Längst ist die Einsamkeit als Negativtrend in der Gesellschaft angekommen und wird dennoch viel zu oft als Tabuthema behandelt. Wissenschaftler dagegen versuchen, die Einsamkeit als Gefühl sowie das Alleinsein als Zustand psychologisch aufzuschlüsseln. Ziel ist es, das Thema mehr ins Gespräch zu bringen und aktive Hilfestellungen anzubieten.

Warum verschweigen wir unsere Einsamkeit?

Ist es das Paradoxon, sich trotz Globalisierung, Metropolen und Social Media einsam zu fühlen, oder liegt es an den Zweifeln, Ängsten und mangelnder Zuversicht, die mit der Einsamkeit einhergehen? Vielen Betroffenen fällt es unheimlich schwer, über ihre Situation offen zu reden, geschweige denn um Hilfe zu bitten. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Intimität der Einsamkeit. Wir nehmen sie als ganz persönliche Last wahr und interpretieren sie entsprechend individuell. Aufmunterungsversuche, Trost und Zuneigung treffen sogar auf Ablehnung. Der Grund: Einsamkeit wird als vermeintlicher Schutz und Rückzug gesehen. Das wiederum macht es den Angehörigen und Helfern ebenfalls schwer, zu dem Betroffenen vorzudringen.

Damit bildet Einsamkeit eine Barriere in zweierlei Hinsicht. Sie schottet den Einsamen ab und sperrt andere aus. Nicht darüber zu reden, erlaubt dem Einsamen ungewollte Annäherungsversuche präventiv zu unterbinden. Wo kein Verdacht auf ein Problem, da keine unerwünschte Rettungsaktion. Gleichzeitig verstärkt sich jedoch die Sehnsucht nach Wärme und Zuneigung. Wie Triebfedern lassen sie den Einsamen noch tiefer in seine Welt versinken, bis hin zur emotionalen Isolation.

Ist dieser Punkt erst einmal erreicht, wird es immer unwahrscheinlicher, dass derjenige sich Hilfe sucht. Diese Menschen zu erreichen, macht es natürlich auch den Psychologen nicht gerade leicht. Die Dunkelziffer der Betroffen ist kaum zu ermitteln. Nur wenn gesundheitliche Folgen den Weg zum Arzt erzwingen oder besorgte Verwandte explizit eingreifen, kann im fortgeschrittenen Stadium der Einsamkeit noch geholfen werden.

Das alles lässt das Thema wie eine Krankheit erscheinen, doch in erster Linie handelt es sich um ein „bloßes“ Gefühl, das außer Kontrolle gerät. So wie Choleriker häufig an Bluthochdruck und Magengeschwüren leiden, kann der Einsame Depressionen, Essstörungen und Mangelerscheinungen bekommen. Die gesundheitlichen Konsequenzen für Körper und Psyche sind vielfältig und keinesfalls zu unterschätzen.

Während über Flugangst, Eheprobleme und Sexualstörungen vertraulich mit engen Freunden oder dem Psychologen debattiert wird, bleibt die Einsamkeit unerwähnt. Schämen wir uns dafür, ist sie uns etwa peinlich? Mitunter erfährt nicht einmal der Partner davon oder die Eltern. An dieser Stelle sollte unbedingt mehr und deutlicher über die Risiken und Nebenwirkungen der Einsamkeit aufgeklärt werden, damit alle Beteiligten die Situation richtig einschätzen können und lernen sich einander anzuvertrauen.

