Wenn du nach Hilfe suchst, um deine Einsamkeit überwinden zu können, begegnest du zahlreichen gut gemeinten Ratschlägen, die du jedoch nur schwer in die Tat umsetzen kannst. Das liegt nicht daran, dass die Tipps gegen Einsamkeit grundsätzlich zu oberflächlich sind, sondern hauptsächlich wird das Alleinsein sehr individuell empfunden. Du wirst also manche Ratschläge gar nicht erst in Betracht ziehen, andere passen dafür umso besser zu dir. Vom Ende der Einsamkeit möchte Dir dieser Beitrag erzählen – Welche 

 

20 Übungen, aus der Einsamkeit zu entfliehen

So wie wahre Freude im Herzen wächst, entsteht auch Zufriedenheit nur im deinen Inneren. Einsamkeit sollte dich davon nicht abhalten. Wenn du sie wirklich überwinden willst, wirst du einen Weg finden. Hier sind 20 Übungen, die dir helfen können, diesen Weg zu gehen und bald vom Ende der Einsamkeit schreiben zu können – Vom Ende Deiner Einsamkeit:

 

1. Übung: Lege dir ein 5-Jahres-Tagebuch an

Solche Bücher gibt es auch zu kaufen. Darin werden dir für jeden Tag im Jahr explizit Fragen gestellt, insgesamt also 365. Im darauffolgenden Jahr trägst du auf der jeweiligen Seite zum Tag erneut deine aktuelle Antwort ein und kannst so über fünf Jahre hinweg (oder beliebig mehr) deine Entwicklung nachvollziehen. Weder musst du alle Gedanken niederschreiben, noch kostet dich das Ganze Unmengen an Zeit. Kurze Stichpunkte genügen.

Es ist dabei völlig egal, wann du anfängst. Am besten wäre natürlich heute noch. Du kannst dir allerdings auch selbst Fragen ausdenken, von denen du dir erhoffst, sie würden dir gestellt werden, oder die dir wichtig erscheinen. Genauso gut können es ganz triviale Themen sein, die erst im Vergleich der Jahre einen Zusammenhang zu deinen Gefühlen ergeben.

Zum Beispiel:
Welche Farben trägst du heute?
Wohin möchtest du als nächstes reisen?
An wen hast du heute besonders gerne gedacht?
Wer hat dich heute zum Lachen gebracht?
Wenn du heute einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Diese und viele andere Fragen sollen dir als Denkanstoß dienen. So kannst du bewusst Dinge in deinem Leben entdecken, die du vielleicht ändern möchtest und solche, auf die du sehr stolz bist. Das Tagebuch soll dich dazu anregen, dein Leben so zu gestalten, dass du glücklich und zufrieden bist.

 

2. Übung: Trage deine Liebsten bei dir

Früher war es gang und gäbe, Fotos der Familie im Portemonnaie aufzubewahren und bei jeder Gelegenheit stolz zu präsentieren. Mit den Smartphones verschwanden die Bilder jedoch in den digitalen Speicher. Die Portraits deiner Liebsten bei dir zu tragen, kann sich jedoch wie ein Schutzschild auf dich auswirken und dir bei Bedarf allein durch den Anblick Kraft und Trost spenden.

Wenn nicht in der Geldbörse, dann vielleicht als Medaillon oder in Form eingravierter Namen auf einem Ring. Manche lassen sich auch tätowieren, jeder wie er es mag.

 

3. Übung: Schau aus dem Fenster raus

So banal das auch klingt: Einfach mal den Blick aus den eigenen vier Wänden zu werfen, kann richtig befreiend sein. Künstliches Licht, triste Tapeten und klimatisierte Räume sperren dich in einen goldenen Käfig. Klar solltest du dankbar sein, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Aber strecke besagten Kopf doch auch ab und zu ins Freie, um deine Gedanken und Gefühle wenigstens für einen Moment ebenfalls zu befreien.

Beim Blick aus dem Fenster nimmst du Witterung auf, fühlst den Wind im Gesicht, überblickst den Verkehr und wie die Leute hin und herlaufen. Statt dich mit ins Getümmel zu werfen, hast du nun aber eine viel erhabenere Perspektive und kannst so manches besser mit Abstand betrachten.

 

4. Übung: Male dir einen Traum aus

Ob du malst oder schreibst, bleibt dir überlassen: Aber wie würde dein Traumurlaub aussehen, dein Traumhaus oder auch dein Traummann? Setz deine Fantasie einmal bildlich um und verschaffe dir Klarheit, wie deine Träume wirklich aussehen. Das Ergebnis kannst du dir als Vorlage für die Realität nehmen. Wer weiß, vielleicht erfüllt sich der ein oder andere Traum ja. Du kannst Dir auch erträumen, wie es sich anfühlt, von Ende der Einsamkeit, deines eigenen Rückzuges und deiner eignen Rückkehr erzählen zu können.

