Eine gesunde und starke Beziehung braucht ein starkes Selbstbewusstsein beider Partner. Manchmal braucht die Beziehung auch Grenzen, denn Grenzen setzen heißt in einer Beziehung Selbstschutz. – In dem Fall ist es besonders wichtig, sich selbst gut zu kennen und zu mögen, um die eigenen Grenzen auch selbstbewusst kommunizieren und setzen zu können. Beide Partner der Beziehung tun also gut daran, ihr Selbstbewusstsein zu stärken – ohne gleich zum Egomanen zu mutieren.

Denn wenn ein Partner beginnt, die Beziehung zu dominieren, kann aus der gesunden schnell eine toxische Beziehung für den anderen Partner werden. Hier findest du Tipps, wie du oder ihr gemeinsam dein oder auch euer Selbstbewusstsein stärken könnt, insbesondere mit Blick auf eure Beziehung.

Selbstbewusstsein stärken in der Beziehung

Liebe ist … so Vieles: behaglich, warm, magisch, verrückt, unlogisch, und weit aus mehr. Oftmals wird sie sogar in einem Versprechen bis in alle Ewigkeit besiegelt. Und doch ist Liebe niemals grenzenlos. Leider werden diese Grenzen nicht immer erkannt oder gar eingehalten. In solchen Fällen wird die Liebe, so rein sie auch einst gewesen sein mag, vergiftet. Die Rede ist dann von einer toxischen Beziehung. Werden Grenzen überschritten, gleicht dies einem Angriff auf das Immunsystem. Du wirst schwächer, verletzlich und im Endeffekt schmerzlich krank. Allerdings gibt es eine gute Therapie: So wie du dein Immunsystem gegen Angriffe stärken kannst, genau so kannst du auch dein Selbstbewusstsein stärken. Gegen Angriffe auf deine intimsten Gefühle, auf deine Werte und Bedürfnisse sowie gegen deine Selbstliebe. All das gilt es zu schützen, damit sich deine Liebe nicht in pures Gift verwandelt.

Selbstbewusstsein stärken – So kannst du Gefahren für dich und deine Beziehung abwehren

Es ist eine Kunst für sich, Grenzüberschreitungen als solche überhaupt zu erkennen, vor allem, wenn du deinen Grenzen nie klar definiert hast.

„I would do anything for love, but I won’t do that“, sing Meat Loaf in seinem Rockklassiker. Sogar mit der weiteren Zeile „No, I won’t do that“, um die Situation noch deutlicher klar zu machen. 

Zum Einen setzt der Protagonist somit seine Grenze unbestreitbar fest. Zum Anderen wird durch das Aussprechen, Wiederholen und Rückgrat beweisen, das eigene Selbstbewusstsein gestärkt. Nun ist es allerdings nicht jedermanns Sache, Lieder zu komponieren, um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und gleichzeitig einer toxischen Beziehung zu entgehen. Zum Glück gibt es viele Wege und Tipps, die dir dabei helfen können.

20 Tipps, die dein Selbstbewusstsein stärken – für eine gesunde Beziehung

1. Schreib dir deine Ziele auf, wie du sie erreichen willst und was du dafür auf keinen Fall tun würdest

Mit einer kleinen Notiz am Rande ist dies nicht getan. Besser wäre ein Tagebuch geeignet, manche schreiben sogar einen eigenen Blog (du musst ihn ja nicht veröffentlichen, wenn du nicht willst). Im Wesentlichen geht es darum, dass du deine Gedanken und Gefühle in einem Moment der Klarheit festhältst und sie nachlesen kannst, wenn du dich aus der Bahn geworfen fühlst. 

So wahrst du eine gewisse Rationalität und triffst keine überstürzten Entscheidungen. Denn oftmals sind es Wut, Eifersucht und Trauer, die dich angreifbar machen, also quasi dein Immunsystem schwächen. Aber auch Euphorie, Ehrgeiz und Aberglaube kann zu Fehlentscheidungen führen. Kurzum, Situationen, in denen du sowieso auf niemand anderen hören würdest, jeden noch so gut gemeinten Ratschlag ablehnst und alle Formen von Grenzen ignorierst. Genau dann kann deine eigene Stimme dir helfen: Dein Innerer Kritiker, den du aufgeschrieben und damit festgehalten hast, als er bedacht und achtsam war. Hier kannst du dein Selbstbewusstsein direkt nachlesen und daraus jederzeit Kraft schöpfen.

2. Stärke deinen Körper, werde schlagkräftig und trainiere deine Abwehr

Kampfsportler scheinen nur so vor Selbstbewusstsein zu strotzen. Ganz so weit musst du es natürlich nicht treiben, aber du kannst dir durchaus dieselben Prinzipien zu Nutze machen. Zum Beispiel indem du regelmäßig Sport treibst, auch mal eine neue Sportart ausprobierst und eine Art der Bewegung findest, bei der du deine körperlichen Grenzen austesten kannst.

