In einem Winter vor einigen Jahren war ich von einem plötzlichen gesundheitlichen Problem betroffen, welches mich in eine berufliche Sackgasse führte und mir viel Kraft raubte.

„Sie sind überarbeitet. Ruhe und Erholung sind die einzigen Mittel, um gesund zu werden“,

sagten mir die Ärzte.

Die erzwungene Aufgabe meines Arbeitsplatzes ließ mich mit dem Gefühl zurück, ein totaler Versager zu sein. Ich fühlte mich verloren, verwirrt und frustriert, als die Dunkelheit mein Selbstwertgefühl verschlang. Warum musste ich so hart arbeiten und bekam dafür noch nicht einmal die verdiente Anerkennung? Ist diese Erkrankung alles, was ich für das Streben nach Exzellenz in all diesen Jahren bekomme? Ich bin wertlos! Als stets erfolgreicher Mensch, gelegentlicher Überflieger und Perfektionist fühlte ich mich von einem Sturm der Scham überwältigt. Ich verfiel in Bitterkeit und war in einem Gefühl der Ungerechtigkeit gefangen, bis ich eines Tages erkannte, dass ich mit mir selbst kämpfte, und der selbstvernichtende Quotient verschwand auf einmal.

„Was willst du, Universum? Siehst du nicht, dass ich leide?“, raunte es aus mir heraus.  Auch wenn die Spiritualität damals nicht mein Ding war, hörte ich buchstäblich eine klare Stimme: „Übernimm die Verantwortung für dein Leben. Mach dir ein Bild von deinem Leben!“ Das löste etwas in mir aus, und ich begann mich zu fragen, warum ich in dieses Schlammloch geraten war.

Verbindung mit meinem jüngeren Selbst

Mit geschlossenen Augen sah ich ein siebenjähriges Kind. Ihm wurde Selbstdisziplin bei akademischen Leistungen eingebläut, und es sollte sich stets selbst übertreffen und hart arbeiten. Das einzige Ziel des Kindes war es, auf ein Podest zu gelangen, um von seinen Eltern für dessen Güte und Intelligenz gepreist zu werden. Da das Kind aus einer Familie stammte, in der Lob wie eine Fremdsprache war, war es nicht so, dass Kinder allein für ihre Arbeit oder ihr bestes Bemühen belohnt wurde. Stattdessen lies die Haltung der Eltern eher darauf hindeuten, dass die Kinder in einer Form oder der anderen einen Fehler gemacht haben und es besser machen könnten, wenn sie noch härter arbeiteten, um noch mehr zu erreichen. Zu hören, wie die eigenen Eltern wahllos Komplimente an andere, fremde Kinder im gleichen Alter verteilen, hat das Kind gereizt. Es konnte nur diese Schlussfolgerung ziehen: Mein Bestes ist nicht gut genug, also muss ich es noch härter versuchen, sonst werde ich nicht der Liebe und Aufmerksamkeit meiner Eltern würdig sein. Von da an verlangte das Kind immer stärker nach Komplimenten und Zustimmung.

„Großartige Arbeit, mach weiter so!“. Diese einfachen Kommentare waren wie Wasser für dessen nach Aufmerksamkeit durstende Seelenmühle. Jahre später wurde das Kind zu einem wahren Überflieger, zu einem Perfektionisten und einer Person, welche den Wettbewerb mit anderen liebt. All das half ihr, Selbstvertrauen durch Komplimente von anderen Menschen zu gewinnen. Wenn die Person jemals einen negativen Kommentar hörte, konnte dies den ganzen Tag ruinieren. Sie würde nach Hause entmutigt nach Hause gehen und die geistige Peitsche auspacken, weil sie wieder versagt hatte. Bis diese Person eines Tages erkannte, dass sie alles verloren hatte. Ihr körperliches und emotionales Wohlbefinden war bankrott gegangen. Schlimmer noch, ihre Authentizität war den Abfluss herunter gespült worden. Auch heute fühle ich immer noch ihre Schmerzen, die Unsicherheit, die Angst vor Ablehnung und das starke Bedürfnis, geliebt zu werden, alles verpackt unter einer menschenfreundlichen Maske.

Der Pfad der Rückkehr zur Wahrheit

Tief in meinem Kern wusste ich, dass meine Mutter und mein Vater, genau wie viele andere typische Eltern, ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen wollten, als sie es selbst hatten. Sie glaubten, dass ihre Kinder dies durch exzellente Leistungen in der Schule erreichen würden, was wiederum zu besseren Jobs und Wohlstand führen würde. Ich dachte immer noch, meine Eltern hätten es trotzdem besser machen sollen, denn sie waren nicht aufmerksam genug, um mir die emotionale Unterstützung zu geben, die ich in meiner Kindheit brauchte. Ich wurde aufgeregt, und ich wollte sogar meine Eltern mit einem Brief konfrontieren, um ihnen endlich zu sagen, was ich nach all den Jahren dachte und fühlte. Kurz bevor ich diese Aktion beginnen wollte, hörte ich meine innere Stimme fragen: „Sie haben dir Leid zugefügt, nicht wahr? Sie haben dir nicht gegeben, was du brauchtest, nicht wahr?“. „Das haben sie doch getan!“, antwortete ich. Dann fragte die Stimme: „Was denkst du, wie Du dich an ihrer Stelle verhalten hättest? Wenn du drei Kinder hättest großziehen müssen, während du nebenbei deinen eigenen Laden führst, deine alternden Eltern versorgen musst, und regelmäßig mit den Problemen deiner eigenen Familie umgehen müsstest?“
Dieses „Gespräch“ änderte meine Perspektive. Ich erkannte, dass meine Eltern das Beste, was sie mit dem, was sie hatten, getan hatten. Sie konnten mir nicht geben, was sie nicht selbst hatten. Ich fing an, mich für meine Unreife und Selbstsucht zu schämen. Diesmal war das Schamgefühl jedoch stärker als es war, als ich meinen Job unfreiwillig verließ und mich wertlos fühlte. Die Schuld bei anderen zu suchen ist wie die Verwendung eines Pflasters auf einer Schusswunde: es funktioniert nie. Ich erkannte, dass ich die Person war, welche niemand vom Haken ließ, während sie damit beschäftigt ist, im Pool der ewigen Opfer zu schwimmen.