 

5. Übung: Werde zum Retter in der Not

Hierfür musst du natürlich auf eine günstige Gelegenheit warten. Vielleicht benötigt eines Tages ein Nachbar deine Hilfe, zum Beispiel um während eines Krankenhausaufenthaltes auf das Haustier aufzupassen. Oder jemand stürzt und du kannst Erste Hilfe leisten – sei also gut vorbereitet.

Auch geschützte Tiere wie Igel und Fledermäuse benötigen hin und wieder Rettung, wenn das Winterquartier zum Beispiel weggefegt wird. Oder du gehst Blut spenden, lässt dich als Organspender eintragen, übernimmst eine Patenschaft für hilfsbedürftige Kinder, etc. Es gibt so viele, die du retten kannst und die auf deine Unterstützung angewiesen sind.

 

6. Übung: Starte ein Projekt

Es sollte eine wirkliche Herausforderung für dich sein, eine, an der du wachsen (und gedeihen) kannst. Lerne einen komplizierten Tanz, entdecke ein neues Instrument für dich oder erstelle deinen eigenen Trainingsplan. Projekte dieser Art können auch Gartengestaltung, Hausrenovierung oder Ähnliches aus deinem Umfeld sein. Baue deinem Vierbeiner eine Hundehütte oder stricke deine erste Winterausstattung. Hauptsache du hast am Ende ein Ergebnis in der Hand, dass dich mit Stolz erfüllt, sowie mit Selbstvertrauen und Zuversicht, jede weitere Herausforderung ebenso zu meistern.

 

7. Übung: Gönn dir eine Kur

Häufig werden bei Überlastung und chronischen Krankheiten Kuren verschrieben. Leider erkennen Ärzte die Einsamkeit nicht immer als Belastung an. Dann gestaltest du eben deine eigene Kur. Eine Woche im Welness-Hotel mit Spa-Behandlungen, Massagen und Sauna lassen dich wieder das Leben fühlen. Fernab vom Alltagsstress und den Sorgen sollst du für eine gewisse Zeit einmal keine Verantwortung tragen. Allenfalls für dich selbst. Den Rest dürfen die anderen machen, dafür werden sie schließlich bezahlt. Lass dir das Frühstück bringen, die müden Knochen durchkneten und tauche ein in Whirlpools, Dampfbäder und kulinarische Delikatessen.

 

8. Übung: Spare für etwas ganz Besonderes – und dann kauf es dir

Die Konsumgesellschaft nimmt dich viel zu oft in Beschlag. Stundenlanges Stöbern in Webshops, endlose Tiraden von Verkäufern und Werbeanzeigen, ausgiebiges Flanieren durch die Einkaufszentren – und am Ende hast du etwas gekauft, das dir weder gefällt noch deinem Budget entspricht.

Stattdessen suche dir bewusst ein Objekt deiner Begierde, das dir wirklich Freude bereiten wird. Ein neues Fahrrad, eben erwähnter Urlaub oder eine hochwertige Küche können zum Beispiel erstrebenswerte Anschaffungen sein, von denen du lange profitierst.

 

9. Übung: Schließe dich einer Gruppe an

Die Mitgliedschaft im Faschingsverein kann ebenso bereichernd sein wie die freiwillige Feuerwehr. Aber auch Arbeitsgruppen der Kommunalpolitik, Umweltschutzorganisationen und Nordic Walking Kurse bieten dir die Möglichkeit Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Wenn dir das alles zu aufwendig erscheint, durchstöbere doch einmal die Online-Foren auf der Suche nach Interessengruppe. Bundesweit treffen sich die unterschiedlichsten Menschen, weil sie das gleiche Auto haben, dieselbe Hunderasse oder die gleiche Krankheit. Das geht bis weit über die Landesgrenzen hinaus und erlaubt dir Menschen zu begegnen, die dich verstehen.

 

10. Übung: Bilde dich weiter

Berufliche Qualifikationen kannst du eigentlich nie genug haben. Eine Weiterbildung hält jedoch gleichzeitig deinen Geist wach, gibt dir neue Aufgaben und trainiert deine Fähigkeiten. Volkshochschulen bieten zum Beispiel zahlreiche Angebote für Fremdsprachen. So könntest du dich auf eine Auslandsreise vorbereiten, vor der du Angst hattest wegen der Sprachbarriere.

Aber auch Handwerkskurse im Baummarkt, Nähtreffs des örtlichen Bastelshops oder Ähnliches laden immer wieder ein, sich weiter zu entwickeln. Nutze die Gelegenheit, dich zu profilieren. Nicht für deinen Chef, sondern für dich selbst.

