Eine Entscheidung kann für oder gegen die Beziehung ausfallen, sie retten oder zerstören, sogar friedlich beenden, wenn es denn sein muss. In jedem Fall ist es eine Entscheidung, die dein Leben beeinflussen wird, eine Entscheidung für oder gegen deinen Partner. In diesem Beitrag soll es darum gehen, dir bei wichtigen Entscheidungen wie dieser zu helfen, sozusagen das entscheiden zu lernen. Denn Entscheiden wollen wir oft nur ungern, insbesondere dann nicht, wenn unsere Entscheidung andere Menschen betrifft und diese gar verletzen kann.

Doch warum ist es so wichtig, sich zu entscheiden? Würde wir in einer Beziehung ansonsten stagnieren und irgendwann unbemerkt nebeneinander her leben, in dem Irrglauben, das anfängliche Glück hinter einer gläsernen Vitrine festhalten zu können? Solange wir ja Nichts anfassen oder verändern, sollte doch alles gut sein: „Never touch a running system“, preisen die Informatiker, in der Hoffnung, dass nicht eines Tages das gesamte Betriebssystem gleich einem Kartenhaus in sich zusammenfällt. Denn zu komplex sind manche Strukturen. Die kleinste Variable könnte die ganze Welt aus den Fugen geraten lassen. 

In Liebesdingen scheint das Credo fragwürdig. Manchmal ist eine Entscheidung unvermeidlich, ein andern mal ist es umso wichtiger, sich bewusst gegen eine Veränderung zu entscheiden und alles beim Alten zu lassen. Doch wie kannst du die Zeichen rechtzeitig erkennen und wissen, wofür, beziehungsweise wogegen, du dich entscheiden musst?

Jede Entscheidung hat einen Wert

Es ist in der Tat eine riskante Annahme und nicht selten der Grund für bittere Trennungen, wenn Paare jegliche Entscheidungen vermeiden und hoffen, alles bliebe in ewig währendem, glücklichen Zustand. Denn obgleich eine Liebesbeziehung locker, leicht und unkompliziert anfangen kann, vermag sie sich leider nicht auf diesem Level zu halten. Zumindest nicht ohne wahren Tiefgang zu erleben. Bestünde die Partnerschaft nur aus Smalltalk und sanften Plänkeleien, emotionalen Basiserlebnissen und kategorischen Tabuthemen – wo bliebe da die Nähe zueinander?

Allein die Entscheidung, überhaupt eine Beziehung einzugehen, sprich einen bestimmten Partner zu wählen, beeinflusst die darauf folgende Zeit maßgeblich. Nicht minder äußere Einflüsse und unvorhersehbare Faktoren, die uns eine Entscheidung aufzwingen, ob wir sie nun treffen wollen oder nicht. Auch wirst du nicht immer bereit sein, dich zu entscheiden. Dennoch darfst du niemals davor zurückschrecken – denn jede Entscheidung ist es wert, sie zu treffen.

Was ist mir wichtig? Werte erkennen und richtig bemessen

Entscheidungen fallen im großen wie im kleinen Stil an. Es beginnt bei harmlosen Überlegungen wie „Was wollen wir heute essen?“ bis hin zur Frage nach dem Urlaubsziel oder gar derer nach einer gemeinsamen Zukunft inklusive Eheversprechen und Kinderwunsch. Doch selbst wenn all die bekannten großen Entscheidungen gefällt sind, tauchen immer wieder neue Situationen auf, die es zu bewältigen, im besten Fall zu lösen, gilt.

Entscheide in Ruhe

Und so ist es jedes Mal aufs Neue wichtig, dass du dir überlegst, welchen Wert du deiner Entscheidung bemessen möchtest. Nicht immer ist es ratsam aus der sprichwörtlichen Mücke einen Elefanten zu machen, andere Angelegenheiten sollten umso ernster genommen werden. Bevor du also deine Wahl triffst, gehe in aller Ruhe in dich und ergründe, welche Bedeutung all das für dich hat und haben könnte. Womöglich steht dir eine sehr emotionale Entscheidung bevor oder eine völlig rationale. Oder dir selbst scheinen die Belange größtenteils unwichtig, deinem Partner dagegen sehr zu bewegen, und schließlich liegt dir sein Glück auch am Herzen.

