Bei all dem Trubel, der einen in den Vorstädten schon meist früh morgens mit lautem Getöse von abfahrenden Autos, rollenden Müllcontainern oder nahe liegenden Baustellen aus dem Schlaf befördert, egal ob man ausschlafen kann oder nicht, sollte man wenigstens einmal am Tag zur Ruhe kommen, so heißt es doch immer.

Wie macht ihr das an einem ganz normalen Arbeitstag? Geht ihr auf Toilette und macht dort Atemübungen? Breitet ihr im Büroraum die Fitnessmatte in der Mittagspause aus und cruncht den Rücken bis ihr schwitzt? Setzt ihr Euch aufrecht auf den Bürostuhl und atmet mehrfach tief ganz ins Innere des Körpers hinein?

Das alles wird vielfach in Illustrierten und in Ratgeber-Büchern als einfaches Allheilmittel für den Alltag beschrieben und kann tatsächlich dem einen oder anderen helfen. Was mich selbst aber zur Ruhe kommen lässt, kann doch nur einer mit Bestimmtheit sagen: ICH SELBST. Nur ich weiß, wie ich negative Gedanken hinter mir lassen kann, in welcher Haltung ich meine Muskeln gut entspannen kann und wie ich letztlich ausgeglichen werde.

Dabei ist der „Ausgleich“ schon vom Wortbegriff her ein schönes Bild. Ich soll etwas ausgleichen, was offensichtlich einseitig aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Frage ist doch, was bringe ich mindestens ein Mal am Tag zurück ins Gleichgewicht? Meine krumme Haltung? Meinen angespannten Gesichtsausdruck? Meine pessimistischen Gedanken?

Vielleicht von allem etwas, deshalb ist es so schwierig, mit einer generellen Übung oder einer vielleicht sogar ungewohnten oder unangenehmen Handlung das Gleichgewicht eines jedes Menschen mit ganz individuellen Bedürfnissen gleichermaßen gut steuern zu können.

Was also brauche ich, um mein Gleichgewicht im Leben zu finden? Das kann eine Tai Chi Übung sein, ein kurzes Gebet oder ein meditatives Sammeln von Gedanken zu positiven Erlebnissen des Tages. Vielleicht ist es aber auch das Joggen am Feierabend, das Puzzlen einer ganzen 3D-Stadt oder das kreative Klimpern auf dem Klavier. Das sind selbstverständlich alles nur Beispiele. Euch fällt gerade sicher noch viel mehr ein, wenn ihr kurz darüber nachdenkt. Wie aber weiß ich, was nun ausgerechnet für MICH in meiner Lebenssituation gut ist, was meinen Körper ins Gleichgewicht zurück bringt oder was mich generell am Tage entspannt? Tja, wo ist jetzt die Internetseite, wo der Ratgeberbildband oder wo die Hotline, die mir auf den Kopf zu sagen, was für mich richtig ist?

Die Antwort auf diese Fragen funktioniert wie gesagt ganz anders: Niemand soll Dir sagen müssen, auf welche Weise Du den Ausgleich findest. Du kannst es, wenn auch mit vielen Anregungen von außen, nur in Dir finden. Allein durch Selbst-Beobachtung und eigene Erfahrung. Niemand kennt Dich so gut, wie Du Dich selbst. Hab Vertrauen in Dein eigenes Gefühl! Hör auf Dich und Deinen Körper! Es lohnt sich.

Über den Autor

Profilbild von Torsten Herres

Ein 43-jähriger Genießer und Vater von zwei Töchtern kann nicht den ganzen Tag nur genießen. Daher suche ich Ausgleich in der Arbeit. Ich arbeite gern. Zwischendurch muss immer mal Zeit für einen kurzen Spaziergang oder Gedanken zerstreuen an der frischen Luft sein. Überall darf man auf die Frage "Wie geht's?" auch mal in sich hineinhorchen und ehrlich antworten. Alle sollten wir wohl gelegentlich mehr auf uns und unser Wohlbefinden achten, deshalb bin ich wohl hier als einer der Herausgeber der AUSZEIT gelandet und gern aktiv dabei.

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