 

11. Übung: Veranstalte eine Themenparty

Wenn dir der Kontakt zu anderen Mitmenschen fehlt, musst du sie womöglich einfach nur mal wieder einladen. Einigen fällt es schwer, interessant genug zu erscheinen, damit überhaupt jemand kommt. Dem kannst du entgegen wirken, indem du dir besondere Themen überlegst. Das kann ein Spieleabend mit Freunden sein, nicht unbedingt bei dir daheim, sondern in einem Spielcafé. Dort gibt es neben Verköstigung zahllose Gesellschaftsspiele, die nach Herzenslust genutzt werden können. Du selbst musst dich um nichts weiter kümmern, außer vielleicht um die Reservierung.

Aber auch ein Krimi-Dinner, eine Halloween-Party, Straßenfeste, Flohmärkte und Grill-Specials sind äußerst verlockend, so dass du gewiss nicht einsam bleibst an dem Abend.

 

12. Übung: Finde einen Brieffreund

Die ganz klassischen Medien wie Papier und Füller werden viel zu selten in Betracht gezogen. Dabei kann durch das konzentrierte Schreiben deutlich mehr verarbeitet werden, als beim rasanten Eintippen von Emojis und Abkürzungen. Je ausführlicher du dich deiner Geschichte widmest, desto gründlicher kannst du sie für dich selbst aufbereiten.

Einen Brieffreund findet du allerdings tatsächlich am Ehesten über Internetforen. Das kann ein Interessenkumpane sein mit dem gleichen Hobby wie du, jemand, der deine Sprache lernen möchte und dir dafür seine beibringt oder dein hilfsbedürftiges Patenkind, dem du eben nicht nur Geldzuwendungen schickst, sondern auch Aufmerksamkeit und Zuspruch. Mit jedem Brief, den du zurück erhältst, bekommst du ebenso Dankbarkeit und Zuwendung.

 

13. Übung: Nutze öffentliche Institutionen

Statt dir Bücher zu kaufen, leihe dir welche in der Bibliothek aus. Dort kannst du auch Vorlesungen besuchen, Autoren treffen und den Duft des Wissens schnuppern.

Statt allein im Auto zur Arbeit zu fahren, nimm lieber den Bus oder die Straßenbahn. Damit entlastest du nicht nur die Umwelt, sondern auch deine Aufmerksamkeitsspanne, die sich nicht auf den Verkehr konzentrieren muss, sondern entspannt Gesprächen lauschen kann, Menschen beobachtet und neue Wege beschreitet.

Auf diese Weise kannst du viele Aktivitäten, die du sonst alleine bewältigst, in der Gemeinschaft verbringen.

 

14. Übung: Teile und herrsche

Über Tauschbörsen, Interessenforen und Hilfsgemeinschaften kannst du deine ungenutzten Werkzeuge, dein Wissen und deine Fähigkeiten tauschen. Gegen die anderer. Diese sogenannten Sharing Communities sind eigens darauf ausgelegt, Materielles sowie Immaterielles geldlos zu verteilen. Wer etwas dringend benötigt, soll so schnell Hilfe bekommen. Wer zu viel hat, kann dadurch anderen helfen und erlebt Dankbarkeit und wahren Gemeinschaftssinn.

Ob du nun Nachhilfe gibst, dein Sofa für Couchsurfer anbietest oder geheime Wanderpfade bekannt gibst – je mehr du teilst, desto weniger bist du einsam.

 

15. Übung: Finde deine wahre Tierliebe

Sich um ein Haustier zu kümmern, bedeutet nicht nur viel Verantwortung, sondern auch eine Aufgabe, in der du Erfüllung finden kannst. Wähle jedoch sehr genau, welches Haustier zu dir passt. Hunde brauchen täglich mehrere Stunden Auslauf und lassen sich nicht immer mit Urlaubsplänen in Einklang bringen – dafür bist du regelmäßig an der frischen Luft und bewegst dich.

Andererseits kann sogar ein Aquarium inneren Frieden schenken, wenn du dich in die Beobachtung der Fische vertiefst und bei der Gestaltung und technischen Ausstattung Freude hast. Wenn du kein Tier daheim haben willst, können auch Patenschaften im Zoo, Tierheim oder Gnadenhof eine willkommene Alternative sein. Tieren gelingt es immer wieder entstandene Leeren in unseren Seelen erstaunlich schnell zu füllen.

 

16. Übung: Sprich einen Fremden an

Es wird dich wahrscheinlich anfangs Überwindung kosten, und nicht jeder will angesprochen werden, aber der Großteil der Menschen sehnt sich genau danach – ein kurzer Plausch, jemand, der ihnen zuhört und eben nicht rücksichtslos vorbei läuft. Die soziale Kälte unserer Gesellschaft greift immer mehr um sich. Griesgrämige Gesichter, verschränkte Arme und eingezogene Schultern vermitteln nicht gerade eine einladende Haltung.