Was dir das bringen soll? So Einiges: Du bleibst fit. Kannst stolz auf deinen Körper sein und seine Leistungen. Du fühlst dich in deinen Outfits wohler. Du wirst aktiver, wacher und konzentrierter. Du wirst parallel entspannter und ausgeglichener. Du spürst deinen Körper bis in den hintersten Muskel und lernst Ungeahntes über dich. Du findest Gleichgesinnte, sei es im Kurs im Fitness-Studio, beim Stadtmarathon oder dem Tanzclub.

Durch den Sport stärkst du deine Gesundheit UND dein Selbstbewusstsein. Du erlangst mit anderen Worten ein gesundes Selbstbewusstsein. 

Ein nicht ganz unwesentlicher Nebeneffekt: Du stehst gerader da und wirkst größer. Deine Mitmenschen werden dich fortan als starke Persönlichkeit wahrnehmen, deren Grenzen es zu respektieren gilt. Für mich persönlich eine der besten Möglichkeiten, Selbstbewusstsein stärken zu können.

3. Baue, bastle, werde kreativ: Selbstverwirklichung durch Handarbeit stärkt das Selbstbewusstsein

Indem wir Dinge berühren, anfassen, spüren und auch damit arbeiten, trainieren wir unsere kognitive Wahrnehmung. Nicht umsonst sind kreative Arbeiten Teil der Kindererziehung und werden als Therapieansatz bei Entwicklungsstörungen und Traumata angewandt. Im Bereich Ergotherapie dient das Kreative als Mittel, sich selbst auszudrücken, in einer Art und Weise, die Worte nicht erfassen könnten.

Um daraus Selbstbewusstsein zu stärken, bedarf es eines Erfolgserlebnisses. Das erlangst du, sobald du deine Handarbeit fertig gestellt hast und darauf stolz sein kannst. Sei es nun, weil du den wackeligen Tisch repariert, ein winterliches Fensterbild gezaubert oder den Garten neu bepflanzt hast. Die Beschäftigung mit den Händen trainiert deinen Fokus und gibt dir das Gefühl der Selbstverwirklichung zurück. Das hast du geschaffen. Das ist dein Werk. Du kannst das.

4. Überwinde deine Angst, stell dich ihr und wandle die Furcht in Selbstbewusstsein

Mutproben werden in zahlreichen Ethnien, Religionen und Gruppierungen als Initiationsritus genutzt. Durch das Überwinden der Angst, soll der Initiant über sich hinaus wachsen und darf sich zur Belohnung (beziehungsweise vorab als Motivation dienend) einer erlesenen Instanz zugehörig fühlen. Mal ist dies der Kreis der Erwachsenen, ein andern Mal ein idealistischer Geheimbund. Was zählt, ist die Überwindung einer Grenze – auch dies stärkt dein Selbstbewusstsein.

Du musst dich nun nicht gleich deiner größten Angst stellen. Es genügt schon, sich kleine Ziele zu stecken und diese Schritt für Schritt zu erreichen. Beispielsweise könntest du dir vornehmen, deine Höhenangst zu überwinden. Mit einem Tandem-Fallschirmsprung, einer Ballon-Rundfahrt oder dem Erklimmen hoher Berge, wo dich eine herrliche Aussicht erwartet. So verbindest du direkt schöne Erfahrungen mit dem Überwinden deiner Angst und kannst prima dein Selbstbewusstsein stärken. Lass dir von Freunden helfen, die dir nah stehen, oder auch von deinem Partner. So lernt dieser parallel in Begleitung mehr über deine Grenzen, was du bereit bist, dafür zu tun. Und was auf keinen Fall. Wenn er oder sie sieht, wie du deine Angst überwindest, und klar abgrenzt, wie weit du gehen würdest, hilft dies, einer toxischen Beziehung vorzubeugen, respektive sie zu heilen.

5. Klick: Lege deine Scham ab und befreie dich von negativer Selbstwahrnehmung

Wenn du schon deine Ängste überwinden kannst, dann auch deine Scham. Schamgefühle sind mit die häufigste Ursache von toxischen Beziehungen und resultieren stets aus mangelndem Selbstbewusstsein. Vielleicht fühlst du dich nicht attraktiv genug für einen Abend in der Öffentlichkeit und versteckst dich lieber auf dem Sofa und damit letztlich nur vor dir selbst. Doch was sagt das über dich und deine Beziehung aus?

Schamgefühle sind äußerst intim. Sie zu überwinden, heißt sämtliche Hüllen fallen zu lassen und sich selbst anzunehmen. Wenn dir dies vor deinem Partner unangenehm ist, dann kannst du dich getrost an eine unbefangene Person wenden, wie etwa einen professionellen Fotografen. Portrait-Fotografie wird dir einen völlig neuen Blickwinkel auf dich selbst offenbaren. Das kann kunstvoll im harmonischen Ambiente sein, abstrakt oder auch in deiner gewohnten Umgebung, wo du dich sicherer fühlst. 

Die einen lassen sich mit ihren Haustieren ablichten, die anderen gehen sogar bis zur Akt-Fotografie. Ein Erotik-Kalender von dir selbst wird deinen Partner garantiert begeistern und euch beiden vor Augen führen, dass ihr euch vor Nichts schämen müsst, sondern attraktiver seid denn je. Der Grund dafür liegt in der Vertrautheit. Scham hat sie womöglich über Jahre hinweg vergiftet, doch sie lässt sich wiederherstellen. Und mit ihr dein Selbstbewusstsein.

6. Verändere deine Routine, gehe Umwege und lass dich überraschen

Jeden Morgen stehst du aufs Neue auf, taumelst ins Bad und greifst instinktiv zu denselben Gegenständen wie immer. Zahnbürste, Rasierer, Kamm. Schnell anziehen und mit dem Bus zur Arbeit. Selber Weg wie immer. Rückzu das ganze Spiel nochmal. Gleicher Weg. Gleiche Routine. 

So ein durchgeplanter Alltag vermittelt Sicherheit und Kontrolle. Er lässt dich aber auch in Gewohnheiten festfahren. Sollte dann eine Störung oder ein unvorhersehbarer Zwischenfall eintreten, bringt dich dies umso mehr aus dem Konzept. Du fühlst dich dann angegriffen, wirst wütend oder frustriert und bringst womöglich ungewollt noch mehr Gift in eine sowieso schon toxische Beziehung. Denn nicht selten ist der Partner an Störungen der lieb gewonnenen Routine Schuld. Da lässt du dich auch nicht von Gegenbeweisen ablenken.

Versuche stattdessen deine Gewohnheiten vorsorglich aufzulockern, absichtlich und (selbst)bewusst. Probiere dich an einer neuen Frisur, nimm das Fahrrad oder steig eine Haltestelle eher aus, um einen Umweg nach Hause zu laufen und so neue Ecken in der Nachbarschaft zu entdecken. Sei bereit, dich von dir selbst überraschen zu lassen.

7. Passe deine Stimmung der Musik an und lass dich von ihr beflügeln, motivieren und stärken

Musik reflektiert Stimmungen wie kein anderes Element. Durch Klänge und Melodien lassen wir uns beruhigen, animieren, werden melancholisch oder euphorisch. Gleichsam spiegelt die Musik die Stimmung des Komponisten wider, der sie erschaffen hat. Sie soll uns völlig absichtlich beeinflussen. Das wiederum kannst du aber zu deinen Gunsten nutzen und bewusst jene Stücke auswählen, bei denen du dich wohl fühlst.

Stelle dir eine Playlist zusammen mit all den Songs und Interpreten, die du liebst und die dich beflügeln. Das wird quasi deine Power-Motivation, deine Wohlfühl-Glocke oder bei Bedarf dein Trostpflaster. 

Aus Liedern lässt sich so manches Selbstbewusstsein schöpfen, vorausgesetzt du setzt sie richtig ein. Such dir also gründlich aus, wovon du dich beeinflussen lassen willst. 

8. Verlasse deine Komfort-Zone und begib dich in ungewöhnliche Situationen

Wir alle kennen die drei Affen, die sich die Augen, Ohren und den Mund zu halten. Neuerdings kommt noch ein vierter Affe dazu, der auf das Smartphone starrt und somit ebenfalls seine Sinne isoliert. Die Menschen meiden Blickkontakt, hören nicht richtig zu und verschweigen ihre wahre Meinung. Als Folge wird das Selbstbewusstsein geschwächt, wenn nicht gar verfälscht. 

Um diese absurde Form der Komfort-Zone zu verlassen, in der du dich um nichts weiter kümmern musst, solltest du deine Sinne schärfen und die Welt um dich herum intensiver wahrnehmen. Lächle dein Gegenüber im Bus an, begrüße die Mitmenschen im Wartezimmer, hilf jenen, die nach dem richtigen Weg fragen, und gehe auf Gespräche ein, selbst wenn sie zunächst belanglos erscheinen. Du wirst so einiges erfahren. Über dich selbst und andere.

