Wenn du nach Hilfe suchst, um deine Einsamkeit überwinden zu können, begegnest du zahlreichen gut gemeinten Ratschlägen, die du jedoch nur schwer in die Tat umsetzen kannst. Das liegt nicht daran, dass die Tipps gegen Einsamkeit grundsätzlich zu oberflächlich sind, sondern hauptsächlich wird das Alleinsein sehr individuell empfunden. Du wirst also manche Ratschläge gar nicht erst in Betracht ziehen, andere passen dafür umso besser zu dir.

10 ausführliche Tipps gegen Einsamkeit

Einsamkeit ist ein Gefühl. Gefühle zu unterdrücken ist generell nicht empfehlenswert – es wird dir ohnehin nicht vollends gelingen. Wenn deine Gefühlswelt jedoch droht aus den Fugen zu geraten und du wirklich einen positiven Ausweg aus der Situation anstrebst, können dir vielleicht folgende, ein wenig tiefgreifendere Tipps helfen. Dabei spielt die Einsamkeit als solches eher eine untergeordnete Rolle. Nicht vergessen werden dürfen nämlich all die anderen Begleiterscheinungen, die dein Empfinden dramatisieren und zusätzlich negativ beeinflussen. Befreie dich von diesen „Nebenwirkungen“ und es wird dir leichter fallen, deinen Weg aus der Einsamkeit zu finden. Hier unsere Top 10 der Tipps gegen Einsamkeit.

 

1. Tipp: Bade nicht in Selbstmitleid

Wer viel allein ist und sich dabei obendrein noch einsam fühlt, beginnt häufig sich selbst als Häufchen Elend zu betrachten. Das ganze Pech, das du hattest. Die Ungerechtigkeiten, die dir widerfahren sind. Und was man dir nicht alles angetan hat. Ja, das ist tragisch. Aber du bist deswegen noch lange kein Opfer.

Nimm die Dinge hin, so wie sie sind. Vergangenes kannst du nicht ungeschehen machen oder ändern, aber du kannst dein Leben im Hier und Jetzt anpacken. Selbstmitleid drängt dich nur noch tiefer in die Einsamkeit. Sie gesteht dir zwar ein wenig Aufmerksamkeit zu, aber sie hält dich auch klein. Es gibt diese Momente, da möchten wir klein und hilflos sein, dabei bist du so viel stärker und größer als du ahnst. Wenn du schon jemanden bemitleiden willst, dann jene, die das nicht in dir sehen können.

 

2. Tipp: Überwinde deine Trauer

Im Trauerfall kann dich die Einsamkeit gleich einer schützenden Kapsel durch den Alltag tragen. Irgendwie funktionierst du noch, aber so richtig da bist du auch nicht. Wenn dir ein Schicksalsschlag, eine Trennung oder Ähnliches den Boden unter den Füßen wegreißt, du nirgends Halt findest und in dein Innerstes versinkst: Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um deine Trauer zu überwinden. Kuriere dich vollends aus.

Die fünf Phasen der Trauer (Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz) sind wichtig, um das Trauma zu verarbeiten. Erst dann kannst du dich aus der Einsamkeit wieder lösen. Gestehe dir die Trauerzeit zu. Nach und nach wird es wieder besser.

 

3. Tipp: Stelle dich deinen Ängsten

Auch Angst kann dich in die Einsamkeit führen. Wenn du zum Beispiel Urlaubsreisen ablehnst aus Angst vor Tunneln, Flugzeugen oder exotischen Krabbeltierchen. Auf den ersten Blick mag der Urlaub nicht so wichtig erscheinen, man kann ja auch in der Nähe schöne Orte besuchen – doch Ängste kommen selten allein.

Platzangst wird dich vielleicht irgendwann von einer wichtigen MRT-Untersuchung abhalten und du kannst krankheitsbedingt nicht richtig am Gesellschaftsleben teilnehmen. Ängste können sich außerdem im ganz kleinen Stil manifestieren. Womöglich traust du dich nicht, eine Gehaltserhöhung zu verlangen oder dich mit deinem Partner auf die Tanzfläche zu begeben.

Jedes Zögern und Zurückhalten lässt dich nach und nach vereinsamen. Sag lieber öfter beherzt „Ja“ und probiere dich an Neuem aus. Was soll schon Schlimmes passieren? Denke an den wirklich allerschlimmsten Fall, der möglich wäre. Zum Beispiel du rutschst auf den Parkettboden aus und fällst vor aller Augen hin. Dann beuge genau diesem Szenario vor, beispielsweise durch bequemes Schuhwerk. Verschaffe dir selbst die Sicherheit, die deiner Meinung nach nötig ist und dann auf ins Abenteuer.

 

4. Tipp: Löse deine Zweifel auf

Gehörst du auch zu den Menschen, die alles und jeden, sogar sich selbst, in Frage stellen? Überwinde deinen inneren Kritiker und löse die negativen Glaubenssätze wie „Das schaffe ich nie.“ und „Die anderen wissen das eh nicht zu schätzen.“ positiv auf: Zum Beispiel in „Wenn andere das können, dann ja wohl auch ich.“ Zeige ruhig deine Kämpfernatur und winde dich nicht um jede Situation, die dir unangenehm erscheint. Du verpasst dadurch eine ganze Menge, vor allem dich selbst zu beweisen und frei zu entfalten.

