Einsamkeit ist nichts Schönes. Sie kann eine schwere Bürde sein – unter ihr litten schon die größten Geister. Friedrich Nietzsche, der Philosoph, führte ein einsames Leben, so wie der jüngst verstorbene Oliver Sacks auch. Nietzsche hatte während seines Lebens drei Freunde: Zwei starben, mit einem entfremdete er sich. „Ich fühle, dass es mit mir zu Ende geht“, schrieb er ein Jahr vor seinem Tod…

Man kann es aber ebenso umgekehrt betrachten: Wenn Einsamkeit auch hochintelligente Menschen wie Nietzsche befällt, heißt dies, dass es keine Sache der Intelligenz ist, Freunde zu gewinnen. Sondern eher eine Frage des Herzens. Und es bieten sich uns heutzutage Gottseidank viele und vielfältige Wege aus der Einsamkeit.

 

Knüpf Kontakte!

War man früher an sein Dorf gefesselt, an seine direkt Umgebung, hat man heute die Weite des Internets und seiner Kontaktmöglichkeiten! Man kann Freundschaftsportale suchen (und finden), zu einem Blind Dinner oder sogar Date gehen, sich auf Facebook registrieren, eine Anzeige schalten – es gibt viele Wege, den Kontakt zu anderen zu suchen. Einen VHS-Kurs besuchen, zur Tanzschule gehen, einen Mal- oder Literaturkurs buchen, einen Urlaub im Wellness-Center – auch dort gibt es hunderte Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Freilich – und dies ist der entscheidende Punkt beim Weg aus der Einsamkeit – ist das Wichtigste das eigene Innere. Dies ist entscheidend bei der Frage, wann und wie man einen Freund gewinnt.

 

Wie hoch ist dein Anspruch?

Um wieder auf Nietzsche zu kommen: Dieser Mann hatte einen immens hohen Anspruch an Freundschaften. Ja, sein Anspruch war so hoch, dass ihm kaum jemand genügen konnte! Und damit stand er sich selber im Wege, konnte doch niemand von den Menschen, die gerne seine Freunde sein wollten, vor seinen Augen bestehen! Er stand sich also selber im Wege. Heutzutage gibt es außerdem eine weitere Anspruchsmentalität, die ungefähr so geht: Freunde ja – aber es darf nichts kosten, darf nicht weh tun, nicht unangenehm sein, keinen Aufwand machen. Aber Freunde zu haben, heißt, zu geben – und nicht nur zu nehmen. Natürlich heißt es nicht, sich ausnutzen zu lassen. Aber wer nicht bereit ist, Zeit und Aufwand für andere zu investieren, der bleibt allein, auch wenn er sich noch so sehnen mag.

 

Liebe erst mal dich

Das Entscheidende ist auch hier, den eigenen Mustern auf die Schliche zu kommen, die bedingen, warum manche Dinge sich so und immer wieder so entwickeln. Das Gute ist, dass es einen Weg aus dem Leid der Einsamkeit heraus gibt. Je mehr man bei sich selbst ist, je mehr man sich selber wertschätzt, desto anziehender wirkt man auf andere – damit auch einladender. Und auch dies gilt es zu beachten: Es gibt für alles eine Zeit. Es gibt eine Zeit des Säens und der Ernte. Eine Zeit des Wartens und des Empfangens. Eine Zeit der Einsamkeit – und der Freundschaft. Man sollte also beides tun: Die Hilfsmöglichkeiten nutzen, die sich heute bieten. Und in sich selber schauen. Denn die Selbstbeobachtung enträtselt uns die Geheimnisse über uns selbst. Und führt uns den Weg aus der Einsamkeit. Wie eine deutsche Band mal so schön sang: Bevor du andere lieben lernst – liebe erst mal dich.

Über den Autor

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