Nebenwirkungen der Einsamkeit

Was war nun zuerst da – das Huhn oder das Ei? Eine ähnliche Sinnfrage stellt sich in Bezug auf die Einsamkeit. Vereinsamt ein Mensch, weil er ein mangelndes Selbstvertrauen hat oder hat er ein mangelndes Selbstvertrauen, weil er sich einsam fühlt? Tatsächlich handelt es sich um sehr komplexe Wechselwirkungen. Ursachen sind häufig Probleme, die bereits in der Kindheit entstanden und nicht verarbeitet wurden. Scheidung der Eltern, Trauerfälle in der Familie, finanzielle Sorgen, Ausgrenzung in der Schule, etc. Kinder gehen mit solchen Problematiken anders um, können und müssen sie einfacher strukturieren, weil sie mehr im Hier und Jetzt leben. Dennoch tragen sie die Nebenwirkungen bis ins Erwachsenenalter in sich. Bindungsschwierigkeiten, schlecht ausgeprägte Empathie, Gewichtsprobleme und ähnliche Begleiterscheinungen bedingen das Gefühl der Einsamkeit. Je unwohler und unzulänglicher du dich selbst fühlst, desto einsamer kommst du dir vor.

Dabei spielen Vergleiche eine sehr große Rolle. Orientiert wird sich an beliebten Menschen, die vermeintlich glücklich sind und schon kommen Fragen auf wie „Was haben die, was ich nicht habe?“ oder „Warum haben es immer die anderen so leicht?“. In dem Moment werden bestimmte Kriterien idealisiert und mit den eigenen verglichen, die dagegen unweigerlich schlechter abschneiden. Sei es das Outfit, der Job, die Ehe oder was auch immer. Dementsprechend bist du dir selbst nie genug. Parallel kannst du dich nicht selbst annehmen, so wie du bist. Ein Teufelskreis entsteht, der sich auf alle Bereiche deines Lebens auswirkt, nicht nur auf die Gesundheit.

Risiken der Einsamkeit

Allen voran riskierst du deine Partnerschaft. Wer sich in Sachen Liebe einsam fühlt, verschließt sich der Möglichkeit in der Zweisamkeit sein Glück zu finden. Nach und nach entfremdet ihr euch, lebt nebeneinander her und habt euch irgendwann gar nichts mehr zu sagen. Trotz Ehe vereinsamen so immer mehr Menschen. Die Kinder sind ausgezogen und mit sich beschäftigt, gleichzeitig leidest du unter der Vereinsamung an Kontakten. In der heutigen Gesellschaft scheint kein Platz mehr zu sein für den Kaffeeklatsch am Nachmittag, den gemütlichen Spaziergang durch den Park oder anderweitig gemütliche, öffentliche Runden.

In Großbritannien wurde Anfang 2018 ein Ministerium für Einsamkeit einberufen. Begründet wurde die Entscheidung mit der „traurigen Realität des modernen Lebens“ beziehungsweise der erschreckend großen Zahl an Bürgern, die unter Einsamkeit leiden. Von „Menschen, die niemanden haben, mit dem sie reden oder ihre Gedanken und Erfahrungen teilen können“ ist laut britischer Regierung die Rede. Gemeint sind in erster Linie Senioren, pflegende Angehörige sowie jene, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Aber auch immer mehr Jugendliche sind betroffen. Sie vergraben sich zwischen Computerspielen und virtuellen Realitäten in eine ganz neue, abstrakte Form der Einsamkeit. Zwar haben sie unzählige Freunde und Follower in den Sozialen Medien, aber kaum echte Kontakte, denen sie nahe stehen. Und so schleicht sich die Einsamkeit nach und nach ins Leben.

Wenngleich das Thema leider oft überspitzt dargestellt und ausgenutzt wird, um die Angst noch zu schüren (das britische Rote Kreuz spricht von einer wahren „Epidemie im Verborgenen“, der Ulmer Professor für Psychiatrie Manfred Spitzer von der „Todesursache Nummer eins“), ist und bleibt die Einsamkeit per se ein Gefühl. Wie jedes andere auch kann es eskalieren, unterdrückt werden oder du lernst, damit richtig umzugehen.

