Hallo Du lieber Mensch, Wir sind bei Tag 4 unserer Achtsamkeits-Challenge. Heute ist es Zeit für eine Entscheidung. Du hast großartig, wir alle haben wunderbar auf der Gefühlsebene zusammen gearbeitet und jetzt ist es an der Zeit, auch unseren Kopf einzubeziehen. 

Denn die mentale Ebene funktioniert anders als unsere Gefühlswelt. Während unser Herz sicher ist, dass der Weg, den wir gerade gehen, der Richtige ist, braucht unser Kopf noch einen Extra-Stupser, damit er diesem auch zustimmen kann. Der Kopf möchte gerne verstehen, er hinterfragt, äußert Zweifel und sucht ständig nach „besseren“ Alternativen. 

Dafür bin ich meinem Kopf auch außerordentlich dankbar!

Um unsere mentale Ebene mit ihrer ganzen Kraft als Partner auf unserem Weg zu mehr Achtsamkeit zu gewinnen, wollen wir heute eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung macht den Kopf frei, sie entlastet uns, denn das Gedankenkarussel, das stetig die Frage nach dem Richtig oder Falsch gegeneinander abwägt, kommt so zum Stehen. Deswegen finde ich Entscheidungen so großartig. Du kannst dir das vorstellen wie bei einem Marathon. Während unser Herz schon längst losgelaufen ist, achtet unser Kopf noch auf den Startschuss, darauf, dass wir Schritt für Schritt unsere Kraft einteilen und auch in der richtigen Bahn bleiben. Irgendwann holt der Kopf dann das Herz ein und läuft mit ihm idealerweise im gleichen Takt.

Dann können sich die beiden gegenseitig motivieren, jeder aus seiner ganz eigenen Sicht. Denn ab einem bestimmten Punkt braucht es neben Enthusiasmus und dem Gefühl, das Richtige zu tun eben auch die mentale Bestätigung, dass das Richtige auch WIRKLICH das Richtige ist. Wir brauchen diese Bestätigung um den Willen aufzubringen, der den Schwung des guten Anfangs in die Energie umwandelt, die es für das Durchhalten auf dem gesamten Weg bis zum Ziel braucht. 

Um Herz und Kopf so in Übereinstimmung zu bringen, braucht es zuallererst eine Entscheidung. In unserem Fall eine Entscheidung FÜR diese eine, klitzekleine Sache, die du dir vorgenommen hast.

Deine Aufgabe heute: Entscheide dich für dich.

Ich möchte dir zwei Sachen vorstellen, die du gerne beide machen kannst und du suchst dir die Aufgabe heraus, die du mehr magst.

  1. Der Klassiker bei der Entscheidungsfindung:

Schreib dir bitte eine Liste auf ein Blatt:

„Das spricht dafür/Das spricht dagegen“

In der Arbeitsvorlage findest du die Liste für dich bereits vorbereitet.

Nimm dir zehn Minuten Zeit dafür. Nicht mehr. Schreibe alle Argumente auf, die dir dazu einfallen. Nach zehn Minuten ist Schluss (bitte!). Denn es geht darum, die Dinge zu finden, an die du zuerst denkst, die dich also wirklich bewegen, wenn du an deine Entscheidung denkst. Alles andere kommt erst später und ist üblichweise ohnehin unwichtig, zumindest nicht so wichtig, dass es deine Entscheidung beeinflussen sollte. 

Also: Lass dich nicht verwirren und grübel nicht länger nach, als wirklich nötig. Es geht auch nicht darum, 100 Stichpunkte auf jeder Seite zu sammeln. Einer Reicht – und dir wirst merken, wenn dieser der entscheidenden Punkt für dich ist. Vielleicht bleibt eine Spalte auch ganz leer, auch das darfst du zulassen.

Mit dieser einfachen, aber sehr effektiven Methode visualisierst du dir deine Argumente. Du kannst deine Entscheidung auf Basis der Dinge treffen, die dich im Kopf und im Herzen bewegen. So findet beides zueinander und kann von dir gegeneinander abgewogen werden.

Also, du lieber Mensch – Was spricht FÜR diese eine, klitzekleine Sache, die du dir vorgenommen hast, und was spricht gegen sie?

2. Das 10-10-10 Experiment

Mit der zweiten Methode kannst du eine Entscheidung finden aber auch eine einmal in Erwägung gezogene noch einmal überprüfen. Sprich, du kannst die auf Basis deiner Liste getroffene Entscheidung noch einmal treffen und, was noch viel besser ist: Du kannst dich in die Folgen deiner Entscheidung hineindenken, quasi eine doppelte Bestätigung für deinen Kopf herbeiführen. Viel mehr können wir unserer mentalen Ebene nicht schenken …

Die Methode stammt nicht von mir, ich nutze sie aber tatsächlich regelmäßig. Entwickelt hat sie Suzy Welch, selbst Coachin und Autorin. Sie hat ihr die Bezeichnung „10-10-10 -Methode“ gegeben. 