9. Stelle dich einer beruflichen Herausforderung und meistere sie

Es ist wohl für viele die klassische Art und Weise, Selbstbewusstsein stärken zu können: die Möglichkeit liegt zwar im Außen, kann aber durchaus eine erfolgreiche Methode sein, wenn du sie ernst nimmst. So wie Routinen und gesellschaftliche Isolation als vermeintlichen Komfort interpretiert werden können und nahezu unbemerkt Schritt für Schritt deine Beziehung vergiften, so geschieht dies auch auf beruflicher Ebene. Einmal eine bestimmte Position im Unternehmen erreicht, wird sich darauf ausgeruht. Der Weg dahin war schwer genug, der Job ist ohnehin stressig und der Chef weiß deinen Einsatz sowieso nicht zu würdigen. Wozu also noch mehr anstrengen?

Ganz einfach: Für dich. 

Projekte sind meist nur vorübergehend und werden dich nicht permanent überfordern. Aber sie stellen eine Herausforderung dar, eine Chance, dich weiterzuentwickeln und deine Grenzen zu finden. Du kannst dir selbst etwas beweisen, aber auch allen anderen – deinen Kollegen und deinen Vorgesetzten. Womöglich wirst du mit einer Prämie belohnt, auf jeden Fall aber mit einem gestärkten Selbstbewusstsein.

10. Nimm dir eine Auszeit. Von allem

Es gibt Situationen im Leben, da scheint dir die ganze Welt zu Füßen zu liegen und alles möglich zu sein. Und dann gibt es solche, in denen du dich blockiert und gefangen fühlst. Umgeben von Problemen und Konflikten. Dann darfst du das Selbstbewusstsein haben, auch mal eine Auszeit von all dem zu nehmen und dir einen Rückzug zu gönnen.

Dies soll keine Flucht sein und schon gar kein Aufgeben. Vielmehr geht es darum, neue Kraft zu generieren und gestärkt zu werden. Dazu kannst du ganz spontan deine Sachen packen und ein Wochenende wandern gehen. Oder du nimmst dir eine längere Auszeit und begibst dich auf Reisen. Derartige Expeditionen müssen weder teuer noch ergiebig sein. Lediglich authentisch, sprich, zu dir passen. Im Idealfall reist du allein. Ohne Partner, ohne Kinder, ohne Freunde. Einfach mal nur du.

Du wirst eventuell neue Probleme bewältigen müssen, dich selbst von einer ganz anderen Seite kennenlernen und am Ende dich nach jenen Menschen sehnen, die dir besonders am Herzen liegen. So merkst du auch, wer dir wirklich viel bedeutet und wer dich vermisst. Und praktisch “nebenbei” kannst du dein Selbstbewusstsein stärken.

11. Lerne über deine Gefühle zu sprechen und anderen dabei zuzuhören

Probleme in Beziehungen entstehen häufig auch, weil die Partner nicht richtig miteinander kommunizieren. Wobei “richtig” eine sehr individuelle Auslegung ist. Nicht zuletzt kann die Kommunikation mit Außenstehenden die interne Beziehung stören. Speziell seien da Gespräche mit den Schwiegereltern und den besten Freunden genannt. Gerade hier wird selten eindeutig über Grenzen gesprochen.

Was darf der beste Freund alles wissen? Inwieweit dürfen sich Verwandte einmischen oder müssen sich zurückhalten? Wie fühlst du dich dabei – und wie dein Partner? Über Gefühle zu sprechen, bedeutet an dieser Stelle über Grenzen zu sprechen. Dazu musst du sowohl deine eigenen offen legen, als auch die deines Partners akzeptieren. 

Gerade Männer glauben durch Verschweigen von Gefühlen, ihre Partnerin zu entlasten – und schließen sie stattdessen aus. Frauen wird nachgesagt über alles mögliche zu plaudern – und ihre Männer gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen. Lass dich nicht von solchen Klischees beeindrucken. Frag deinen Partner einfach. Versuch ihn zu verstehen. Und gib ihm die Chance, dich zu verstehen, indem auch du mit klaren Worten kommunizierst.

Banner_Ich-bin-mir-selbst-ein-guter-Freund
AV Lerne in dem neuen Auszeit Kurs dir selbst ein guter Freund zu sein

12. Folge nicht allen anderen, sondern finde deinen eigenen Weg

Wir alle kennen das Bild von den Lemmingen, die einer nach dem anderen in die Grube stürzen, weil sie blindlings folgen, ohne einen alternativen Weg in Betracht zu ziehen. Ein Computerspiel, das zum Kult geworden ist. Leider auch zur Wahrheit für viele Generationen. Auch hier steht der Komfort, nicht selbst denken zu müssen, dem Erfolg im Weg. Die Konsequenzen muss dennoch ein jeder für sich selbst (er)tragen.