Einsamkeit erkennen

John Cacioppo, Professor für soziale Neurowissenschaft in Chicago, nutzt dazu einen vereinfachten Test, basierend auf lediglich drei Fragen:

  1. Wie oft empfinden Sie, dass Ihnen ein anderer Mensch fehlt?
  2. Wie oft fühlen Sie sich verlassen?
  3. Wie oft fühlen Sie sich von anderen isoliert?

Geantwortet werden kann mit „so gut wie nie“, „manchmal“ oder „häufig“.

Wer alle Fragen mit häufig angekreuzt, habe laut seiner Studien überdurchschnittlich viele Stresshormone im Blut sowie ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Depressionen. Cacioppo weist aber auch eindrücklich darauf hin, dass soziale Isolation und gelebte Einsamkeit zwar korrelieren, aber nicht dasselbe sind.

Eine Ehefrau kann sich inmitten eines erfolgreichen Beruflebens und einer glücklichen Partnerschaft genau so einsam fühlen wie ein junger Student, der wegen seiner Depressionen keine anhaltende Beziehung eingehen kann. Weder der Single noch der 90-Jährige im Seniorenheim müssen sich einsam fühlen, wenngleich sie kaum soziale Kontakte haben.

Beide Formen des Rückzugs nach Innen, lassen sich überwinden.

Die folgenden beiden Übungskomplexe können dir dabei helfen:

 

  • 10 einfache Übungen zur Fokussierung positiver Gedanken, wenn man im Gefühl der Einsamkeit zu versinken droht

 

 


 

10 einfache Übungen zur Fokussierung positiver Gedanken, wenn man im Gefühl der Einsamkeit zu versinken droht

1. Übung: Konzentriere dich auf Personen, die dich glücklich machen

Dazu solltest du ganz klar segmentieren, welche Verwandten, Freunde und Kollegen in welcher Weise auf dich wirken. Bist du gerne mit jemanden zusammen, weil du dich in seiner Gesellschaft wohl fühlst, mit ihm unbeschwert lachen kannst – dann verbringt öfter Zeit miteinander. Sollte dies nicht immer persönlich möglich sein, könnt ihr ebenso telefonieren, euch kurze Notizen hinterlassen oder kleine Aufmerksamkeiten per Post schicken.

Vermeide dagegen unliebsame Kontakte beziehungsweise reduziere sie auf das Nötigste. Wenn du dich von vornherein nicht positiv auf die Begegnung einstellen kannst, raubt dir sowohl die Zeit davor als auch danach wertvolle Kraft. Menschen, die dir gut tun, verleihen dir dagegen sogar neue Kraft, neuen Mut und Selbstvertrauen.

2. Übung: Vertiefe dich in eine Aufgabe, die dir Freude bereitet

Auch Hobbys und Projekte können dich positiv beeinflussen. Vielleicht liest du gerne, dann gönne dir doch mal ein neues Buch. Oder du kochst lieber, dann probiere dich an einem kreativen Rezept. Es muss nicht etwas komplett Neues sein. Bewährtes ein wenig variieren, bringt gleichermaßen frischen Wind in deine Gedanken.

Unbemerkt tauschst du das Gefühl der Einsamkeit gegen den Inneren Frieden des Alleinsein. Gerade wenn du mit den Gedanken in einem Rätsel vertieft bist und dich auf etwas konzentrierst, darf dich sowieso niemand stören. In dem Moment ist das Alleinsein eine willkommene Gelegenheit.

3. Übung: Finde das Gute in jeder Situation

Zugegeben, manchmal wirst du etwas länger suchen müssen, doch in jeder noch so verzwickten Lage findet sich Positives. Du hast den Bus verpasst? Nutze die Gelegenheit ein paar Schritte zu Fuß zu gehen, dir die Beine zu vertreten, die Umgebung anzuschauen und vielleicht entdeckst du sogar eine Überraschung. Wenn nicht, hast du wenigstens frische Luft geschnuppert und konntest ein paar Minuten entspannen. Der nächste Bus kommt ja bald.

