Entscheidungen treffen kann ziemlich nerven. Nicht nur dich, sondern auch andere. Denn wenn du entscheidest, eine Entscheidung zu treffen :), hat diese in den meisten Fällen auch Auswirkungen auf andere. Obwohl es letztlich ja doch nur um dich geht. Klingt kompliziert? Ist es auch. Deswegen haben ich diese kleine Geschichte über das Entscheidungen treffen geschrieben. Mit dem Weiterklicken oder dem Weiterlesen triffst du im übrigen schon wieder so eine Entscheidung, die auch andere betrifft. Nämlich mich :). Triff deine Entscheidung. Es ist auf jeden Fall jetzt und hier die richtige …

Heute morgen bin ich mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Auf dem Weg gibt es eine „stausensible Straße“, ein selbstgemachtes Nadelöhr, an dem „wir“ alle mal länger, mal weniger lang stehen. Es ist nämlich nur eine Fahrspur frei. Die andere, stadteinwärts, ist zugeparkt – trotz Halte- und Parkverbot. Die Kita nebenan hat schlicht keine Parkmöglichkeiten in ausreichendem Maße, also wird wild geparkt – was ich als Vater von vier Kindern sogar verstehe. Schließlich hat jeder irgendwie immer mal etwas dabei, was man schwierig transportieren kann – und wenn es das Kuchenblech für den Kindergeburtstag ist. Will heißen: Ich finde es an sich okay, dass dort die Autos stehen, auch wenn jeder einzelne von ihnen ein Knöllchen riskiert. Das Problem ist halt nur die Geduld der Vorbeifahrenden, zu denen ja auch ich gehöre.

Entscheidungen treffen: 20.000 Entscheidungen täglich

Manchmal klappt es echt gut. Wir springen von Lücke zu Lücke, grüßen uns gegenseitig freundlich – manche kennen sich schon (Staubekanntschaften) – und sind entspannt und schnell „durch“. Viel öfter klappt es aber auch überhaupt nicht. Irgendwie ist an solchen Tagen der Wurm drin. Schon an der Einfahrt zur Straße stapeln sich die Autos, die Insassen sind unentspannt, das Gesicht oft zur Faust geballt, wild gestikulierend hinter einem Lenkrad, das permanent Schläge mit der flachen Hand oder gar Schlimmeres aushalten muss. Was für ein toller Start in den Tag …

Entscheidung Glück

Heute war es wieder mal soweit. Als Stadteinwärtsfahrer (so wie ich am Morgen) ist man auf das Wohlwollen entgegenkommender Fahrzeuge (so wie ich am Abend) angewiesen, die das Recht der Vorfahrt auf ihrer Seite haben. Und da die meisten mal auf der, mal auf der anderen Seite stehen, gibt es immer wieder einen verständigen Menschen, der für das Auflösen des Staukneuels mit einer guten Portion Verständnis und Geduld sorgt, dabei die Anfeindungen, im Sommer mit offenen Fenster auch gerne mal lautstark vorgetragenen, verbalen Pöbeleien der Vorfahrt-Schein-Inhaber hinter ihm stoisch ignorieren kann. Ich finde es super, dass es solche Menschen gibt. Wenn ich von dem Mut eines solchen Menschen profitiere, bedanke ich mich mit Lichthupe und einer freundlichen Geste.

Entscheidungen treffen: Es geht um dich

Das habe ich mal vor einigen Jahrzehnten so von meinem Fahrlehrer gelernt. Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung fordert von allen Verkehrsteilnehmern schließlich „gegenseitige Rücksicht“. Ich finde Regelwerke selten gut – dieser 1. Paragraph sollte es jedoch in jedes Lebenscockpit schaffen. Denn wenn wir lernen, uns selbst weniger wichtig zu nehmen, sondern lieber aufeinander achtgeben und die Dinge auch mal so zu lassen, wie sie nun einmal sind, machen wir diese Welt zu einem entspannteren Ort.

Letztlich ist es doch so: Diese Welt dreht sich weiter. Für mich, für dich – ob nun mit oder ohne fünf Minuten Verspätung, einem Knautschgesicht oder doch einem zufrieden-wissenden Lächeln. Wir entscheiden, ob wir uns von den Wirren des Alltags die Laune verderben lassen, ob wir andere Menschen „vorlassen“, obwohl wir die ersten an der Kasse sind, ob wir unser Leben glücklich leben oder verbissen um alles kämpfen wollen. Wir entscheiden das. Ganz alleine. Und diese Entscheidung ist wichtig, vielleicht die wichtigste, die wir im Leben treffen. Denn in dieser Entscheidung geht es um uns. Den Gedanken wollte ich heute einfach einmal mit dir teilen.

Entscheide dich für Gelassenheit und Rücksicht

Also, wenn du auch so eine „stausensible Straße“ hast, der du regelmäßig einen Besuch abstattest – schau hinaus – es ist Frühling, die Vögel zwitschern, es riecht fast schon nach Bärlauch und die Blätter am Straßenrand zeigen ein zartes Grün. Ich habe mich entschieden, mehr auf diese, uns umgebenden Wunder zu achten und ihnen zuzuhören, als mir von muffligen Vorfahrtsbeharrern meine gute Laune verderben zu lassen. Wenn du jetzt denkst: “Hey, das ist doch eigentlich eine gute Entscheidung!”, lade ich dich ein, es mir gleich zu tun. Und jetzt stell dir einmal vor, wenn nicht nur wir beide uns so entscheiden, sondern viel, vieeeel mehr Menschen. Das wäre doch etwas, etwas wirklich Großartiges, das wir gemeinsam erschaffen, ganz allein mit einer Entscheidung. Für ein bisschen mehr Gelassenheit, ein Stück mehr Rücksicht in dieser Welt. Ein wenig mehr Paragraph 1.

Alles Gute für Dich.

Stefan

Ach so: Mehr Geschichten über das Glück findest du in meiner „Ich bin glücklich“ – wenn du magst.

PS1. Dem/Der Fahrer*In des blauen Golf von heute morgen auf diesem Wege noch ein großes Dankeschön. Falls er oder sie es hier lesen sollte.

PS2. Ja, ich weiß: Fahrrad ist besser. Mache ich auch immer öfter J. Manchmal entscheide ich mich aber auch für das Auto. Denn das Gute, aber auch der Fluch an Entscheidungen ist, dass es davon so viele gibt und sie sich auch oft wiederholen. Sagen wir es positiv: du hast wieder die Chance, dich zu entscheiden, glücklich, gelassen und rücksichtsvoll zu sein.

Wenn du dich entscheidest, glücklich zu sein, willst du auch zufrieden sein in deinem Leben. Diese Beiträge von mir können dir dabei helfen:

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Das kann Dir auf der Suche nach mehr Zufriedenheit helfen:

 

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