Eine Bewertung hat folgende Vorteile: 

  • Du kannst zu schwerwiegenden Situationen einen halbwegs objektiven Abstand wahren.
  • Es fällt dir leichter, hinterher zu deiner Entscheidung zu stehen, anstatt sie in Frage zu stellen.
  • Fortan wirst du Entscheidungen mit ähnlicher Wertigkeit besser treffen können.

Einige lassen sich dazu ein Punktesystem einfallen oder kategorisieren ihre Erfahrungen von unwesentlich bis hin zu essentiell. Mitunter sind die Übergänge stufenlos und passen nicht in eine Schublade. Solltest du dir gänzlich unsicher sein, stelle dir diese eine simple Frage:

WILL ich das?

Was will ich mit der Entscheidung erreichen? Ergebnisse und Folgen kalkulieren

Oftmals werden in Vorbereitung auf schwer zu treffende Entscheidungen Pro- und Kontralisten empfohlen. Dabei stehen die zu erwartenden Vorteile den Nachteilen gleichwertig gegenüber. Dies ist insofern nicht konstruktiv, eben weil bestimmte Aspekte dir immer mehr bedeuten werden als andere. Lasse also deine bis dahin wohl überlegte Wertigkeit einfließen. 

Immerhin dürften dir so manche Folgen als besonders dramatisch erscheinen oder gar ein Ausschlusskriterium darstellen. Und schon rücken ganz gezielt Bedürfnisse und Prioritäten in den Vordergrund, vor allem im Sinne langfristiger Ziele. Zum Beispiel was aus den Kindern wird im Falle einer Scheidung. Oder ob du finanziell abgesichert bist ohne das Einkommen deines Partners. Unabhängigkeit und Freiheit sind nicht immer besser als Sicherheit und Nähe.

Ist es ein Streit über das gemeinsame Wochenende tatsächlich Wert, die ganze Beziehung dafür aufs Spiel zu setzen? Könnte ein spontaner Kompromiss am Ende doch nur wieder in wenigen Wochen aufflammen und ungelöst bleiben? Dreh- und Angelpunkt dieser Überlegungen bist einzig und allein du, denn du musst mit den Konsequenzen leben und sie verantworten. Deine Entscheidung:

Will ICH das?

Worauf bin ich bereit zu verzichten? Kompromisse und Differenzen in Kauf nehmen

Und letztlich gilt es immer zu prüfen, ob und in wie weit deine Entscheidung verfeinert werden kann. Ein „Ja, falls…“ oder „Nur, wenn…“ besänftigt so manchen Disput und nimmt der Entscheidung ihren vermeintlichen Schrecken. Wenn es heißt Starrköpfigkeit versus Kompromissbreitschaft, tun sich jedoch viele Menschen – vor allem in einer Beziehung – schwer, von ihren Prinzipien abzuweichen. 

Ein Kompromiss ist nicht immer eine Lösung. Gleich einem Bumerang kann dir die ganze Situation in kurzer Zeit erneut um die Ohren fliegen, weil du keine klare Entscheidung treffen konntest. Die Angelegenheit hinauszögern, vertagen oder auf andere abwälzen, ist demnach kein Ausweg. Prüfe daher immer:

Will ich DAS?

Entscheidungen nachhaltig treffen – fürs Leben entscheiden

Du merkst: Einen ultimativen Leitfaden zum Entscheidungen treffen gibt es per se nicht. Jede Situation ist einmalig. Und selbst wenn du in deinem Leben tatsächlich erneut in eine vergleichbare Lage gerätst, wirst du selbst dann bereits ein anderer Mensch sein. Mit neuen Erfahrungen und Wertvorstellungen. Bedenke nur, wie viele deiner Entscheidungen du heute anders fällen würdest.

Und genau daraus entsteht eine Art Befangenheit, weitere Entscheidungen zu treffen. Was, wenn du sie bereuen wirst? Oder etwas übersehen hast? Vielleicht ergibt sich ja noch eine bessere Chance? Derartige Zweifel bremsen dich gnadenlos aus. 