Auch in Konflikten und Streitigkeiten lassen sich positive Gedanken finden. Wenn dein Partner eifersüchtig ist, zeigt das doch, wie viel ihm an dir liegt. Beladet er dich mich Aufgaben, ist dies gleichermaßen ein Zeichen von Vertrauen und dass wenn überhaupt jemand so viel bewältigen kann, dann du.

4. Übung: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Zu oft werden Themen unnötig dramatisiert oder du steigerst dich in etwas hinein, je mehr du merkst, dass es anderen egal ist. Ganz banale Gespräche entfachen plötzlich zum Streit. Eigentlich wolltest du nur, dass jeder sein Geschirr wegräumt und im nächsten Augenblick möchtest du dich am liebsten scheiden lassen, weil du dich nicht genug unterstützt fühlst.

Verschwende nicht deine Energie, indem du dich um Kopf und Kragen redest. Stattdessen versuche dem anderen zuzuhören. Auch wenn er vielleicht nicht direkt etwas wörtlich sagt. Sitzt dein Partner nach dem Essen lieber noch eine Runde gemütlich auf dem Sofa? Lass das Geschirr stehen und geselle dich zu ihm. Manchmal muss man sich ein Beispiel am unbeschwerten Wesen nehmen.

5. Übung: Nimm es mit Humor. Wer zuletzt lacht, lebt noch.

Entwickle deinen eigenen Humor und lebe ihn so aus, wie es dir passt. Wenn du nicht mehr alles so ernst siehst, werden sich deine Gedanken positiver gestalten. Dazu wirst du lernen müssen, nicht nur das Gute in einer Situation zu erkennen, sondern sogar die Ironie.

Aber auch durch Schlagfertigkeit und subtile Anspielungen kannst du deinen Alltag auflockern. Ein gewissen Maß an Anstand sollte zwar schon gewahrt bleiben, aber hin und wieder eine Spitze wird dir richtig gut tun. Mitlachen und zum Lachen animieren führt automatisch zum Gemeinsam-Lachen. Das macht gleich viel mehr Spaß.

6. Übung: Sei kein Opfer

Beim Vergleich mit idealisierten Persönlichkeiten siehst du dich selbst immer als Opfer von Pech, Schicksal oder Ungerechtigkeiten? Mache dir bewusst, dass du die Lage der anderen verkennst. Auch die haben ihre Probleme und Fehler, du nimmst sie nur nicht wahr. Konzentriere dich stattdessen lieber auf dein eigenes Ich.

Weder trägst du Schuld an deiner Situation noch bist du allein dafür verantwortlich. Es ist so, wie es ist. Vor allem aber ist es an dir, zu ändern, was dir nicht gefällt. Du bist kein wehrloses, unbeholfenes Opfer, sondern eine starke Persönlichkeit, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen kann.

7. Übung: Sei dankbar

Wenn du dich schon mit jemandem vergleichen musst, dann mit den Menschen, denen es noch schlechter ergeht als dir. Sei dankbar, dass du eben nicht von „Epidemien im Verborgenen“ oder von der „Todesursache Nummer eins“ geplagt wirst, sondern eben nur zur Zeit etwas einsam bist. Der Sträfling in der Einzelhaft – der weiß, was Isolation bedeutet.

Dankbarkeit erfüllt dich nicht nur mit positiven Gedanken, sondern auch mit einer regelrechten Wärme im Herzen. Wenn du dankbar, großzügig und hilfsbereit bist, baut dies dein Selbstwertgefühl wieder auf. Sei deinen Eltern dankbar, dass sie immer für dich da waren, deinen Freunden für die Unterstützung in schweren Zeiten und deinem Partner, dass er dir zur Seite steht, egal wie viel Geschirr sich auch stapeln mag.