Anstatt also weiterhin unbeirrt dem Beispiel anderer, sprich dem sogenannten Mainstream, zu folgen, versuche doch mal einen neuen Weg. Finde deinen eigenen Stil, anstatt dich wie alle anderen zu kleiden. Iss, was dir schmeckt, auch wenn es nicht im Discounter erhältlich ist. Geh zum Arzt, wenn es wirklich nötig ist und nicht nur, weil die Schmerzmittel so schön die Realität betäuben. Selbstbewusstsein wächst aus Entscheidungen, die du selbst-bestimmend triffst, nicht aus jenen, die für dich getroffen werden.

13. Sag auch mal Nein

Dir muss nicht alles zusagen und gefallen. Löse dich von dem Zwang, anderen einen Gefallen erweisen zu müssen oder ihnen ja nicht auf den Schlips zu treten, sie zu enttäuschen oder im Stich zu lassen. Nein zu sagen ist die ehrlichste Form der Selbstbestimmung und setzt Grenzen, die dich vor Kummer und Leid bewahren. Es ist also dein gutes Recht, eine Party abzusagen, wenn du dich nicht wohl fühlst. Oder ein Jobangebot abzulehnen, das nicht zu dir passt. Auch besten Freunden und deinem Partner solltest du ein klares Nein vorsetzen können, ohne dass sie sich beleidigt fühlen. Das macht eine gesunde Beziehung aus. Umgekehrt heißt dies natürlich auch, dass du mit einem Nein umgehen können musst, wenn es dir entgegen deiner Erwartungen gesagt wird.

14. Lerne mit Kritik umzugehen, sei sie nun gerechtfertigt oder nicht

Außer einem Nein, werden dich sicherlich noch andere unschöne Bemerkungen ereilen. Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Gerüchte, Zweifel – all das und noch mehr bringt dich manchmal aus dem Gleichgewicht. Momente, in denen dein Selbstbewusstsein plötzlich kleinlaut wird und sich aus dem Staub macht. Was für ein instabiles Ding!

Dann Rückgrat zu zeigen, ist eine der schwersten Herausforderungen des Lebens. Zumal es dich in der Regel auch noch doppelt trifft: Einerseits die Konfrontation mit deinem Gegenüber, andererseits die mit deinem Inneren Kritiker, der dir zusätzlich Zweifel einredet, Sorgen und Unzulänglichkeiten. 

Deine beste Option ist tatsächlich, (dafür) gerade zu stehen und dir Zeit zu nehmen, Abstand zu gewinnen. Soll heißen: Schlaf eine Nacht darüber. Betrachte das Ganze aus einer anderen Perspektive. Im Idealfall findest du eine Lösung, anstatt nach Schuldigen zu suchen, und entkräftest so jegliche Kritik. Versuche generell mehr lösungsorientiert zu denken und wandle Anschuldigungen, äußere wie innere, in positive Glaubenssätze. Zum Beispiel: „Ich werde dir fortan besser zuhören und dich mehr einbeziehen. Deine Meinung ist mir wichtig und du kannst mir so helfen, eine Lösung zu finden.“. So kannst du zum einen dein Selbstbewusstsein stärken, beziehst aber auch gleichzeitig deinen Partner in deine Entwicklung ein.

15. Lache, um dein Selbstbewusstsein zu stärken

Es heißt zwar, Lachen sei ansteckend, und dafür breitet es sich echt spärlich aus. Ganz ehrlich: Wann hast du das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Mit Quicken, Schnauben, Prusten und allem drum und dran? Die meisten Menschen lachen über andere oder grinsen nur hämisch. Das ist aber keineswegs das gesunde Lachen, von dem immer alle so schwärmen. Am ehesten findest du ein ehrliches Lachen noch bei Kindern.

Wenn es dir möglich ist, solltest du mehr Zeit mit deinen Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen verbringen, vielleicht auch mal die Nachbarskinder betreuen. Sicherlich kann das auch anstrengend sein, aber sie danken es dir mit einem wahrlich ansteckenden Lachen. Und das trägst du ewig in dir und es wirkt dort heilend und regenerierend.

16. Weine, um dein Selbstbewusstsein zu stärken

Jetzt wird es paradox. Doch auch Weinen kann dich befreien und heilen. Einmal den ganzen Mist rauslassen, wenn es sein muss, lauthals schreien und gegen das Kissen boxen. Alles ist besser, als die angestaute Wut weiter in dich hineinzufressen und dich vergiften zu lassen. Nicht alle negativen Gefühle lassen sich in positive Glaubenssätze transformieren. Zwar kannst du dir gut zureden, dir Mut machen und dich stärken – doch wenn es mal schnell gehen muss, hilft nur der direkte Weg.

Binnen weniger Minuten entlädt sich dein Gefühlschaos und du kannst wieder klar denken. Auch solche Erfahrungen stärken dein Selbstbewusstsein. Du darfst dich nur nicht in der Trauer und im Selbstmitleid verlieren. Betrachte Weinen als Ventil. Deine Tränen wirken gleichzeitig reinigend und werden wieder trocknen.