Umgekehrt können allerdings Reue, Scham und ähnliche negative Erfahrungen regelrecht inspirierend sein, künftig eine andere Wahl zu treffen, und sei es nur, um den selben Fehler nicht noch einmal zu begehen.

Was daraus folgt ist eine Mischung aus versiertem Tunnelblick und Orientierungslosigkeit basierend auf Unsicherheit. Wenn du jetzt nach einem Kompass suchst, einer Wahrsager-Kugel oder wenigstens einem Leuchtturm, der dir den Weg in die Zukunft weist, sei nicht enttäuscht, wenn du Nichts davon findest. Klar, du könntest genauso gut eine Münze werfen. Aber das wäre nicht die Art von Entscheidung, zu der du stehen könntest. Denn weder der Zufall noch das Schicksal nimmt dir die Last von den Schultern, die Konsequenzen zu ertragen. Besser, die Entscheidung selbst-bestimmend fällen, als sich willkürlich steuern zu lassen.

Überwinde deine Angst, dich endgültig zu entscheiden

Mit der Option auf Selbstbestimmung finden viele Menschen dann doch ihren Mut, sich zu entscheiden. Womöglich macht dir aber auch genau das Angst: Die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Es wäre doch so viel leichter, die Verantwortung abzugeben und dann hinterher auf andere die Schuld abzuwälzen, sollte alles scheitern.

Daher sind gute Führungskräfte auch so schwer zu finden. Meistens sind es nämlich nur Folgeschwächen. Jene, die sich nicht trauen etwas zu verändern und ausschließlich auf Bewährtes bauen. Eben „Never touch a running system.“ 

In einer Gesellschaft, die für Gleichberechtigung, Wahl- und Pressefreiheit, für Diversität und soziale Freiheit kämpft, gibt es nach wie vor Menschen, die ihre Komfortzone nicht verlassen wollen. In einer Beziehung verhält es sich mitunter ähnlich. Die einen stehen auf und vertreten ihre Meinung, die anderen verkriechen sich eingerollt auf das Sofa und warten ab, was passiert. 

Wenn du aber die Auswirkungen auch nur ansatzweise zu deinen Gunsten beeinflussen willst, musst du deine eigenen Entscheidungen treffen. Für dich, deine Beziehung, dein Leben. 

Entscheidungshilfen für Dich

  • Statt „lieber nicht“ versuche es doch mal mit „warum nicht“.
  • Überlege dir das schlimmst mögliche Szenario – und beuge genau dafür vor, um dich abgesichert zu fühlen.
  • Mach dir klar, dass Schuld und Verantwortung nicht ein- und dasselbe sind. Es gibt Nichts zu bereuen, lediglich dafür einzustehen.

Nachhaltig Entscheidungen zu treffen, sollte durchaus implizieren im Moment zu leben. Denn du wählst aus einem Moment heraus gewisse Konsequenzen. So ein Moment sollte sich gut anfühlen, richtig und selbst-bestimmend. Du darfst natürlich auch Zweifel haben, Ängste und Sorgen – genau das macht dich zu einem verantwortungsvollen Entscheider.

Lerne dich gegen Etwas oder Jemanden zu entscheiden, anstatt weiter zu leiden

Viel zu oft unterschätzt wird nicht nur die nachhaltige Entscheidung, sondern auch die Entscheidung gegen Etwas beziehungsweise gegen Jemanden. Häufig als Auflehnung fehlinterpretiert, als destruktiv oder als „Spaßbremse“. Dabei ist es besonders wichtig, dass du klare Grenzen setzt und auch Nein sagen kannst. 

Ja-Sager finden sich schneller in toxischen Beziehungen wieder, als ihnen überhaupt bewusst ist. Denn, wer nur nachgibt ohne eigene Interessen zu wahren, gibt einen Teil seiner Persönlichkeit auf. Dies geschieht keinesfalls dem Partner zu liebe, sondern aus purer Bequemlichkeit. „Ich möchte nicht streiten“, „Ich will niemandem auf den Schlips treten“, „Das ist es doch nicht wert“ sind klassische Beispiele einer Entscheidungsvermeidung. Bloß nicht anecken, keine Wellen schlagen oder gar alte Wunden aufreißen.