Kurz gesagt überprüft sie unsere Entscheidung daraufhin, welche Auswirkungen Sie in 10 Minuten – 10 Monaten – 10 Jahren hat. Sie projiziert also die Entscheidung von heute in die Zukunft. So erkennen wir ihre wirkliche Tragweite und Wichtigkeit. Und auch 10 Minuten später sind bereits Zukunft, nur eben die ganz nahe. Schon in 10 Minuten erkennen wir, welche unmittelbaren, ziemlich direkten Konsequenzen eine Entscheidung hat. An dieser Stelle kann dir sehr gut dein Bauchgefühl helfen, hier kommt unser Kopf noch nicht so sehr ins Spiel. 

Die 10 Monate stehen für die mittelfristigen Auswirkungen deiner Entscheidung. Das ist noch keine Zeitspanne, die wir schwer überblicken können, sie liegt auch noch nahe genug an der Gegenwart, um unmittelbare Auswirkungen auf unser Leben im Hier und Jetzt gut einschätzen zu können. Bei dieser Zeitebene geben wir unserem Kopf besonders viel zu tun, denn das können wir meist in mehreren Handlungssträngen „vordenken“ – zumindest glauben wir das, denn letztlich wissen wir ja nicht einmal, was in den nächsten 10 Sekunden unseres Lebens wirklich passieren wird. Aber dennoch sind wir in der Lage gegeneinander abzuwägen, was bei einem JA oder Nein mit unserem Leben passieren KANN. 

Das 10-10-10 Experiment

Blicken wir auf den Zeithorizont von 10 Jahren wird das schon schwieriger, aber auch das können wir mental durchaus erfassen. Denn es geht um die Frage, auf was wir in unserem Leben einmal zurückblicken wollen. Was und wie wir zukünftig leben wollen. Es sind die existenziellen Fragen, die wir uns hier stellen und genau das ist auch gut so, denn jede Entscheidung, sei sie noch so klein, kann uns begleiten bis an unser Lebensende und manchmal auch darüber hinaus. Stell di z.b. vor, Goethe hätte sich entschieden, den „Faust“ nicht zu schreiben – tausende Schüler*Innen würden heute „irgendetwas“ anderes als Pfichtlektüre zu ihrem Abschluss lesen. Wir spüren tief in uns, dass eine Entscheidung wichtig ist. Deswegen nehmen wir uns auch gerne viel Zeit beim Entscheiden und versuchen uns möglichst lange alle Optionen offen zu halten. Denn einmal entschieden kann es sein, das uns ein Weg nicht mehr zur Verfügung steht.

Unsere mentale Ebene wird die 10-10-10 Übung lieben! Denn sie ist so schön rational und versucht alles im Vorfeld einer Entscheidung gegeneinander abzuwägen und zu gewichten. Gerde kopfbetonte Menschen wie ich kommen damit prima zurecht. Vielleicht ist sie ja auch für dich einen spannende Methode. 

Schreib dir also am besten auf ein Blatt (im Arbeitsblatt findest du einen vorbereiteten Bereich), welche Dinge dir dazu in den vorgestellten Zeitabständen einfallen. Mal dir sozusagen deine Zukunft.

Bitte verliere aber bei allem Kopfeinsatz heute nicht aus deinen Blick, um was es wirklich geht: Nämlich um deine eine, klitzekleine Sache, die du so großartig an dir findest. Um sie wollen wir uns ja gemeinsam kümmern.

Insofern wünsch ich dir, dass du heute mit deinem Kopf bestätigst, was dir dein Herz gesagt hat. 

Wenn das für Dich so paßt, notiere bitte ein großes

„JA“

in deinem Arbeitsblatt. Wenn du magst, poste auch auch „JA. JA. JA….“ hier in den Kommentaren bei Instagram.

Denn auch das Teilen der Entscheidung kann ihrer Manifestation zuträglich sein. Danke dafür. Natürlich kannst du die Entscheidungshilfen auch für alle anderen Entscheidungen anwenden, die du treffen musst oder willst.

Ich wünsche dir einen schönen Tag. Bis heute Abend.

Dann will ich dir noch eine verblüffende Übung für eine Entscheidungsfindung vorstellen, mit der Du Herz und Kopf in Sekunden gut in Einklang miteinander bringen kannst.

Bis dahin,

Stefan

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