17. Schlafe, um dein Selbstbewusstsein zu stärken

Nichts geht über einen gesunden Schlaf, um frisch und munter am Morgen in den Tag zu starten. Du aber fühlst dich eher mürbe und wie gerädert nach dem Schlafen? Schlafstörungen sind überaus ernst zu nehmen. Auch sie vergiften deine Beziehung. Wer unausgeschlafen und müde ist, wird schnell grantig, aggressiv und unausstehlich. Schlaf dagegen hilft dir, Erlebnisse und Gefühle zu verarbeiten.

Dazu ist es wichtig, ausreichend Schlaf zu bekommen und vor allem gesunden. Versuche also am Abend weniger zu essen, damit dein Körper nachts nicht auch noch verdauen muss, sondern zur Ruhe kommen kann. Entspanne dich schon am Abend, damit dich nicht die ganze Nacht Ängste und Sorgen verfolgen. Vielleicht hilft dir ein heißes Bad vor dem Schlafengehen, etwas Musik hören, lesen, meditieren oder beten. Hauptsache du kommst nach einem ereignisreichen Tag etwas runter und kannst abschalten. Carpe noctem.

18. Hab Dank und sei dankbar: Zu dir selbst sowie zu anderen

Dankbarkeit stärkt dein Selbstwertgefühl. Und seien wir ruhig ehrlich: Vor allem dann, wenn sich andere bei dir bedanken. Doch mit dem Dank ist es ein Geben und Nehmen. Manche werden dich um einen Gefallen bitten und sich trotzdem nicht bedanken. Andere hatten womöglich gar keine Hilfe erhofft und sind für deine umso dankbarer. Im Gegenzeug zeigst du deine Dankbarkeit auch nur dann, wenn du es für angebracht hältst – und damit viel zu selten.

Ein Dank im richtigen Moment kann Konflikte lösen. Seelischen Schmerz lindern. Ein Lächeln herbei zaubern. Und mehr. Parallel bestärken dich Dankbarkeit, Demut und Respekt in deinem Selbstbewusstsein. Diese Werte formen deine Persönlichkeit zum Guten. Es gelingt dir vielleicht nicht jeden Tag, aber es sollte jeden Tag dein Ziel sein: Dankbarkeit zu empfinden und zu erfahren. Auch dir selbst gegenüber, deinem Körper, dass er dich aufrecht hält und Blessuren erduldet, sowie deinem Geist, der schon ganz andere Zustände überwunden hat und daran gewachsen ist. 

19. Wenn du Grenzen festlegst, dann stehe auch dazu, sogar dann, wenn du sie verschiebst

Wenn du deine Mitmenschen verwirren willst, ist Grenzenlosigkeit, wahlweise Wankelmütigkeit, sicherlich ein vielversprechender Ansatz. Willst du ihnen jedoch Zuversicht vermitteln, dass sie dir vertrauen und sich auf dich verlassen können, dann musst du Grenzen aufzeigen und dafür einstehen. 

Wie weit darf jemand bei dir gehen, bevor du dich wehrst? Wann wird es dir zu viel? Wie reagierst du, wenn deine Grenzen ungefragt überschritten werden? 

Wir alle haben unsere Tabus. Unsere Privatsphäre und Intimitäten. Es liegt an dir, die deinen zu schützen. Sollte dir das schwer fallen, dann vielleicht, weil du die Grenzen dazu nie klar abgesteckt hast. Oder sie ständig verschiebst, statt nur bei Bedarf. 

“Bis hier hin und nicht weiter!“, ist dein neues Credo in puncto Grenzen. Halte dich daran, so wie du von anderen erwartetest, dass sie sich daran halten. Grenzen zu setzen und vor allem durchzusetzen ist eine sehr effektive, im Alltag gut anwendbare – aber oft auch schwer umzusetzende Methode, dein Selbstbewusstsein stärken zu können. Hier hilft meist nur wie so oft: Bleib dran und lass dich nicht entmutigen.

20. Schreib dir deine erreichten Ziele auf, wie du sie erreicht hast und was du dafür auf keinen Fall getan hättest

Kommt dir irgendwie bekannt vor? Richtig, ein Feedback von Punkt 1. Selbstbewusstsein setzt sich nicht nur aus dem optimistischen Blick in die Zukunft zusammen, sondern auch aus dem realistischen Blick auf deine Vergangenheit. Garantiert findest du ein paar Gelegenheiten, die du hättest besser handhaben können. In dem Moment des Geschehens steht dir allerdings nur eine Perspektive zur Verfügung, ein Augenblick. Im Nachhinein betrachtet offenbaren sich dir dann aber so manch andere Gedanken und Gefühle.