 

5. Tipp: Lerne mit Kritik und Konflikten umzugehen

Wenn du dich bei jedem kleinen Angriff gegen deine Persönlichkeit abschottest, oder direkter formuliert: bockst, landest du am Ende auch bloß in der stillen Ecke. Eine solide Streitkultur wird in der heutigen Gesellschaft kaum mehr ausgelebt. Zwar sprechen immer alle von flachen Hierarchien und Familienglück, doch in jeder zwischenmenschlichen Beziehung, sei sie familiär oder beruflich, gibt es Konflikte.

Und das ist gut so. Nur dadurch können wir Probleme erkennen und sie gemeinsam lösen. Begegne jeder Auseinandersetzung mit Empathie und Geduld, sei aufgeschlossen für Ideen und statt dich davor zu drücken – beteilige dich aktiv an der Lösung, denn nur so kannst du einen Kompromiss deinen Bedürfnissen entsprechend mitgestalten.

 

6. Tipp: Übe dich in Geduld

Wer schnell die Geduld verliert, reagiert häufig auf kleinste Auslöser gereizt und frustriert. Aus der Mücke wird sprichwörtlich ein Elefant gemacht und schon eskaliert die Situation derart, dass alle Parteien sich nur noch in das Alleinsein zurückziehen können, um wieder „runter zu kommen“. Die Meisten sind nach ein paar Minuten Ruhephase wieder bereit am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, andere brauchen länger.

Womöglich gehörst du aber auch zu denen, die an ihrem Rückzugsort verweilen und einsam werden. Der Frust und der Ärger fressen sich immer tiefer in dich hinein und lassen dich griesgrämig und verbittert werden. So willst du doch aber nicht enden, oder? Ein bisschen mehr Geduld, tief Luftholen, kurz in sich gehen – und schon bleibt die Mücke eine Mücke.

 

7. Tipp: Dein Körper folgt deinem Geist

Je mehr negative Gefühle sich in dir aufstauen, desto mehr leidet deine Gesundheit. Jene, die im Selbstmitleid versinken, werden alsbald zu Hypochondern. Wut und Frust führen zu Magengeschwüren und Bluthochdruck. Nicht überwundene Trauer kann Herzrhythmusstörungen begünstigen. Und vieles mehr. Dein Körper kann nur so fit sein, wie du dich fühlst.

Umgekehrt kannst du körperlich aktiv werden, um deine Gefühlswelt positiv zu beeinflussen. Gesunde Ernährung, Bewegung, frische Luft und mal ordentlich auspowern, lassen dich all die Sorgen kurzzeitig vergessen. Deine Seele kommt zur Ruhe und kann neue Kraft tanken. Einfach mal nicht denken, sonder machen. Im Hier und Jetzt.

 

8. Tipp: Kenne deine Grenzen

Burnout ist längst eine Volkskrankheit geworden. Hauptsächlich weil viele Menschen ihre Grenzen falsch einschätzen oder diese nicht konsequent durchsetzen. Wann immer dich jemand um Hilfe bittet, sagst du ja? Du gibst immer 110%? Und wenn der Tag nur 24 Stunden hat, ist die Nacht ja auch noch da? Damit katapultierst du dich regelrecht ins Aus.

Lerne dir bewusst Auszeiten zu gönnen, Zeit und Raum für dich selbst zu schaffen und zeige deutlich deine Grenzen auf. „Später“, „heute nicht“ und sogar ein „Nein“ sind völlig legitime Antworten. Schütze dich selbst, denn sonst bist du auch anderen bald keine Hilfe mehr.

 

9. Tipp: Lass deine Wut raus

Dass unterdrückte Gefühle nicht gut sind, wissen wir jetzt. Aber wie gehst du mit den intensiven Empfindungen richtig um? Mit Verzweiflung, Wut, Panik und all den anderen Infernos, die dich innerlich verbrennen.

Da hilft nur, sie bewusst zu kanalisieren und raus zu lassen. Manche drücken ihre Schreie ins Kissen, andere zerreißen Telefonbücher – oder versuchen es zumindest. Du kannst derart starke Gefühle jedoch auch kreativ fokussieren. Schnapp dir Farbe und Pinsel und male einfach drauf los, renne beziehungsweise laufe gegen den Schmerz an oder schreibe dir alles von der Seele. Beliebte Wutbewältigung-Maßnahmen sind auch Putzen, Ausmisten, Unkraut im Garten ausreißen und passende Musik hören, während du deine Aggression in der Fantasie auslebst. Hinterher bist du garantiert erschöpft. Aber auch wieder zufrieden.

 

10. Tipp: Nun lach doch mal

Lachen muss auch raus. Das kannst du im Zweifelsfall wunderbar allein, ganz ungeniert, aus vollem Hals und wenn es sein muss, dann pruste und quieke. Das gehört zu meinen allerliebsten Tipps gegen Einsamkeit.

Schnulzen, Nachrichten und Schmusesongs verstärken deine negativen Gefühle nur. Sie scheinen dir zwar Trost zu spenden und deine Zweifel zu bestätigen, doch damit landest du nur wieder beim Selbstmitleid.

Schau dir lieber mal eine Komödie an, geh ins Kabarett oder entdecke charmant-witzige Karikaturen, Bücher mit schwarzem Humor und feucht-fröhliche Veranstaltungen.

„Res severa verum gaudium“ schrieb der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca. Übersetzt heißt es soviel wie: „Wahre Freude ist eine ernste Sache.“

Welche persönlichen Tipps gegen Einsamkeit hast du? Schreib mir, ich würde mich freuen.

 

Mehr zum Thema Einsamkeit findest du hier:

Für die Zeit mit dir selbst:

Available for Amazon Prime