Aus dem Selbstschutz wird ein Selbstverlust. Was dir bleibt, ist jene toxische Beziehung, in der du heimlich leidest oder dich zumindest stillschweigend deinem Schicksal ergibst. Das wird allerdings weder dich, noch deinen Partner, glücklich machen. 

Jesper Juul, dänischer Familientherapeut und renommierter Autor, erkannte:
„Das Nein ist die schwierigste und gerade deshalb auch die liebevollste Antwort. Sie erfordert am meisten Umsicht, Engagement, Ehrlichkeit und Mut.“

Mit einem achtsam platzierten Nein beweist du, dass dir an der Beziehung viel liegt, dass du bereit bist, Grenzen zu setzen und Bedürfnisse zu wahren. Vor allem aber stehst du für dich selbst ein – und nur so kannst du stark genug sein, andere zu stützen und zu schützen.

Der Dank und die innere Zufriedenheit werden nicht immer sofort eintreten. Aber wenn die Zeit gekommen ist, wirst du für deinen liebenswerten Mut zum Nein belohnt. 

Stehe zu deinen Entscheidungen, auch zu den vermeintlich falschen

Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass du auch mal unkluge beziehungsweise strategisch deplatzierte Entscheidungen triffst. Solche “Fehler“ machen wir alle, und doch lernen wir daraus wesentlich mehr als auch einer richtigen Wahl. Denn nur so lassen sich Werte überhaupt erst individuell bemessen und erkennen. Du lernst, mögliche Folgen besser abzuschätzen und letztlich ebenso mit ihnen umzugehen.

Sollte sich also deine Wahl im Nachhinein als missglückt herausstellen, sei dir gewiss, das du sie in dem Moment der Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen getroffen hast. Selbst wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, wäre das Ergebnis dasselbe – denn zu diesem Zeitpunkt waren ganz bestimmte Umstände am Werk.

Mitunter haben dich keine Gefühle beeinflusst. Wenn wir wütend sind, gar in Rage, neigen wir dazu, alles negativ zu sehen. Frisch verliebt und mit rosaroter Brille auf der Nase, sind wir dagegen naiv und gelegentlich auch töricht. Womöglich reden dir Verwandte oder Freunde rein, die es zwar nur gut meinen, aber am Ende eigene Interessen verfolgen – und somit deine Entscheidung manipulieren. All diese Variablen strömen auf dich ein.

Entscheidungen und ihre Variablen

  • Gefühle wie Wut, Liebe, Neid, Eifersucht, Trauer und Mitleid
  • Erfahrungen, aus denen sich Angst bildet, Neugier oder eine Leidenschaft
  • Launen wie Frust, Euphorie und Hormonschwankungen
  • Gesundheitliche Aspekte, beispielsweise chronische Schmerzen, Depressionen und Migräne
  • Dein Innerer Kritiker, der die negative Glaubenssätze eintrichtert
  • Mitmenschen, die dich beeinflussen und lenken wollen, sei es im persönlichen Gespräch oder durch eine abstrakte Werbebotschaft
  • Fremdeinflüsse, in etwa ein Glücksfall oder ein Schicksalsschlag

Dies und noch so vieles mehr, sind Umstände, die deine Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen können. Womöglich lenkt dich eine Begegnung mit Freunden ab, oder dir fallen wieder gewisse Worte von jemanden ein, und so weiter. All das ist wichtig und doch ist Nichts davon eine Ausrede, sollte sich deine Entscheidung als vermeintlich falsch herausstellen.

Niemand erwartet von dir, permanent einen kühlen Kopf zu bewahren und objektiv dein Leben durchzuplanen. Du wirst mal hitzköpfig, mal stur, mal abweisend und auch mal verrückt vor Liebe sein. Indem du zu all deinen Entscheidungen stehst, gestehst du dir selbst und auch anderen ein, ein fühlender Mensch zu sein. Und nur wenn du das akzeptierst und für dich einstehst, werden sich deine Mitmenschen auf dich verlassen und dir Vertrauen schenken.