Lasse auch diese in deine Niederschriften einfließen und beziehe sie in künftige Entscheidungen mit ein. Dein Selbstbewusstsein unterliegt einem Prozess. Es entwickelt sich, über die Jahre, mit deinen Erfahrungen und Lebenssituationen. Daran wächst du.

Sei dir selbst ein guter Freund. Das ist das Beste, das du für dich tun kannst.

Stefan Goedecke

Selbstbewusstsein stärken mit 10 Übungen für ein selbstbestimmtes und bewusstes Leben

Die ausführlichen Tipps liefern dir bereits viele Ansätze, dein Selbstbewusstsein zu stärken, eine toxische Beziehung zu vermeiden und eine gesunde, auf beiderseitigem Vertrauen und Liebe basierende Beziehung zu führen. Um die Tipps auch in deinen Alltag integrieren zu können, habe ich noch 10 Übungen für mehr Selbstbewusstsein für dich zusammengestellt, die dir darüber hinaus noch gezielter helfen, die Ansätze auch anzuwenden und erfolgreich umzusetzen, um dein Selbstbewusstsein nachhaltig zu stärken. Sie sind in den Alltag integrierbar. Ich empfehle dir, gerade am Anfang in einem Tagebuch Erfolge – aber auch Misserfolge – festzuhalten, um an dem ein oder anderen Punkt noch weiterzuarbeiten.

  • Kommuniziere direkt und ohne Umwege
    Wenn du mit jemanden kommunizieren willst, gehe zu ihm beziehungsweise zu ihr. Vermeide Text- und Sprachnachrichten, vor allem mit Emojis, zwischen deren Zeilen sich ein Subtext herauslesen lässt, den du vielleicht gar nicht so gemeint hast. Mimik und Gestik, Unterton und Betonung, lassen eine Kommunikation auf einem nachvollziehbaren Level entstehen und Missverständnisse vermeiden.
  • Delegiere eine Aufgabe
    Unterscheide deutlich zwischen Aufgaben, die du selbst erledigen musst und jenen, die du delegieren kannst. So schaffst du dir nicht nur Freiraum, sondern auch Freunde und Verbündete.
  • Koche heute dein Lieblingsgericht – selber!
    Bereite dir dein Essen selbst zu. So weißt du genau, welche Nährstoffe du dir zuführst, welche du brauchst und welche dich zufrieden stellen. Du kannst kreativ sein, Routinen abändern und deiner Gesundheit Gutes tun. Vor allem aber geht Liebe durch den Magen, Selbstliebe sowie die zum Partner.
  • Prüfe deine Finanzen
    Es ist nicht zwangsläufig nötig finanziell unabhängig zu sein, aber auch dieses Thema definiert deine Position in der Beziehung. Dein Beitrag kann aber ebenso über Haushalt und Kinderbetreuung aufgewogen werden. Du solltest wissen, wo du stehst.
  • Entrümpele dein Leben
    Räume auf und werde deine Altlasten los. Geschenke vom Ex, Überreste einer vergangenen Kindheit, Banales aus dem Urlaub, Kleidung, die längst nicht mehr (zu dir) passt und so weiter engen dich ein. Sowohl im wahrsten Sinne des Wortes, also räumlich, als auch im übertragenen, also emotional. Materielle Werte hemmen dich. Finde mehr Raum für deine wahre Persönlichkeit. Such dir bewusst einen Tag in deiner Woche aus, an dem du Dinge loslassen kannst und schreibe dir auf, was du geschafft hast.
  • Minimiere deinen Konsum
    Zum Einen, um dich nicht erneut mit Belanglosem einzuengen, zum anderen, um dich vom Gelenktwerden durch Medien, Werbebotschaften und falschen Versprechungen zu lösen. Du bestimmst, was du brauchst, nicht andere. Einfach mal eine Sache weniger kaufen. Fertig.
  • Lade einen Freund ein
    Mit wem bist du wirklich gerne zusammen, wer tut dir gut und bei wem fühlst du dich wohl? Passt dein Partner in diese Konstellation? Achte bei so einem Zusammentreffen einmal genau auf eure Energien, wer verkrampft oder verklemmt wirkt, wer stört oder mehr Energie raubt als gibt. Nimm dir heute vor, mit einer Person deiner Wahl Zeit zu verbringen und sprich aktiv die Einladung aus.
  • Probiere etwas völlig Neues
    Mach mal etwas, was du noch nie zuvor gemacht hast. Vielleicht Schlittschuhlaufen, einen Häkelkurs oder eine Fremdsprache. Wenn es dir nicht gefallen sollte, kannst du wenigstens mitreden. Es wäre aber auch möglich, dass du eine neue Passion findest. Überlege dir, was das sein kann, und mach dir eine Checkliste für deine neuen Favoriten.
  • Zweisamkeit – Zeit zu zweit
    Vereinbare mit deinem Partner eine Zeit für Zweisamkeit, zu der ihr gemeinsam etwas unternehmt, was euch beiden gefällt. Das kann der Videoabend zu Hause sein, bequem auf dem Sofa, wo ihr euch auch einmal ungestört näher kommen könnt – aber nicht müsst. Vereinbart aber auch eine Zeit, die ihr ohne den anderen verbringt und zu der ihr euch gegenseitig entlastet. Das kann jeweils ein Tag pro Monat sein oder auch mehr, Hauptsache die Aufteilung bleibt im Gleichgewicht. Macht die Verabredung “fest”. Ein Eintrag im gemeinsamen Kalender ist hilfreich für beide.
  • Erweitere deinen Horizont
    Versuche, mehr auf Details zu achten, eingehend zuzuhören und Wahrgenommenes zu interpretieren. Nichts geschieht ohne Grund, alles hat einen Wert und überall liegt Schönes verborgen. Das gilt auch für dich selbst: Beobachte dein eigenes Verhalten, was du so von dir gibst und welche Wirkung du auf andere hast. Auch mal schweigen – allein oder zu zweit kann eine Herausforderung und zugleich sehr schön sein. Nähe zuzulassen ohne kommunizieren zu müssen, kann das Selbstbewusstsein stärken – von beiden Partnern.