Lektion gelernt

Die Wiedererlangung meiner vollständigen Gesundheit nach einigen Monaten war ein göttliches Wunder. Aber ich bin dankbar dafür, dass mich die Krankheit dazu zwang, die folgenden Lehren über das Verstehen anderer und das Befreien von der Notwendigkeit der Zustimmung anderer Menschen lehrte:

1. Stoppen Sie die Suche nach Validierung von anderen

Es ist großartig, wenn die Leute an uns glauben, uns anfeuern und uns das Gefühl geben, wertvoll zu sein. Wir lieben es, wenn unsere Partner uns Komplimente machen oder es einen Freund gibt, der uns nach einem Misserfolg wieder Mut zuspricht. Aber Sie können nicht so abhängig von Menschen werden, dass Sie Ihren eigenen Selbstwert daran beurteilen, wie diese Menschen Sie behandeln. Es ist leicht, süchtig nach Komplimenten, süchtig nach Ermutigung, süchtig nach Jubel zu werden. Doch wenn andere Menschen ihre Meinung ändern und aufhören, Ihnen die Komplimente zu machen, nach denen Sie sich sehnen, dann fühlen Sie sich abgewertet. Wenn sie nicht alle Ihre Erwartungen erfüllen, werden Sie entmutigt und fühlen sich minderwertig. Sie werden versuchen, sich die Zustimmung bei anderen Menschen zu holen. Wie eine Mutter, die Ihr Baby ab einem gewissen Zeitpunkt an die Flaschenfütterung gewöhnt, müssen Sie Ihre Notwendigkeit für externe Validierung brechen. Sie brauchen keine Leute mehr, die Sie beglückwünschen, oder Sie ermutigen. Lob ist schön zu hören, aber man kann Selbstvertrauen auch aus sich heraus entwickeln.

2. Haben Sie Mitgefühl

Die Wahrheit ist, unsere Freunde und Familienmitglieder haben ihre eigenen Probleme. Sie sind nicht dafür verantwortlich, dass wir uns glücklich fühlen und uns mit uns selbst wohl fühlen. Legen Sie nicht diesen zusätzlichen Druck auf sie. Es ist unfair gegenüber den Menschen, die in unserem Leben sind.

Darüber hinaus ist es manchmal so, dass Menschen, die uns nicht geben was wir brauchen, nicht anders können. Sie haben es vielleicht einfach nicht, weil es ihnen niemand gegeben hat. Wenn sie nicht mit Zuneigung zu Menschen aufgewachsen sind, und wir immer wieder versuchen, es von ihnen zu bekommen, werden wir wahrscheinlich am Ende frustriert sein. Vielleicht taten sie das Beste, was sie konnten. Sie haben vielleicht eine Entscheidung getroffen, die wir nicht verstehen, und wir können das Gefühl haben, dass es uns einen Nachteil gebracht hat, aber zumindest mussten wir nicht in ihren Schuhen laufen.

3. Beginnen Sie damit, sich selbst zu akzeptieren

Was andere Menschen tun oder nicht tun bestimmt nicht unseren Wert. Unser Wert kommt nicht von einer anderen Person; er kommt von uns. Andere Menschen werden uns vielleicht nicht ermutigen, aber wir können uns selbst ermutigen. Andere Menschen mögen uns vielleicht nicht das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein, aber wir können uns selbst das Gefühl geben, etwas Besonderes zu sein. Wir werden bessere Beziehungen haben, wenn wir anfangen, uns selbst zu akzeptieren, anstatt bedürftig zu werden und auf andere Menschen zu warten, um uns unsere Zustimmung zu geben. Lernen Sie, wie Sie sich selbst komplimentieren und validieren können. Üben Sie Selbstbestätigung: Ich bin stark. Ich bin Gesund. Ich bin sehr beliebt. Ich bin schön. Ich bin glücklich. (Seien Sie kreativ!)

4. Geben Sie Ihre Kraft nicht weg

Wenn eine Person uns verlässt, uns einen Schaden zufügt, uns verletzt oder beleidigt, müssen wir lernen, diese Respektlosigkeit abzuschütteln. Glauben Sie nicht, dass Sie dazu nicht talentiert genug, attraktiv genug oder gut genug sind. Diese Menschen bestimmen nicht unseren Wert. Sie können unseren Selbstwert nicht vermindern. Die einzige Macht, die Menschen über uns haben, ist die Macht, die wir ihnen geben. Wir müssen uns bei anderen Menschen nicht einschleimen, um ihre Gunst zu gewinnen. Wenn sie nicht in unserem Leben sein wollen, ist es eigentlich ihr Verlust, nicht unserer. Wenn Sie dieses Prinzip des „sich nicht auf andere Menschen verlassen“ für Ihr eigenes Wachstum befolgen und damit anfangen, die eigene Akzeptanz und Anerkennung zu entwickeln, fühlen Sie sich nicht gleich zerschmettert, wenn jemand Ihnen nicht das geben kann, was Sie erwarten. Je weniger wir von anderen Menschen abhängig sind, desto stärker werden wir und desto höher werden wir steigen.

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