Wenn wir an unsere Kindheit denken, erinnern wir uns gerne an viele schöne Erlebnisse mit den Eltern, Geschwistern und Freunden bei vielen Aktivitäten. Gemeinsame Schwimmbad- und Theaterbesuche, Weihnachten, Ostern, Schlittenfahrten, Spiele in der Natur gehören zu den schöneren Erinnerungen. Aber auch die Angst im Dunkeln begleitet viele Menschen ihr Leben lang.

Oft beschlich uns als Kind bereits am Nachmittag ein ungutes Gefühl, wenn wir an die bevorstehende Nacht dachten. Sobald wir im Bett waren baten ich die Mutter, einen Türspalt aufzulassen, damit etwas Licht in das Zimmer eindringen konnte. Während sich die Eltern noch im Wohnzimmer aufhielten, war alles in Ordnung. Doch wenn diese im Schlafzimmer verschwanden und es dann still und dunkel wurde, überfiel schon damals viele eine unvorstellbare Panik und wir konnten uns kaum noch bewegen. Oft lagen wir bis zum Morgengrauen in dieser Schockstarre bis uns die dunklen Mächte wieder losließen. Und jeden Tag hofften wir rechtzeitig einzuschlafen, bevor die Eltern ins Bett gingen.

Die immer wiederkehrende Angst in der Nacht

Auch in der Jugendzeit und im erwachsenen Alter kehrt diese Angst bei vielen Menschen regelmäßig zurück. Tagsüber fragen sich viele, warum, sobald das Licht ausgeht, sie diese entsetzliche Angst überfällt. Auch – und gerade im Winter – wenn es früh dunkel wird, überkommen uns manchmal ungute Gefühle. Der Verstand sagt uns, dass es im Dunkeln an sich doch nicht gefährlich sei, aber das Gefühl spielt in der Dunkelheit sein eigenes Programm.

Kindern bringen die Geschwister im gemeinsamen Zimmer oft Beruhigung in der Nacht. Auch wenn es die „kleineren“ sind, beruhigte es uns, wenn sie mit im Zimmer schliefen. In dieser Zeit verlor die Nacht ein wenig ihren Schrecken. Wenn es nach der Ausbildung aber in die erste eigene Wohnung geht, kehrt die Angst zurück. Auch in Partnerschaften beschleicht viele dieses ängstliche Gefühl in der Nacht, wenn der Partner auf Reisen ist. Wir müssen jedoch lernen, dass alle Menschen mit Ängsten zu kämpfen haben. Die Kindheitsängste vor der Dunkelheit sind nicht auf traumatische Erlebnisse zurückzuführen, sondern auf erlernte Angstmuster, die man erst wieder „verlernen“ musste. Aber: Ängste, die uns Menschen lange begleiten, verschwinden nicht von heute auf morgen.

Die Schatten der Dunkelheit überwinden

Als erwachsene Menschen versuchen wir uns einfach klarzumachen, dass die Dunkelheit nichts Schlimmes ist und die Nacht doch auch etwas Beruhigendes hat. Aber diese rational richtige Erkenntnis verhindert nicht, dass wir immer noch Angst in der Dunkelheit verspüren. Diese Ängste sollten aber bei weitem nicht mehr so schlimm wie früher sein. Sprich offen über deine Ängste und akzeptiere sie, das nimmt ihnen ihre Kraft und Macht über dich. Es erleichtert dich sehr, in Familie und Freundeskreis darüber offen zu reden.

Versuche es einmal mit progressiver Muskelentspannung und räume vor dem Schlafengehen positiven Gedanken genügend Zeit ein. Großartig helfen auch Atemübungen und Entspannungsmusik, um dich in einen relaxten Zustand zu bringen. Ab und zu wird das böse Nachtgespenst „Angst“ wieder auftauchen. Vielen hilft es prompt, wenn sie im Schlafzimmer ein kleines Nachtlämpchen brennen lassen. Auf Reisen hilft gerne schon eine Nachtleuchte für die Steckdose, die dazu dient, dass dich die Dunkelheit in der Nacht nicht völlig einhüllt.

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