Einige dieser Übungen erfordern mehr Hingabe als andere. Einige werden dich in ihrem Ergebnis überraschen. Und mit jeder Wiederholung wirst du mehr und mehr über dich selbst lernen und über dein Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein stärken mit Meditation

Eltern behaupten gerne, ihre Kinder seien das beste, was sie je zustande gebracht hätten. Dabei sind es die Kinder selbst, die ihren eigenen Weg gehen und meistern. Wenngleich mit der Rückendeckung der Eltern, am Ende aber doch eigenständig und selbst-bestimmend. Gleichermaßen beschreitest du deinen Weg. Er wird begleitet von Verwandten und Freunden, im Idealfall auch mal gestützt und abgesichert, im Zweifelsfall unsachgemäß begradigt oder in die Irre gelenkt. Gehen musst du ihn trotz alldem selbst.

Für dein Selbstbewusstsein bedeutet dies, immer wieder Entscheidungen treffen zu müssen und die Konsequenzen zu tragen. Es bedeutet aber auch Grenzen zu setzen, wo du auf keinen Fall hin geraten möchtest. Dein eigenen Tempo festzulegen. Hindernisse, die auf deinem Weg liegen, zu überwinden. Und letztlich einen Weg zu dir selbst zu finden.

Eine Meditation kann dir als Wegweiser dienen, gleich einem Silberstreif am Horizont, einer Erinnerung daran, warum sich all das überhaupt lohnt.

Gratis Meditation Download

Hier kannst Du dir meine Meditationsvorlage “Ich bin stark” gratis herunterladen. (Achtung, wird bald ergänzt) Ich habe auch eine kleine Empfehlung das gepackt, wie und wann ich die Meditation anwenden würde – so eine Art Wochen/Abend oder Morgenroutine für dich. Die Meditation kann dein Selbstbewusstsein stärken, wenn du sie regelmäßig anwendest. Wichtig ist: Such die für die Meditation einen Platz, der dir gefällt und mach es Dir bequem. Und vor allem: Nimm dir Zeit dafür. In diesem Moment zählst nur du, kein anderer Mensch.

Die Meditationsvorlage wird hier in den nächsten Tagen ergänzt

Am besten sprichst du die Vorlage mit der Diktier- oder Videofunktion deines Handys ein und hast sie so stets dabei – auch wenn du mal unterwegs bist. Du kannst dir natürlich auch das PDF ausdrucken und mitnehmen.

Ich wünsche Dir viel Freude bei der Arbeit an und mit dir und möchte dich noch, wenn du magst zu meinen neuen Selbstliebe-Kurs einladen, den ich für mehr Selbstliebe entwickelt habe. Darin findest du 10 gefühlvolle Lektionen und ein gedrucktes Arbeitsbuch mit 30 aufeinander abgestimmten Übungen, die dein Selbstbewusstsein stärken können.

Beziehungsratgeber – hier gratis weiterlesen

Auszeit-Kurs für mehr Selbstliebe

Weiterlesen in Auszeit Dossiers um Selbstbewusstsein zu stärken

Affirmationen die helfen können, das Selbstbewusstsein zu stärken

Tägliche Begleiter für mehr Selbstbewusstsein

Ein Krafttier, das dir beistehen kann: