Zufriedenheit ist ein Zustand, den wir uns selber erschaffen. Das Einzige, was uns also im Weg steht sind wir selbst. Gemeint sind vor allem unsere inneren Stimmen, die an uns und anderen Menschen zweifeln, die Angst haben oder uns ablenken. Diese Stimmen gilt es nicht abzuschalten, sondern in positive Glaubenssätze zu verwandeln, die unser Inneres mit Energie, Wärme und Zuversicht erfüllen. Denn das Zufrieden werden ist ein Prozeß, oftmals ein sehr langwieriger.

Zwei Geschichten über die Erkenntnis, wie wir zufrieden werden

„Wie kann ich nur zufrieden werden?“, fragen sich immer mehr Menschen, die an ihrem Ist-Zustand zweifeln. Sie glauben nicht daran, dass sie zufrieden werden, geschweige denn es bereits sein könnten. Sie suchen stattdessen nach einem Weg, einer Lösung, wodurch sie dieses Ziel erreichen. Eigentlich bringen uns unsere Eltern bei, wie wir im Leben zurecht kommen können. Auch das Thema Zufriedenheit sollte von Generation zu Generation weiter getragen werden, denn es verbindet uns, egal in welchem Alter wir gerade sind. Wir alle wollen doch letztlich nur zufrieden sein

Schau, das ist Armut

Wenn wir unseren Kindern zeigen wollen, wie gut sie es doch eigentlich haben, ziehen wir gerne einen Vergleich zu jenen, denen es unserer Ansicht nach noch schlechter geht. So könnte sich auch folgende Geschichte zugetragen haben: 

Ein wohlhabender Kaufmann nahm seinen Sohn mit aufs Land, denn er wollte ihm zeigen, wie arme Leute leben müssen. Die beiden verbrachten drei Tage und drei Nächte auf der Farm einer besonders mittellosen Familie. Als sie sich verabschiedet hatten, sprach der Vater zu seinem Sohn: 
„Nun, hast du gesehen, was Armut bedeutet?“ 
„Ja Vater, das habe ich.“ 
„Und was hast du daraus gelernt?“, fragte der Vater weiter. 
„Ich habe gelernt, das wir einen Hund haben, die Leute auf der Farm aber haben viele Tiere. Wir haben einen Pool, der bis zu Gartenmitte reicht, dort gibt es einen See, der weiter reicht, als ich sehen kann. Wir haben prächtige Laternen, sie haben funkelnde Sterne. Unser Garten endet am Zaun, auf der Farm aber reicht der Blick bis zum Horizont.“ antwortete der Junge. 
Der Kaufmann stutze bei dieser Erkenntnis. 
Der Sohn aber sprach weiter: „Hab Dank Vater. Du hast mir gezeigt hast, wie arm wir wirklich sind.“
 

Liegt Armut also im Auge des Betrachters oder womöglich sogar an den Werten, die wir selbst den Dingen bei bemessen? Wer zufrieden werden will, sollte demnach weniger Wert auf materielle Güter zu legen, dafür die Momente schätzen, die ihn tatsächlich zufrieden machen. Das kann ein weiter Blick gen Horizont sein, ein leuchtender Sternenhimmel, aber auch Freundschaften, Gesundheit und gemeinsam Zeit zu verbringen. 

Aus Schwach mach stark

Neben der Wertschätzung der Dinge, fehlt es uns an der Wahrnehmung, wie viel wir doch selbst wert sind. Entgegen aller Vernunft achten wir nur auf unsere Schwächen – und übersehen unsere Stärken. Dabei sind beide nur Resultat der eigenen Interpretation, wie diese Geschichte zeigt: 

Einst lebte ein Junge, der von Geburt an nur einen Arm hatte. Der linke fehlte ihm. Das Kind wuchs damit auf und begann sich für Kampfsport zu interessieren. Obgleich seine Eltern bezweifelten, dass dies eine gute Idee sei, gestatteten sie ihm Judo zu lernen. Der Meister allerdings brachte dem Jungen lediglich einen einzigen Griff bei, den er immer wieder trainieren sollte. Der Junge wunderte sich und fragte „Meister, wäre es nicht besser, wenn ich noch mehr Techniken lerne?“. Doch der Meister antwortete ihm, er bräuchte nur diesen Griff zu beherrschen. Also übte der Junge wieder und wieder, was ihm sein Meister beigebracht hatte. 

Eines Tages wurde ein Turnier veranstaltet, bei dem alle Schüler teilnahmen. Auch der behinderte Junge trat zum Kampf an und gewann überraschenderweise die ersten Runden. Die Gegner wurden von mal zu mal stärker. Tatsächlich im Finale angekommen stand er einem sehr viel älteren, größeren und erfahrenerem Jungen gegenüber. Die Eltern wollten den ungleichen Kampf absagen und auch ihr Sohn zweifelte kurz, ob er sich wagen sollte. 

Der Meister jedoch bestand darauf, dass der Kampf stattfinden solle. In dem Moment als sein Gegner nur leicht unachtsam war, konnte der Junge seinen Griff anwenden und gewann das Turnier. Nicht nur die Eltern, auch alle anderen waren erstaunt, wie es möglich war mit nur einem Griff zu gewinnen. Daraufhin erwiderte der Meister: „Zum einen ist dieser eine Griff besonders schwierig zu erlernen und äußerst effektiv. Wer eine Technik 1000 mal übt, beherrscht sie besser als 1000 Techniken, die er nur 1 mal geübt hat. Zum anderen ist es nur möglich sich gegen diesen Griff zu verteidigen, wenn man vom Gegner den linken Arm zu fassen bekommt.“ 

Was wir für eine Schwäche halten, kann unsere größte Stärke werden. Indem wir uns immer wieder damit auseinander setzen und lernen unsere Fähigkeiten entsprechend einzusetzen, wandeln wir unsere negative Interpretation in positive Energie um. Wir erlangen eine Expertise auf einem Gebiet, das sich anderen Menschen gar nicht erst erschließt. Zusätzlich können wir jenen, denen es ähnlich wie uns geht, ein Vorbild sein. Wollen wir zufrieden werden, müssen wir nur erkennen, dass wir es längst sein könnten. 

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