8. Übung: Jage einem Traum nach

Ziele kannst du dir im großen wie auch im kleinen Stil setzen. Oftmals sind sie jedoch mit Anstrengungen und Enttäuschungen verbunden. Sei es der Jojo-Effekt bei der Diät, die zehnte, letzte Zigarette oder die nicht sauber bleiben wollende Wohnung. Dennoch ist es wichtig, auch an solchen Projekten festzuhalten, statt Motivation Selbstdisziplin zu entwickeln und diese zur Routine werden zu lassen.

Auf der anderen Seite könntest du dir aber auch ein Ziel setzen, das so groß ist, dass du es nicht erreichst bevor du zu der Person geworden bist, die es kann. Du wolltest schon immer ein Instrument beherrschen und damit ein bestimmtes Lied spielen können? Oder den Stadtmarathon mitlaufen und unter den ersten fünfzig sein? Es sind diese Träume, dich jeden Tag aufs Neue antreiben. Und selbst wenn du ihnen nur Stück für Stück näher kommst, allein der Weg ist ein erstaunlich positiver Fokus aus der Einsamkeit heraus.

9. Übung: Lass dich berieseln

Oftmals ziehen wir uns in die Einsamkeit zurück, um der Reizüberflutung zu entkommen. Als Alternative kannst du dich von einem Medium deiner Wahl ganz ungeniert berieseln lassen. Sei es deine Lieblingsband, die heiße Dusche mit Massagestrahl oder ein schönes Sonnenbad auf dem Balkon: Lass dir deine Sinne verwöhnen.

Währenddessen kannst du deine Gedanken schweifen lassen, ein wenig vor dich hin fantasieren und musst für ein paar Minuten weder für alle da, noch einsam sein.

10. Übung: Sei stolz auf dich

Für den Inneren Frieden gilt es im Hier und Jetzt anzukommen und den Moment zu leben. Manchmal lohnt es sich aber auch rückblickend deine Erfolge zu betrachten. Ob du dazu ein Fotoalbum anlegst, Tagebuch führst oder einfach in deinen Erinnerungen schwelgst, bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du dich nicht ausschließlich über deine gescheiterten Versuche und Rückschläge definierst.

Du hast schon so viel erreicht, so viel erlebt, bist den unterschiedlichsten Menschen begegnet und konntest Erfahrungen sammeln, die dich bis heute prägen. Urlaubsromanzen, berufliche Erfolge, dein erstes Auto oder die Geburt deiner Kinder sind allesamt Teil dessen, was dich ausmacht und worauf du stolz sein kannst.

 


 

10 persönliche Übungen, um wieder in die Gesellschaft zu finden

1. Übung: Geh Shoppen

Klar ist es bequemer, Mode und Co online zu bestellen, sich ein Paket liefern zu lassen und dann auf Rechnung zu bezahlen. Aber es isoliert dich auch von der Gesellschaft. Gerade der Handel bietet eine wunderbare Plattform für Kommunikation. Außerdem unterstützt du regionale Kleingewerbe und lernst die Händler deines Vertrauens richtig kennen.

Das kann die Verkäuferin beim Bäcker sein, mit der du ins Gespräch kommst, wie lecker doch der Kuchen letzten Sonntag war. Oder aber auch der KFZ-Mechaniker, bei dem du dir Tipps für den Reifenwechsel holst. Bis hin zum Apotheker, den du über Dosierung und Anwendung von Präparaten ausfragst. Der persönliche Kontakt bietet dir eine Menge Mehrwert im Vergleich zum statischen Webshop.

2. Übung: Werde ein Mitglied der Gesellschaft in Kursen, Vereinen und Gemeinnützigen Organisationen

Es muss nicht immer der Yogakurs sein. Wenn deine Interessen abseits sportlicher Aktivitäten sind, könntest du dich auch einem Kochkurs, Umweltschutzverein oder Nähtreff anschließen. Oder du besuchst mit deinem Hund einen Agilitykurs und nimmst deinen Partner mit zum Tanzkurs, wenn dir leichte Bewegung lieber ist. Alternativen sind auch Verwaltungsaufgaben in Vereinen und Gemeinnützigen Organisation. Dort ist man für jede Unterstützung dankbar.