Versuche dich zunächst mit simplem Augenkontakt. Wage ein Lächeln. Grüße. Das beginnt beim Eintreten ins Wartezimmer über die Busfahrt und reicht bis hin zum Treppenhaus. So oft rennen wir einfach aneinander vorbei. Frag, ob du die Tür aufhalten sollst, beim Tragen helfen kannst oder warum sie denn so müde aussehen.

 

17. Übung: Halte einen kleinen Power-Nap

Tagesschlaf kann mit nur wenigen Minuten Entspannung deine Empfindungen und Gedanken wieder beruhigen. Auch bekannt als Power Napping kannst du diese Übung jederzeit und überall einbauen. Am Arbeitsplatz, in der Straßenbahn, auf der Parkbank: Wo immer du deinen Körper kurz ablegen kannst sowie deine Sorgen.

So wie Kinder Mittagsschlaf oder Mittagsruhe halten, kannst du ebenfalls ein kleines Nickerchen machen. Der Tiefschlaf sollte dabei vermieden werden, es geht lediglich um das Ausruhen des Gemüts. In spanischen und lateinamerikanische Kulturen nennen sie es Siesta, die Japaner sagen Inemuri dazu: 20 bis 30 Minuten einfach mal vor dich hin dösen und mit dir selbst allein sein.

 

18. Übung: Bereite anderen eine Freude

Wenn wir anderen eine Freude bereiten, wirkt sich das immer ebenso positiv auf uns selber aus. Dankbarkeit, Bestätigung, Zuneigung und ähnliches Feedback steigern dein Selbstwertgefühl. Aus diesem Grund ist Altruismus auch nie so ganz uneigennützig. Selbst wer alles gibt, tut dies am Ende nur, um seinen inneren Frieden zu finden.

Nutze dieses Gleichgewicht der Kräfte und verschenke Selbstgebasteltes, verbringe Zeit mit deinen Verwandten, hilf Kollegen mit überfüllten Schreibtischen, führe deinen Partner chic aus und unterstütze deine Kinder. Selbst kleine Gesten können eine große Wirkung auf dich haben.

 

19. Übung: Anonymisiere deine Gedanken

Schreibe drei deiner negativen Gedanken oder Gefühle auf. Nicht nur als Stichpunkt, sondern zudem, was sie für dich bedeuten. Verwahre deine Notizen eine Woche und lies sie dir dann erneut durch. Stell dir vor, jemand anderer hätte diese Worte geschrieben. Was würdest du ihm raten?

Versuche auf diese Weise Abstand zu deinen Empfindungen zu gewinnen, um sie zu „entdramatisieren“. So wie eine Nacht überschlafen Konflikten die Hitze des Gefechts abkühlt, kann diese Übung dir helfen, gewisse Wahrnehmung nicht mehr als überspitzt zu interpretieren. Gleichzeitig kannst du dir selbst der beste Ratgeber sein, denn niemand versteht dich so gut, wie du selbst. Du musst dann aber auch auf dich hören und deine eigenen Ratschläge beherzigen.

 

20. Übung: Vom Ende der Einsamkeit: Lerne im Alleinsein Zufriedenheit zu entwickeln

Es ist nicht immer sinnvoll der Einsamkeit zu entfliehen. Manchmal kann sie tatsächlich hilfreich sein, um die Seele zu reinigen, sich selbst wieder näher zu kommen, wieder besser kennen zu lernen sowie das Leben angemessen zu entschleunigen.
Durch Meditation, autogenes Training, Gebete, Pilgern, Klosteraufenthalte und Ähnliches lernst du, im Alleinsein eine heilende Wirkung wahrzunehmen. Womöglich ist ein Sabbatjahr, sprich ein Jahr komplett Auszeit von allem, genau das Richtige für dich. Keiner, der etwas von dir verlangt, der dich antreibt, überfordert oder beschuldigt. Nur du. Dein Innerstes. Dein Frieden.

 


Nicht jede dieser Übungen wird dir auf Anhieb gelingen, manche sind sehr aufwendig und umfassend, andere erscheinen dir auf den ersten Blick zu ineffektiv. Dennoch solltest du dich an jeder Übung einmal versuchen, um deinen Weg aus der Einsamkeit zu finden und mir an anderer Stelle vom Ende der Einsamkeit berichten zu können. Das würde mich sehr freuen.

Oder mit den Worten der amerikanischen Schriftstellerin Pearl S. Buck: 

“Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“

 

Mehr zum Thema Einsamkeit findest du hier:

Für die Zeit mit dir selbst: