„Ich liebe dich“ sind die schönsten drei Worte, die ein Mann einer Frau sagen kann. So erfüllend fühlt sich höchstens noch die Geburt des gemeinsamen Kindes an, und doch ist selbst das nicht mit dem Gefühl der Liebe zu einem Partner vergleichbar. Doch was sagen wir eigentlich einem anderen Menschen, wenn wir aussprechen: „Ich liebe dich“?

 

Verliebtheit und Liebe

Was auch immer die Liebe ist: Verliebtheit ist sie nicht. Wir verlieben uns in einen anderen Menschen, weil dieser positive Eigenschaften hat, die wir stark idealisieren. Um ein so starkes Gefühl wie Verliebtheit zu empfinden, ist diese rosarote Brille absolut notwendig, sonst würde es niemals zustande kommen. Natürlich spielen bei der Entstehung von Verliebtheit auch chemische und psychologische Faktoren eine Rolle, manch einer mag auch an Schicksal glauben. Doch wäre die Liebe dasselbe wie Verliebtheit, wären wir alle maximal einige Wochen und Monate zu einer partnerschaftlichen Bindung fähig. Denn danach ist die Verliebtheit verschwunden, sie ist schließlich nur das Ergebnis eines chemischen Feuerwerks in unserem Körper. Trotzdem bleiben wir mit dem Partner zusammen, auch wenn lange nicht mehr von prickelnder Verliebtheit die Rede sein kann – mehr oder weniger zufrieden mit der Situation. Doch was ist es, was uns zusammenhält?

 

Liebe heißt: sich einlassen können

Fest steht: damit wir lieben können, müssen wir dazu in der Lage sein, den Partner mit allen gewöhnungsbedürftigen Eigenschaften zu nehmen, wie er ist. Er lässt gerne die getragenen Socken im Flur liegen? Das mag nicht erfreulich sein, trotzdem erfordert es die Liebe, ihn sanft und nicht vorwurfsvoll darauf anzusprechen und nicht sofort eine Besserung von ihm zu erwarten. Er schafft es bei aller Bemühung nicht, pünktlich von der Kneipentour wieder zu Hause zu sein? Solange er das nicht aus mangelndem Respekt tut, sondern weil er noch nie gut darin war, die Zeit im Blick zu behalten, nimmt die Liebe das gelassen. Liebe ist alles andere als einfach, denn sie bedeutet, dem Partner den Freiraum zu lassen, der Mensch zu sein, der er ist – und sich trotzdem voll auf ihn einzulassen. Die Liebe geht bewusst das Risiko ein, auch einmal durch die Macken des Partners verletzt zu werden. Doch sie hat auch genug Vertrauen, um zu wissen, dass der liebende Partner tun wird, was nötig ist, um die Verletzung wieder gut zu machen, die er hinterlassen hat.

 

Liebe, Vertrauen und Vergebung

Zur Liebe gehört auch eine gute Portion Vertrauen. Er unterhält sich auf Veranstaltungen gerne mit anderen Frauen? Für die Partnerin mag das ein Grund sein, ihn gut im Auge zu behalten und auch einmal kundzutun, wenn ihr das zu viel wird. Die vertrauensvolle Liebe weiß aber, dass er sich – wenn überhaupt – nur Appetit holt, sich aber niemals auf eine andere Frau einlassen würde. Die Liebe kehrt immer dorthin zurück, wo sie zu Hause ist. Sie weiß, dass sie niemals durch eine andere kurze Begegnung ersetzt werden kann. Im besten Fall wird dieses Vertrauen niemals auf die Probe gestellt. Wird es verletzt, kann das die Liebe in ihren Grundfesten erschüttern und sie sogar zum Erlöschen bringen. Doch die Liebe weiß auch, dass es im Leben viel um Vergebung geht. Das fängt bei der Vergebung kleinster „Vergehen“ an. Er hat schon wieder aus Unwissen die falschen Nudeln eingekauft? Die Liebe verzeiht das. Die Liebe verzeiht aber auch große Vertrauensbrüche, solange der Partner ebenfalls noch liebt und uns nicht mutwillig aus Gleichgültigkeit immer weiter verletzt.

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