Ob du nun beim Ausrichten von Veranstaltungen mithilfst, bei der Spenderbetreuung oder bei Arbeitseinsätzen. Hier gibt es immer was zu tun und du bist nie allein. Mit Gleichgesinnten Projekte zu realisieren, verschafft dir einen Platz in der Gesellschaft.

3. Übung: Sei hilfsbereit

Du musst deine Hilfsbereitschaft nicht exzessiv bis zum Altruismus ausweiten, selbst kleine Gesten holen dich aus deiner Einsamkeit und vermitteln dir positives Feedback. Ob du nun jemanden an der Kasse vorlässt, einem Obdachlosen eine Mahlzeit spendierst oder der Nachbarin hilfst, die Einkäufe zu tragen.

Andere Gelegenheiten, dich einzubringen, können zum Beispiel Blutspendeaktionen sein, die freiwillige Feuerwehr oder Nachbarschaftsdienste. Warte nicht, bis dich jemand um Hilfe bittet, das wird selten passieren. Biete deine Unterstützung aktiv an, setze dir dabei jedoch Grenzen, um dich nicht zu verausgaben. Niemand erwartet von dir, dass du mehr gibst als du zu geben bereit bist.

4. Übung: Nutze Öffentliche Verkehrsmittel

Im Auto bist du allein für dich. Das kann schön sein, aber auch einsam werden. Verlasse deine Komfortzone und nimm lieber öfter den Bus, die Straßenbahn oder den Zug. Du wirst überrascht sein, wie schnell man an Haltestellen und bei regelmäßig gleicher Fahrtstrecke mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Spätestens wenn der Fahrplan mal wieder nicht so reibungslos funktioniert, wie er sollte, gibt es gleich einen Aufhänger für brisante Themen.

Selbst die Fahrer und Kontrolleure plaudern hin und wieder gern mit den Passagieren. Man sitzt ja schließlich im selben „Boot“. Wenn es dir zu viel werden sollte, kannst dich immer noch in eine Zeitschrift vertiefen oder die Kopfhörer aufsetzen. Das sollte aber nur als Notlösung dienen, denn im Grunde genommen kannst du dich jeder gesellschaftlich relevanten Situation stellen. Immerhin bist du ein Teil davon.

5. Übung: Mach dich chic und geh aus

Je wohler und attraktiver du dich in deinem Outfit fühlst, desto mehr Selbstbewusstsein strahlst du aus. Vielleicht hast du beim jüngsten Shopping-Trip ein tolles Kleid erstanden und möchtest dich darin nun auch präsentieren. Gönne dir hin und wieder einen freien Abend, den du mit deinem Partner, einer guten Freundin oder ihr alle als Pärchen verbringt. Eben einmal richtig raus putzen und ausgehen.

Wählt dazu ein entsprechend besonderes Ziel. Fürs Kino chic machen lohnt sich kaum und dort sitzt auch bloß jeder für sich im Dunkeln. Im Theater sieht das schon wieder anders aus. Ebenso könnten Ausstellungen, gehobene Lokale oder ein Krimi-Dinner Anlass für derart exklusive Auftritte sein. Zeig, was in dir steckt.

6. Übung: Lade ein zu Speis’ und Wein

Häufig dienen nur Geburtstage als Anlass, um Freunde und Verwandte einzuladen. Das kannst du jedoch unabhängig davon viel öfter veranstalten: Spieleabende, Grillen, Jubiläen oder einfach mal so zusammen sein.

Wie wäre es mit einer Halloween-Party, zu der sich alle verkleiden? Was den Kindern Spaß macht, kann doch auch im Erwachsenen-Modus spannend sein. Ein paar lustige Spiele, jeder bringt etwas fürs Buffet mit, Musik aufgelegt und los geht’s.

Solche kleinen Zusammenkünfte machen auch als Hausgemeinschaft viel Spaß. Ein Haus- und Hoffest mit den Nachbarn festigt die Beziehungen und du lernst die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung endlich richtig kennen.

7. Übung: Verbringt Zeit als Paar

Die Zeit, die du deinem Partner widmest, ist besonders wertvoll. Um Einsamkeit in der Ehe zu vermeiden beziehungsweise um diese Einsamkeit überwinden zu können, solltet ihr euch regelmäßig füreinander Zeit nehmen. Und zwar abseits der herkömmlichen Veranstaltungen.

Besucht den Ort, wo ihr euch kennen gelernt habt, verbringt ein romantisches Wochenende im Spa oder geht zusammen wandern. Vielleicht habt ihr auch eine gemeinsame Lieblingsband, die ein Konzert in eurer Nähe veranstaltet. Genauso könnt ihr euch zusammen ein Hörspiel anhören und dabei gemeinsam lachen, mitfiebern und wieder gemeinsame Themen finden.

8. Übung: Statt-Kinder für Stadtmenschen

Bei einigen Paaren blüht die Partnerschaft wieder auf, wenn sie sich statt der Kinder, die schon ausgezogen sind und ihr eigenes Leben führen, gemeinsam um ein Tier kümmern, das diese Leere wieder füllt. Sei es ein eigenes Haustier, das ihr euch anschafft und betreut oder die Patenschaft für ein Tier aus dem Zoo, wahlweise Tierheim oder Gnadenhof. Auch dieses könnt ihr zusammen besuchen und pflegen.

Es ist kein Geheimnis, dass Tiere Menschen wieder zusammen führen können. Gerade wenn ihr euch seit jeher immer eher als Eltern, denn als Paar definiert habt.

9. Übung: Teile, tausche, verschenke

Es gibt unzählige Online-Portale aber auch regionale Möglichkeiten, um sich an der sogenannten Sharing-Community zu beteiligen. Dabei steht nicht das Verkaufen im Vordergrund, sondern die soziale Struktur und ökonomische Vielfalt.

Beispielsweise könntest du dein Werkzeug verleihen, dass meistens eh ungenutzt rumliegt. Oder überschüssiges Essen verschenken, weil du mal wieder viel zu viel gekocht hast. Oder dein Sofa für Couchsurfer anbieten, die auf der Durchreise sind und eigentlich nur eine kleine Möglichkeit zum Übernachten suchen. Auf der anderen Seite findest du so bestimmt jemanden, der deinen Toaster repariert bevor du einen neuen kaufen musst. Oder du lernst in Baumarkt-Kursen, wie du selbst ein Regal bauen kannst. Es gibt so viel, dass wir im Überfluss haben und eigentlich mit jenen teilen sollten, denen es daran fehlt, Materielles sowie Wissen und Fähigkeiten. Auf diese Weise lernst du ganz neue Seiten an den Menschen und an dir selbst kennen.

10. Übung: Verändere die Welt

Auch hier gilt wieder der große und kleine Stil. Engagiere dich politisch in deiner Kommune, zum Beispiel um Spielplätze besser auszubauen, die Straßensicherheit zu fördern, Grünanlagen zu schaffen oder alte Gebäude mit Wandmalerei aufzuwerten. Jedes Mal, wenn du dann daran vorbei gehst, kannst du behaupten, daran mitgewirkt zu haben.

Aber auch die überregionale Welt braucht dich. Unterschreibe Petitionen, die dir wichtig sind, nimm an Protestaktionen teil, beispielsweise gegen den Lehrermangel, oder widme dich einer bestimmten Lobby. Dazu musst du keiner Partei angehören, du hast das Recht auf deine eigene Meinung, und die zählt. Du wirst schnell feststellen, dass du damit nicht alleine stehst, sondern an deiner Seite noch viele andere mit dir gemeinsam kämpfen.

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