Mit jeder Entscheidung wächst dein Selbstbewusstsein

Du wirst dich wahrscheinlich nicht mehr erinnern können: Aber als Kind wolltest du unbedingt deine ersten eigenen Entscheidungen treffen dürfen. Kaum Laufen gelernt, ging es darum die Richtung zu bestimmen. Kaum der Sprache mächtig, ging es los mit „Ich will“. Dann wolltest du endlich erwachsen werden und all die tollen Dinge machen, die Erwachsene eben so tun.

„Kinder, die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können.“ 

Verfasser unbekannt

An jeder Entscheidung, die du seit deiner Kindheit getroffen hast, bist du schließlich gewachsen. Stück für Stück. Du hast herausgefunden, was dir schmeckt. Wie hoch du klettern kannst. Welche Kleidung dir gefällt und worin du dich wohlfühlst. Welche Geschichten dich inspirieren. Dass du auch Krankheiten überwinden, Freunden verzeihen und freiwillig auf Spielzeug verzichten kannst.

Diesen Prozess durchlebst du ein Leben lang, nicht nur als Kind. Lediglich die Art der Entscheidungen ändert sich. Heute musst du zwischen Jobangeboten wählen, wofür du dein Geld ausgeben solltest, ob du deinem Partner vertrauen kannst, was das Beste für deine eigenen Kinder ist und nicht zuletzt triffst du sämtliche Entscheidungen für dich selbst. Und jede davon basiert auf deinen bisherigen Erfahrungen. Insofern ist die Wahl keineswegs eine Qual, sondern Grundelement für ein selbst-bestimmendes Leben. Und doch quälen wir uns mit so manchen anstehenden Entscheidungen.

5 Gründe, warum es dir schwer fällt, dich für Änderungen, Neuanfänge und Trennungen zu entscheiden

Rückblickend auf deine Kindheit, solltest du dir bewusst machen, welche Gründe dich heute als Erwachsener ausbremsen, eine Wahl zu fällen.

  1. “Dafür bist du noch zu klein!“: Klingt vertraut? Als Kinder werden wir oft kleiner gemacht, als wir eigentlich sind. Wir trauen unseren Kindern später selbst nicht genug zu. Aus Angst, sie könnten sich verletzen oder verletzt werden. Und so manifestiert sich der Innere Kritiker der Unzulänglichkeit. Zu klein, zu schwach, zu jung, zu krank, etc.
  2. “Du sollst es doch mal besser haben!“: Eltern neigen dazu, die Zukunft ihrer Kind selbst in die Hand nehmen zu wollen, um die eigenen Fehler wieder gerade zu biegen. Oder zumindest nachzuholen, wovon sie glauben, es verpasst zu haben. Kurioserweise treten die Kindern dann genau in die Fußstapfen ihrer Eltern, anstatt neue Wege zu wagen. Aus dem Vorbild wird eine Schablone, in die du dich hinein zwängst, selbst wenn sie nicht zu dir passt.
  3. “Ist das nicht zu riskant??“: Es folgen die Bedenken, von einem angeblich klar beschriebenen Weg abzuweichen. Was wir kennen, erscheint uns vertraut und sicher. Das Unbekannte dagegen wirkt gefährlich und unnahbar. Du entwickelst einen Tunnelblick, der nur in eine Richtung weist.
  4. “Alles wird gut.“: Das wäre schön – aber ganz ohne dein Zutun wird dies nicht geschehen. Wenn du dich falschen Hoffnungen hingibst, anstatt Taten walten zu lassen, kannst du dich vielleicht als hoffnungslosen Romantiker bezeichnen, aber eben nicht als deines eigenen Glückes Schmied.
  5. “Das gibt sich von ganz alleine.“: Da ist er, der Beziehungsschweinehund. Angesprochene Probleme werden als Lappalie abgetan, getreu dem Motto, der Partner wird sich schon wieder beruhigen. Und aus dem Elefanten wird eine Mücke. Du frisst die Sorgen und den Frust in dich hinein, gibst dich gelassen und damit die Beziehung auf.

