Unsere ewige Suche nach dem Glück ist auch die ewige Suche nach der Antwort auf die Frage: Was macht mich überhaupt glücklich? Was bedeutet für mich “Glück”, wie finde ich es, oder wie sorge ich dafür, dass es mich findet? Die neue Ausgabe der AUSZEIT macht sich auf die Suche nach Antworten, die uns helfen, uns selbst besser zu verstehen, und die uns helfen, Altes loslassen zu können um dem Glück die Türen zu öffnen. Berührende, sehr persönliche Geschichten und zahlreiche Tipps und kleine Übungen helfen dabei, die Suche nach eurem Glück nicht zur reinen “Glückssache” werden zu lassen …

Voraussichtliche Lesedauer: 6 minutes

“Dein Glück liegt einzig und alleine in dir selbst!” – das ist ein Spruch, den wir immer wieder zu hören bekommen. Echt jetzt? So einfach soll das sein? Ich entscheide mich, glücklich zu sein, und dann bin ich es auch? Zumindest könnte man als Leserin oder Leser der vielen Ratgeberartikel zu diesem Thema diesen Eindruck bekommen. Und es ist ja auch nicht falsch, im Gegenteil. Es ist eine für uns sehr wichtige Wahrheit, dass wir den Schlüssel zu unserem Glück in uns selbst finden können. Aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit.

Vom Glück verlassen

Vor etwa zwanzig Jahren steuerte ich auf eine schwierige Situation zu. Die eigene Firma stand vor der Insolvenz, alles was ich hatte, steckte in der Firma drin und war auch auf dem Weg, verloren zu gehen. Meine bis dahin glückliche Beziehung habe ich mit dem Blick auf die sich abzeichnende finanzielle Katastrophe beendet. In meiner wunderschönen Wohnung mit herrlicher Dachterasse stapelten sich die ersten Umzugskartons. Ich versuchte wider besseren Wissens, alles irgendwie noch zu retten, fuhr von Gläubiger zu Gläubiger, begeisterte, versprach, bettelte. Immer mehr ungeöffnete Briefe stapelten sich auf meinem Tisch, an Schlaf war kaum noch zu denken, mein Herz kam aus dem Takt. Und dann kam der gefürchtete und zugleich erwartete Knall: Insolvenz, geschäftlich und privat, Termine am Gericht, Konten leer, Wohnung weg.

Ich bin dann in ein kleines Zimmer in der WG meiner Tochter gezogen. “Was will der alte Mann hier?” war die erste Frage der studierenden Mitbewohner, mit denen ich aber schnell prächtig auskam. Aus meiner alten Wohnung konnte ich nicht viel mitnehmen, und das bisschen, was es bis hierher geschafft hatte, stapelte sich zum Teil in noch unausgepackten Kartons. Da saß ich nun und schaute aus meinem Fenster auf einen öden Industriebahnhof. Vor mir die Schreiben des neuen Jobcenters mit wortreichen Begründungen, warum man mir die mir normalerweise jetzt zustehenden Zahlungen verweigern müsse. Eigentlich eine Situation, die man mit “Das wars jetzt wohl” beschreiben müsste.

Das Ende wird zum neuen Anfang

Aber dennoch. All diesen Dingen zum Trotz ging es mir – auch weil ich es wollte – tief im Inneren deutlich besser, als die Wochen und Monate zuvor. Eine tonnenschwere Last war von mir abgefallen, ein Band war zerschnitten, das mich zuletzt eher gefesselt als mit den “guten” Seiten des Lebens verbunden hatte.

Irgendwie war ich sogar ein wenig glücklich. Klar, das Konto war immer noch leer, Job und Wohnung waren weg, die Beziehung war gekappt. Trotzdem fühlte ich eine große Befreiung in mir, auch wenn es ein wenig gedauert hat, bis neben diesem Gefühl dann auch die Kraft wieder da war. Die Kraft, von vorne anzufangen, neue Wege zu gehen und aus dem kleinen, zarten Glücksgefühl etwas Großes und Nachhaltiges werden zu lassen. Aber meine Entscheidung, ein vermeintliches Ende als einen Anfang für vieles Neue zu empfinden, meine Entscheidung, schon jetzt befreiter und glücklicher zu sein, hat mir genau diese Kraft gegeben. Und das ist dann die ganze Wahrheit …

Dem Glück auf der Spur

Unsere Autorinnen und Autoren begeben sich auf ganz verschiedene Art und Weise für euch auf Glückssuche. Ein wichtiges Thema ist hierbei die Bereitschaft, loszulassen, seine Erwartungen nicht zu hoch zu setzen und sein Leben nicht mit “Glücksersatz-Dingen” quasi zuzumüllen. Bescheidenheit und Minimalismus sind in dieser Hinsicht zwei zentrale Prinzipien, vor allem dann, wenn wir davon wegkommen, darin immer gleich einen schmerzlichen Verzicht oder ein “großzügig” erbrachtes Opfer zu sehen. Ganz konkret geht es beispielsweise darum, wie wir auf diesem Wege wieder Leben in unsere Beziehungen bringen oder wie wir die Wechseljahre als Chance wahrnehmen können, neue Türen auf unserem Weg zu entdecken und durch sie hindurchzugehen.

Der Rest vom Sommer

Noch scheint die Sonne auf Hochtouren und auch die Ferienzeit ist erst zur Hälfte rum. Also laden wir euch ein, den Sommer dort zu genießen, wo er mit am schönsten ist: in wundervollen Seenlandschaften, in denen uns die Natur so vieles Neues entdecken lässt. Nicht ganz so schön ist ein Problem, das auch viele von euch betrifft: Nahrungsmittelunverträglichkeit. Wir geben euch Tipps, wie ihr damit umgeht und trotzdem Genießer bleiben könnt. Einen kleinen Schritt in Richtung Herbst unternehmen wir dann mit unserem Kürbis-Spezial, einer Mixtur aus interessanten Geschichten rund um den Kürbis einerseits und Rezepten zum Nachkochen oder Nachbacken andererseits. Viel Spaß euch dabei.

Hier gibt es die AUSZEIT

Die AUSZEIT Ausgabe 4/2022, ist ab sofort an den Kiosken erhältlich. Die aktuelle Zeitschrift und ältere Ausgaben erhaltet ihr auch online über unseren Auszeit-Webshop oder www.heftkaufen.de. Wir freuen uns sehr über jeden neuen Abonnenten! Besucht auch unsere AUSZEIT-Webseite und erfahrt aktuelle Inspirationen auf unserem Facebook-Profil. Übrigens: Für die Abonnenten lag wieder ein kleines, wunderschön gestaltetes Geschenkbüchlein mit berührenden Zitaten bei. Das Zitatenbüchlein ist wie auch unsere bisherigen Cover-Kunstdruckkarten und Fensterbilder bei uns einzeln bestellbar.

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