Was könnte besser in die Zeit passen, als der gute alte Frühjahrsputz; einmal so richtig schön aufräumen?! Unterdessen hat sich selbst die Psychologie mit dem Thema Aufräumen/Ausmisten beschäftigt und scheint ganz begeistert davon. Die Ergebnisse bestätigen, was wir vermutlich alle schon längst dabei wahrgenommen haben: Aufräumen ist gut für Körper und Psyche.

Natürlich fällt einigen Menschen das Aufräumen leichter als anderen. Das ist völlig normal und auch in Ordnung. Ich würde jedoch einfach mal frei heraus behaupten, dass der positive Effekt von Aufräumen jeden mehr oder weniger beglücken kann.

Anfang leicht gemacht

Dabei mag ich zuerst einmal differenzieren, was mit Aufräumen eigentlich gemeint ist: Ganz viel Unterschiedliches. Will sagen, nicht jeder muss gleich seine ganze Wohnstätte auf den Kopf stellen und komplett auf Minimalismus umstellen. Wem es schwerfällt, sich von Dingen zu trennen oder sich aufzuraffen, der kann sich beispielsweise erstmal einen (kleineren) Bereich vornehmen. Dabei ist ganz egal, ob es die Schublade mit den Stiften ist, von denen die Hälfte lange ausgetrocknet ist und nicht mehr schreibt oder der Kleiderschrank. Beim Kleiderschrank gibt es einen weiteren positiven Aspekt: Man spendet Aussortiertes an Bedürftige, etwa durch ein Sozialkaufhaus, wie es sie in vielen Städten bereits gibt.

Ein befreiendes Gefühl

Ich persönlich miste gern aus, weil es sich für mich befreiend anfühlt. Ich mag gern Klarheit und vor allem jene Dinge um mich herum, die ich auch wirklich benötige und nutze. Natürlich ist es schön Erinnerungen auf zu bewahren. Nicht auf alles ist die Regel -was man zwei Jahre nicht in der Hand hatte, kann man getrost wegtun- anwendbar. Es geht mir um Alltägliches.

Dabei werfe ich kaum etwas weg. Es gibt meistens jemanden, der noch gebrauchen kann, was ich nicht mehr brauche. Ich halte wenig von der scheinbar etablierten Wegwerfgesellschaft. Ich hab Freude daran zu sehen, wie jemand meine Sachen gebrauchen kann und ihnen einen neuen Sinn gibt.

Schönheit und Leichtigkeit

Aufräumen ist für mich auch ein ästhetisches Vergnügen. Ich liebe es, wenn die Dinge anschließend schön sauber angeordnet sind und alles bewusst so arrangiert ist, wie ich es brauche. Dann funktionieren Handgriffe und Abläufe auch wieder einfacher. Man muss sich nicht mehr durch Berge wühlen, bis man gefunden hat, was man sucht.

So möchte ich wirklich dafür plädieren, sich einmal ganz bewusst einen Tag oder zumindest ein paar Stunden dafür Zeit zu nehmen. Ich finde es schade, wenn man diese wichtige Arbeit als „das mache ich, wenn ich mal Zeit habe“ vor sich herschiebt und immer frustrierter täglich an Dingen vorbei geht, die unterdessen nun wirklich losgelassen oder einfach mal weggeräumt werden könnten. Ich denke, wir alle kennen doch das wohlig leichte Gefühl, welches die Atmosphäre eines aufgeräumten Raumes schafft.

Bewegung schafft Bewegung

Gar die Bewegung beim Aufräumen hat natürlich einen positiven Effekt auf den Körper. Wer also viel am Schreibtisch sitzt, könnte dies als willkommene Abwechslung sehen und sich so im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig bewegen. Ich habe zudem oft erlebt, dass durch Aufräum- und Ausmistarbeiten in der Tat Bewegung ins Leben kommen kann. Man rückt die Dinge wieder gerade, fokussiert sich auf das Wesentliche und schafft Klarheit. Das kennen wir aus der Lehre des Feng Shui.

Neulich las ich, dass Aufräumen und Putzen sich sogar positiv auf Depressionen auswirken kann und beruhigt.

Aufräumen: Mach es einfach

Für mich ist die Tatsache, dass es so einfach sein kann, etwas gegen den negativen Stress zu tun, ganz wunderbar. Wir können auf der Stelle beginnen, da wo wir gerade stehen, bei uns zu Hause oder am Arbeitsplatz.

Man kann sich von den Minimalisten inspirieren lassen. Wenn der pure Minimalismus nichts für einen ist und/oder nicht ins Leben passt, sich zumindest fragen, was brauche ich wirklich? Man kann das gern zelebrieren und in Dingen stöbern, die man findet, um nochmal in Kontakt zu gehen und zu prüfen. Hinein zu spüren und zu schauen, brauche ich das wirklich noch, was macht der Gegenstand mit mir? Manchmal entsteht dabei Neues und ein alter Gegenstand, ein alter Kontakt lebt neu auf. Oder es stellt sich einfach die Erleichterung ein, etwas endlich loszulassen. In jedem Fall eine Bereicherung.

So denke ich, geht es beim Aufräumen und Ausmisten nicht zuletzt darum, Raum zu schaffen. Das kann doch spannend sein. Man braucht nichts weiter dazu, man kann es einfach machen.

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