5 Gründe, die für solche Entscheidungen sprechen

Um aus dem Manifest der Erwartungen und Ansprüche auszubrechen, solltest du ebenso die Gründe dafür kennen.

  1. Nur wer über sich hinaus wächst, kann wahre Größe zeigen. Deine innere Stärke hat auch Nichts mit Muskeltraining oder Körpergröße zu tun. Sie basiert auf Charisma und Intelligenz.
  2. Glück und Zufriedenheit finden sich nicht im Mehr-Besser-Reicher. Sondern in Bescheidenheit, Zuneigung und Mitgefühl. Gleichermaßen sind diese Wahrnehmungen sehr individuell und variabel, um sich deinen Lebensumständen anzupassen. Du muss nicht dein Leben ändern, um das zu erreichen, sondern lediglich deine Wahrnehmung.
  3. Ein Risiko ist auch immer eine Chance. Sie nicht zu nutzen, hieße nie zu erfahren, wo deine Grenzen sind. Wozu du fähig bist. Wo deine Begabungen und Leidenschaften liegen. Zu entdecken, wer du gerne sein möchtest oder womöglich gar schon bist. Denn auch dazu musst du hin und wieder deine Perspektive wechseln und ein Abenteuer erleben.
  4. Der Geist folgt den Taten. Sich Situationen schön zu reden oder schön reden zu lassen, wird dich langfristig nicht vor der Realität bewahren. Im Gegenteil: Erst wenn du nach deinen Überzeugungen handelst, wirst du Mut schöpfen, Genugtuung erfahren und Inneren Frieden finden.
  5. Unterschätze niemals deine Mitmenschen – oder dich selbst. Wenn dir oder anderen Etwas auf der Seele brennt, dann warte auf das zerstörerische Inferno, dem nur noch ein Häufchen Asche folgt, sondern nutze das Feuer, um das Leben zu entfachen. Mit Liebe, Aufmerksamkeit und Empathie.

Hals-über-Kopf oder Punktlandung nach Plan: Der beste Weg zur Entscheidung

Basierend auf deinen Erfahrungen, Werten und deinem Charisma, wirst du in der Lage sein, dich zu deinen Gunsten zu entscheiden. Dafür musst du dich jedoch in erster Linien für dich selbst entscheiden. Das mag banal klingen, aber genau daran scheitern die Meisten.

Immerhin hat der Beziehungsschweinehund viele Gesichter. Und dennoch wirft jede Beziehungskrise auch ihre Schatten voraus. Langeweile, Trägheit, Desinteresse, keine gemeinsamen Gesprächsthemen mehr, Berührung nur noch auf Automatismus – stagniert die Beziehung, weil Entscheidungen fehlen, kommt eine Dynamik zum erliegen, die im schlimmsten Fall das Aus für die Partnerschaft bedeutet.

Anstatt die Probleme zu ignorieren, solltest du sie offensiv angehen. Du wirst feststellen, dass sich weder eine Hals-über-Kopf-Methode auszahlt noch die geplante Punktlandung, denn beide Varianten sind nicht annähernd flexibel genug. Deine Entscheidung trifft schließlich nicht nur dich. Es liegt allerdings an dir, dabei deine eigenen Interessen zu vertreten.

Manche Entscheidungen sind schnell vom Tisch. In der Regel handelt es sich jedoch um einen Prozess. Um Änderungen herbei zu führen, musst du dich nicht nur dafür entscheiden, sondern auch wählen, welche Taten zur Umsetzung sinnvoll sind. Such das Gespräch mit deinem Partner, hör aber auch in dich hinein. Benenne die Ursachen und mach dir mögliche Folgen bewusst. Such dir bei Bedarf Hilfe und Unterstützung, aber nur solche, die dich nicht wieder ausbremst oder manipuliert.

Alles was du dann noch brauchst, ist ein Funke: Hab Vertrauen in dich. Und mit deiner Entscheidung wird dein Selbstvertrauen wachsen, ebenso wie du selbst. Und noch eins hast du hier gelernt: Es gibt keine falschen Entscheidungen.

Wenn Du dich weiter zum Thema Beziehungen informieren möchtest, empfehle ich dir, dich hier noch ein wenig umzuschauen:

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