wieder. Gerät unser Leben dagegen in Schieflage, hallt das meist viel länger in uns nach. Das Ziel, das man einfach nicht erreichen kann, die Ansprüche, denen man nicht gerecht wird oder auch die Beziehung, die in die Brüche geht.

Was auch immer es ist, die Wirkung ist dieselbe: Die Situation frustriert uns, bringt uns vielleicht sogar zum Weinen und treibt uns an den Rand der Verzweiflung, weil wir aus der Misere keinen Weg finden. Ist dieses seelische Ungleichgewicht erst einmal erreicht, ist es Zeit für einen treuen Freund, der jeder Zeit und in jeder Lebenslage für uns da ist: Schokolade.

Wie im Film

Kennst du die Szene in „Bridget Jones“, in der sie frustriert in eine dicke Decke eingewickelt und mit einem großen Becher Eiscreme durch ihre Wohnung streift? Bestimmt. Und wenn nicht, macht das auch nichts, denn diese Szenerie gehört mittlerweile zum festen Repertoire für romantische Liebesfilme. Irgendwann im Lauf der Handlung fällt die Protagonistin in ein emotionales Loch: Sie wurde von ihrem Freund verlassen, ihr Schwarm trifft sich mit einer anderen oder lässt sie eiskalt fallen, während sie gedanklich schon den gemeinsamen Liebesurlaub plant.

Und dann kommt er zum Einsatz, der Seelentröster Nummer eins: Eine große Portion Schokolade, mit der sie ihr verwundetes Herz tätschelt. Das kann ein riesiger Becher Eis sein oder auch ein ganzer Kasten Pralinen, den sie Stück für Stück verschlingt, während sie ihrem Kummer entweder allein freien Lauf lässt oder sich bitterlich bei der besten Freundin über die Ungerechtigkeit des Lebens beklagt.

Schokolade als Seelentröster

Wenn du nun ehrlich zu dir selbst bist, wirst auch du feststellen, dass du so einen Moment auch schon erlebt hast. Einen Moment, in dem du so frustriert oder auch deprimiert warst, dass du dir einen ganzen Becher Eis oder eine ganze XXL-Tafel Schokolade gegönnt hast, um die Welt zumindest ein klein wenig wieder ins Lot zu bringen. Rational betrachtet, macht das natürlich keinen Sinn: Ein halbes Kilo Schokoladeneis im Bauch zu haben, verändert nichts an der Situation. Die Prüfung ist deswegen immer noch nicht bestanden, die Krise nicht überwunden und auch die Beziehung ist dadurch nicht wieder intakt. Doch wir fühlen uns besser, zumindest für den Moment.

Denn Schokolade setzt Glückshormone in uns frei, die den Druck in unserer Brust ein wenig verringern. Die uns in kleinen Häppchen ein wenig Genuss und Freude gewähren, wo sich die Welt doch gegen uns verschworen zu haben scheint. Löffel für Löffel. Oder eben Stück für Stück.

Es geht dabei nicht darum, seinen Hunger zu stillen, nicht den körperlichen jedenfalls. Es ist unsere Seele, die nach Streicheleinheiten verlangt – und die bekommt sie nicht nur in Form netter Worte von Freunden, sondern auch dadurch, dass wir uns etwas gönnen. Etwas Großes. Und Unvernünftiges. Denn dass eine ganze Box Eis oder eine ganze XXL-Schokoladentafel nicht gesund und förderlich für die Figur sind, ist uns allen bewusst. Doch in solchen Momenten spielt diese Rationalität keine Rolle mehr. Als würde unser verwundetes Herz rufen „Jetzt erst Recht!“ löffeln wir uns durch den ganzen Eisbecher, weil jeder Happen unser aufgewühltes Inneres ein klein wenig besänftigt.

Ein bisschen Frieden

Dabei muss eine solche Schlemmerei keineswegs immer etwas mit der Liebe zu tun haben. Es gibt unzählige Situationen, in denen wir ein süßen Trostpflaster gebrauchen können. Und wir geben uns diesem Verlangen auch bereitwillig hin. Das kann ein nervenaufreibender Ausflug mit den Kindern sein, ein unangenehmes Gespräch mit dem Chef oder auch ein Streit mit einem guten Freund – unsere Nerven sind überstrapaziert, wir fühlen uns ungerecht behandelt oder erdrückt von den Erwartungen, die an uns gestellt werden.

Und dann greifen wir zum Löffel, um uns in all dem Gefühlschaos wieder ein klein wenig gut zu fühlen. Schokolade löst zwar nicht das Problem, doch sie schenkt uns ein wenig von dem inneren Frieden, den wir brauchen, um die nötige Energie zu haben, uns tatsächlich aus der jeweiligen Misere zu befreien.

Dieser Artikel stammt aus der ICH BIN, das noch viele weitere tolle Themen für Euch bereithält.

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